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Anlegen in Krisenzeiten: Was mache ich, wenn es kracht

Дата публикации: 17-04-2026 05:00:05

Der Krieg in Nahost verunsichert die Kapitalmärkte. Unser Strategie-Check zeigt, wie Anlegende auf verschiedene Börsen­szenarien reagieren können.

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Der übliche Ratschlag in Krisen­zeiten lautet: Ruhe bewahren. Das bedeutet jedoch nicht unbe­dingt, dass man gar nichts tun sollte. Wer noch genügend Zeit und die Nerven hat, auch längere Durst­stre­cken durch­zustehen, kann seine Aktien-ETF einfach halten – bekannt als Buy-and-Hold-Methode. Wer seine Verlustrisiken verringern und gleich­zeitig möglichst wenig Aufwand betreiben will, dem empfehlen wir unser Pantoffel-­Portfolio. Akti­vere Anleger können Absicherungsstrategien nutzen.

Strategien bieten klare Regeln, die Anlegern helfen, auch in üblen Phasen rational zu bleiben und keine emotionalen (Fehl-)Entscheidungen zu treffen.

Die 3 Anla­gestrategien in Kürze

Pantoffel-Portfolio. Die Anla­gestrategie der Stiftung Warentest setzt sich aus einem Rendite- und einem Sicher­heits­baustein zusammen. Für viele passen dürfte die 50:50-Variante mit je zur Hälfte Aktien-ETF und Zins­anlagen.

  • Vorteile: Verständlich und leicht umzu­setzen, mitt­leres Risiko.
  • Nachteile: Mitt­lere Rendite­chancen, nach­justieren erforderlich.
  • Geeignet für: Alle, die gern ruhig schlafen, wenig Aufwand betreiben, nicht voll auf Aktien setzen wollen.

Buy-and-Hold-Strategie. Portfolio mit 100 Prozent Aktien-ETF. Man kauft und hält die Papiere.

  • Vorteile: Hohe Rendite­chancen, einfach umsetz­bar, geringe Kosten.
  • Nachteile: Hohe Risiken, es kann zu hohen Verlusten und jahre­langen Verlust­phasen kommen.
  • Geeignet für: Alle, die lange Zeit ­haben und bereit sind, hohe Risiken einzugehen.

Absicherungs­strategien. Je nach Markt­lage wird der Aktien­anteil zeitweilig reduziert oder wieder erhöht (zum Beispiel Dip-Crash-Strategie oder Gleitende Durch­schnitte).

  • Vorteile: Kann hohe Verluste begrenzen und soll Anlegende vor emotionalem Handeln bewahren.
  • Nachteile: Komplexer – kontinuier­liche Beob­achtung und gegebenenfalls Handeln nötig. Fehl­signale können zu häufigen (kosten­pflich­tigen) Käufen und Verkäufen führen.
  • Geeignet für: Alle, die eine hohe ­Aktienquote fahren, dabei Crash-­Risiken reduzieren wollen und den Aufwand nicht scheuen.
Mit dem Pantoffel durch die Krise

Wer ein Pantoffel-Portfolio hat, sollte zunächst prüfen, ob die gewählte Mischung aus Rendite- und Sicher­heits­baustein tatsäch­lich seinem Risiko­empfinden entspricht. Wenn es an der Börse gut läuft und die Rück­schläge kurz und über­schaubar sind, ist man schnell geneigt, sein Depot offensiv aufzustellen. Um den eigenen Risiko­typ heraus­zufinden, hilft ein Blick auf die Verluste der Vergangenheit.

Tipp: Haben Sie den richtigen Pantoffel-Mix gefunden und Ihr Depot einge­richtet, schauen Sie lediglich ab und zu, ob die Mischung noch passt. Ist der Aktien­anteil zu klein geworden, kaufen Sie nach. Unser kostenloser Pantoffel-Rechner hilft beim Check.

Strategisch absichern

Anfang des Jahres haben wir Absicherungsstrategien vorgestellt. Zwei der vier getesteten Methoden haben in vergangenen Krisen vergleichs­weise robuste Ergeb­nisse geliefert: die Strategie der gleitenden Durchschnitte und die von uns entwickelte Strategie Dip-Ausstieg & Crash-Einstieg. Sie sind eine Möglich­keit, den Aktien­anteil im Depot dyna­misch zu steuern.

Ziel: Schutz vor hohen Verlusten

Zweck solcher Absicherungs­strategien ist es, sich vor größeren Verlusten zu schützen. Sie sind keine Wunder­mittel für eine dauer­haft bessere Rendite – auch wenn diese in bestimmten Fällen möglich ist.

Tipp: Fragen zu den Absicherungs­strategien beant­wortet unser FAQ zur Depotabsicherung.

Die 3 Anla­gestrategien im Börsen-Check

Keine Strategie funk­tioniert in jeder Situation gleich gut. Entscheidend ist daher weniger die perfekte Methode – sondern eine Strategie, die man auch in schwierigen Zeiten durch­halten kann. Die fiktiven Szenarien zeigen für typische Börsen­verläufe, wie das 50:50-Pantoffel-Portfolio, ein reines Aktiendepot und unsere Dip-Crash-Strategie reagieren.

Szenario 1 – Aufwärts­trend: Buy-and-Hold vorn

Der Aktienmarkt steigt, größere Rück­schläge bleiben aus, Kurse schwanken moderat. Das Buy-and-Hold-Portfolio profitiert am stärksten, weil es voll auf Aktien setzt. Gilt auch für die Dip-Crash-Strategie. Das Pantoffel-Portfolio nimmt nur zur Hälfte an der Aktienmarkt­entwick­lung teil.

Beste Rendite: Buy-and-Hold-Strategie, Dip-Crash-Strategie.

Geringstes Risiko: Pantoffel-Portfolio.

Anlegen in Krisen­zeiten - Was mache ich, wenn es kracht

© Stiftung Warentest

Szenario 2 – Mitt­lere Korrektur: Pantoffel ist der Held

Der Markt fällt, erholt sich aber schnell. Das Pantoffel-Portfolio hat das beste Chance-Risiko-Verhältnis. Buy-and-Hold verliert mehr, erholt sich aber stärker. Die Dip-Crash-Strategie vermeidet höhere Verluste, liegt nach Kosten jedoch hinten.

Beste Rendite: Buy-and-Hold, Pantoffel-Portfolio.

Geringstes Risiko: Pantoffel-Portfolio, Dip-Crash-Strategie.

Anlegen in Krisen­zeiten - Was mache ich, wenn es kracht

© Stiftung Warentest

Szenario 3 – Tiefer Einbruch: Dip-Crash am besten

Die Kurse stürzen heftig ab und erholen sich nur lang­sam. Das Buy-and-Hold-Portfolio bricht ebenfalls ein und bleibt lange im Verlust. Das Pantoffel-Depot verliert weniger. Mit der Dip-Crash-Strategie lässt sich ein Groß­teil der Verluste vermeiden. Man ist auch schneller wieder im Plus.

Beste Rendite: Dip-Crash-Strategie.

Geringstes Risiko: Dip-Crash-Strategie, Pantoffel-Portfolio.

Anlegen in Krisen­zeiten - Was mache ich, wenn es kracht

© Stiftung Warentest

Fazit: Seien Sie gewappnet

Die drei dargestellten Szenarien können in unterschiedlicher Form auftreten. Sie könnten länger oder kürzer verlaufen, in verschiedener Reihen­folge geschehen, jeweils häufiger oder seltener vorkommen. Es könnte jahre­lang nach oben gehen, ehe es plötzlich richtig kracht. Der Absturz könnte auch demnächst kommen und in ein jahre­langes schwaches Wachs­tum münden. Eventuell wird es auch nur mitt­lere Korrekturen geben – wir wissen es nicht. Wichtig ist daher, dass Sie sich für eine Strategie entscheiden, mit der Sie auch das unbe­quemste Szenario gut durch­stehen können.

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