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Börsenturbulenzen: Wie Sie jetzt Ihr Depot richtig aufstellen

Дата публикации: 12-03-2026 10:00:04

Wer sein Geld passend auf riskante und sichere Anlagen aufgeteilt hat, ist auch für einen Crash gewappnet. Jetzt ist ein guter Zeit­punkt, den Aktien­anteil zu über­prüfen.

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Aktien bieten hohe Rendite­chancen, bergen aber auch Risiken. In den vergangenen Jahren über­wog meist Ersteres – weshalb so mancher Anleger, manche Anlegerin mehr Geld in Aktien, ETF und Fonds stecken hat, als es eigentlich gut wäre. Gut heißt in diesem Fall: dem Risiko­typ entsprechend. Wer angesichts der aktuellen Kurs­verluste nervös geworden ist, sollte daher seine Portfolio-Aufteilung über­prüfen. Eventuell ist der Aktien­anteil und somit das Gesamt­risiko zu hoch. Wir helfen dabei.

Darum ist eine gute Mischung so wichtig

Der übliche Ratschlag bei Börsenturbulenzen heißt: Ruhe bewahren. Doch wie, wenn einem die Gewinne zerrinnen? Ein wichtiger Tipp vorweg: Schauen Sie in schlechten Zeiten keinesfalls nur auf Ihre Aktien­investments. Betrachten Sie Ihr gesamtes Depot, inklusive Tages­geld und Fest­geld. Wer beispiels­weise nur die Hälfte seines Geldes in Aktien-ETF investiert hat, den treffen Börsencrashs nur halb so stark – ein Grund, warum wir für die meisten Anleger das ausgewogene Pantoffel-Portfolio für passend halten, das zu je 50 Prozent aus Welt-ETF und Zins­anlagen besteht.

Den Zeithorizont einschätzen

Für alle Anle­gerinnen und Anleger, die noch viele Spar­jahre vor sich haben, zeigt die folgende Analyse vor allem eins: Wer lang­fristig investiert bleibt, hat Turbulenzen an den Aktienmärkten in der Vergangenheit meist gut über­standen. Das zeigte sich etwa nach dem Platzen der Dot-Com-Blase im Jahr 2000, nach der Finanz­krise oder nach dem Corona-Crash. Was in der Praxis oft nicht funk­tioniert, ist spontanes Market Timing – also der Versuch, jetzt schnell alle seine Aktien­anlagen zu verkaufen, um dann später zum richtigen Zeit­punkt wieder einzusteigen. Selbst Profis verpassen häufig den Wieder­einstieg und lassen so Rendite­chancen liegen.

Tipp: Interes­siert es Sie, welche Krisen es früher gab, wie hoch die Verluste waren und wie lange die Erholung dauerte? In unserem Beitrag Die schlimmsten Börsencrashs finden Sie eine ausführ­liche Analyse.

Rentner haben oft mehr Zeit, als sie denken

Wer kurz vor der Rente steht und seine Geld­anlage für seine Alters­vorsorge einge­plant hat, der hat zwar nicht mehr so viele Jahre vor sich wie jüngere Leute – aber auch nicht so wenige, wie er vielleicht denkt. Kaum jemand benötigt alle seine Erspar­nisse komplett zu Beginn seines Ruhe­stands. Vielmehr kann ein erheblicher Teil des Geldes noch viele weitere Jahre in Aktien-ETF liegen und sich dort – hoffentlich – wieder vermehren.

Tipp: Wie Sie Ihr Vermögen im Alter nutzen können, zeigen wir Ihnen in unserem Beitrag Mit dem Pantoffel-Portfolio die Rente aufpeppen.

Mit unserer Analyse den Risiko­typ bestimmen

Ein guter Maßstab, um die eigene Risiko­bereitschaft einzuschätzen, ist der maximale Verlust aus der Vergangenheit. Das ist der Wert, um den eine Geld­anlage im schlimmsten Fall einge­brochen ist. Die folgende Grafik zeigt dazu verschiedene Misch-Portfolios, die aus einem Rendite­baustein und aus einem Sicher­heits­baustein bestehen. Wir haben unterschiedliche Mischungs­verhält­nisse analysiert, ange­fangen von 0 Prozent Aktien (links) bis hin zu 100 Prozent Aktien (rechts).

Der Rendite­baustein entspricht dem MSCI World Index, der Sicher­heits­baustein einem gemischten Euro-Staats­anleihen­index. Wir haben für jedes dieser Portfolios berechnet, wie stark der maximale Verlust und die längste Verlust­phase waren (wobei wir Daten seit Anfang 2000 berück­sichtigen). Beachten Sie: Der Verlust der Staats­anleihen ist während der Zins­wende entstanden. Wie Anleihen genau funk­tionieren, lesen Sie im Beitrag Mit dem Bund auf Nummer Sicher.

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Der Chart zeigt die Verlustrisiken für fünf ausgewählte Misch­portfolios, weiter unten gibt es die Ergeb­nisse für 21 untersuchte Depot­mischungen. Die Zahlen spiegeln den Zeitraum seit Anfang 2000 wider, also über die vergangenen 25 Jahre.

Der Clou: Wir geben Ihnen für jedes Portfolio zudem an, wie stark es aktuell im Minus liegt und mit welchen weiteren Verlusten Sie schlimms­tenfalls noch rechnen müssen – falls es nochmals so schlimm kommt wie schon einmal in der Vergangenheit. Das hilft Ihnen zu bestimmen, mit welcher Mischung Sie am besten leben – und noch ruhig schlafen können. Beachten Sie, dass Sie die Verluste nicht einfach addieren können.

Staats­anleihen als sicherer Hafen

Bleiben wir beim ausgewogenen Pantoffel-Portfolio: Hier beträgt der bisher schlimmste Verlust 27 Prozent (mitt­lere Balkengruppe in der Grafik oben). Hätte jemand ein reines Aktienportfolio gehabt, hätte sein maximaler Verlust sogar bei 60 Prozent gelegen (rechts). Der Grund, warum die halbe Aktienquote nicht genau den halben Verlust ergibt, liegt am Zusammen­spiel von Aktien und Zins­anlagen. Häufig erweisen sich Staats­anleihen in einer heftigen Krise als Stabilitäts­anker und mildern Aktien­verluste ein wenig ab. Lesen Sie dazu auch unsere aktuelle Analyse der Märkte.

Passt das Risiko? Wenn nicht, sollten Sie handeln

Die unten stehende Tabelle beschreibt die Risiken verschiedener Misch­portfolios. Schauen Sie sich die potenziellen möglichen Verluste in der Tabelle an, um die passende Aktien-Anleihen-Mischung zu bestimmen. Beachten Sie: Es handelt sich bei Verlust­höhe und Verlustdauer um Werte aus der Vergangenheit. Die Zukunft kann anders verlaufen. Eine Orientierung bietet die Tabelle dennoch.

Vergleichen Sie Ihr aktuelles Portfolio mit den in der Analyse angegebenen Zahlen. Kommen Sie mit den angegebenen Risiken klar, brauchen Sie nichts zu unternehmen. Machen Sie die potenziellen Verluste nervös, dann sollten Sie Ihr Portfolio anpassen.

Tipp: Um Ihr Portfolio anzu­passen, können Sie Aktien-ETF-Anteile verkaufen. Tun Sie das nicht an einem hektischen, von Panik bestimmten Börsentag, aber warten Sie auch nicht lange damit. Eine andere Idee wäre, Ihren sicheren Depot­anteil aufzusto­cken – etwa mit Geld, das Sie noch auf dem Giro­konto liegen haben. Sie können auch künftige Sparplanraten in den Sicher­heits­baustein umlenken. Diese Methode dauert aber womöglich zu lange, um die optimale Depot­mischung zu erreichen.

So finden Sie die für Sie passende Depot­mischung

Die Tabelle hilft Ihnen bei der Analyse. Hier drei Beispiele, wie Sie vorgehen können:

  • Mit einem Aktien­anteil von zirka 30 Prozent hatten Sie historisch gesehen den geringsten maximalen Verlust der betrachteten Misch­portfolios – bei gleich­zeitig kürzester Verlust­phase. Dieses Portfolio verlor im schlimmsten Fall 17 Prozent. Aktuell liegt es rund 2 Prozent unter Höchst­stand. Sie müssten sich daher auf einen eventuellen weiteren Verlust von knapp 16 Prozent einstellen (Rechenweg: (1-0,17)/(1-0,02)-1).
  • Mit einem ausgewogenen Portfolio, also einem Aktien­anteil von 50 Prozent, lag der maximale Verlust bei 27 Prozent. Stand 11. März 2026 liegt das Portfolio 1 Prozent im Minus, Sie müssten – abge­leitet aus der Vergangenheit – mit weiteren 26 Prozent Verlust rechnen.
  • Ein reines, breit gestreutes Aktiendepot hat in der Vergangenheit zwischen­zeitlich bis zu 60 Prozent verloren.

Tipp: Wir berechnen alle Statistiken auf Basis von Tages­daten börsentäglich neu, damit Sie stets einen aktuellen Über­blick haben.

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Das bedeuten die Risikokenn­zahlen

Wir fokussieren uns auf drei Risiko-Kenn­zahlen.

  • Einbruch nach Höchst­stand: Dieser Wert zeigt an, um wie viel Prozent das Portfolio unter einen zuvor erreichten Höchst­stand gefallen ist – und zwar im historisch schlimmsten Fall. Das ist der maximale Verlust. Außerdem geben wir den Verlust an, der in den aktuellen Turbulenzen entstanden ist. Aus diesen beiden Zahlen kann man ableiten, wie weit der Markt nochmals fallen kann.
  • Länge der Verlust­phase: Diese Kenn­zahl beschreibt, wie lange Anleger warten mussten, ehe sie einen einmal erreichten Stand wieder erlangten. Wir geben die historisch längste Verlust­phase in Jahren an. Die jüngste Verlust­phase geben wir ebenfalls in Jahren an, um daraus abzu­leiten, wie lange das Portfolio noch im Minus liegen kann, sollte es ähnlich schlimm kommen wie in der Vergangenheit. Achtung: Euro-Staats­anleihen sind wegen der Zins­wende immer noch im Minus, für Portfolios mit hohem Staats­anleihen-Anteil können wir daher keine potenzielle verbleibende Verlustdauer berechnen. Die entsprechenden Zellen sind leer.
  • Volatilität: Die von Finanz­profis häufig genutzte Kenn­zahl zeigt, wie stark das Portfolio über den gesamten betrachteten Zeitraum (seit Anfang 2000) schwankte.
Diese Renditen gab es – je nach Aktien­anteil

Die folgende Tabelle zeigt die historischen Renditen der untersuchten Misch­portfolios. Anle­gerinnen und Anleger können gut erkennen, dass die mittel- und lang­fristigen Renditen der Portfolios mit hohem Aktien­anteil trotz der jüngsten Korrekturen immer noch hoch sind. Seit Jahres­beginn liegen alle Depots im Plus, in allen längeren Zeiträumen ebenfalls. Der Blick auf die Renditen kann bei der Einordnung aktueller Krisen­phasen ungemein helfen. Trotzdem gilt: Richten Sie Ihr Portfolio nicht nach den Renditen aus, sondern den möglichen Risiken.

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