Die Musikerin PinkPantheress ist der neue helle Stern am britischen Pophimmel. Ihre Songs sind kurz, vollgepackt mit Ideen und absolut partytauglich. Ihr Berlin Konzert im Tempodrom war ausverkauft und schweißtreibend.
Konzert PinkPantheress im Tempodrom Nie Pause, immer Gefühl
In rotem Jeansrock und auf roten Pumps kommt PinkPantheress um kurz nach 9 auf die doppelgeschossige Bühne - und das extrem diverse Publikum im ausverkauften Tempodrom ist sofort aus dem Häuschen. Fast keiner im Saal ist über 30 Jahre alt. Alle beherrschen die große Kunst, gleichzeitig mit dem Handy zu filmen, zu kreischen, zu tanzen und sich auch noch mit den Nebenleuten zu unterhalten. Party von 0 auf 100.
PinkPantheress ist ständig umringt von zwei Tänzern und zwei Tänzerinnen in Jeansmänteln, die kunstvoll durch die Gegend springen, als hätten sie den ganzen Tag im Käfig gesessen und wären jetzt endlich frei. Herrlich ist das. So viel Power in der Luft. Als sich die beiden männlichen Tänzer zu einer angedeuteten Knutscherei schlängeln, geht ein Juchzen durch das Tempodrom.
Samples, Tanzeinlage und Gekreische
Die Songs sind selten länger als zwei Minuten und wer das Gesamtwerk von PinkPantheress nicht auswändig kennt, weiß manchmal gar nicht, wann der eine Track endet und wo der nächste beginnt. Man hört ihren etwas älteren Sachen an, dass sie noch etwas anders produziert sind, etwas luftiger, etwas weniger auf die tanzende 12. Aber das sind Nuancen, ansonsten klingt das Konzert die meiste Zeit wie ein Guss, wie ein Strom aus Drum'n'Bass-Beats, viel Lyrics und Samples und Tanzeinlagen.
Immer mal wieder geht die Sängerin kurz von der Bühne, um sich umzuziehen, aber es entsteht keine Pause, keine Stille. Dann tanzt ihr DJ sich um Kopf und Kragen. Oder der Drummer, der hinter Plexiglas-Scheiben sitzt, spielt ein Solo. Von irgendwo ballert immer irgendein Beat weiter und dann kommt PinkPantheress auch schon wieder und halle haben was zu kreischen.
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"Beste Produzentin Großbritanniens"
Die Verdienste von PinkPantheress, die bürgerlich übrigens Victoria Beverly Walker heißt, um ihre Rolle in der Musikindustrie, kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Sie war für zwei Grammys und drei American Music Awards nominiert. In diesem Jahr gewann sie als 25-Jährige den Brit Award in der Kategorie Best Producer und war damit die jüngste Preisträgerin, seitdem es den Preis gibt. Und die erste Frau. Denn in der Produktion von Popmusik machen Frauen immer noch nur einen winzigen Teil aus. Nur rund vier Prozent aller Chart-Songs werden von Frauen gemacht, schrieb die "Wiener Zeitung" in einem Portrait über Walker.
Große Schönheit statt großer Tiefe
Insofern ist es absolut beeindruckend, dass PinkPantheress nicht nur mitreißend performt und tanzt und juchzt und strahlt und wenn auch nicht perfekt, so schon ganz okay live singt, sondern ihre ganze Musik auch selbst komponiert, produziert und zusammenbaut. Seit Teenager-Tagen macht sie das. Zu Hause, am Computer. Und daraus entstehen dann diese Songs, die zwar nicht immer große Tiefe haben, aber meistens große Schönheit. Einfach sehr gut und aufwändig gemacht. Und dessen Texte das beeindruckend textsichere Publikum an diesem Abend fast ausnahmslos mitsingt.
Geschenke von Fans und für Fans
Und bei alldem sieht ihre auf jeden Meter durchchoreographierte Show auch noch so lässig, so beiläufig aus . Etwas Fahrt nimmt sie nur kurz raus, als sie gegen Ende ein bisschen mit Fans in den ersten Reihen plaudert, eine schnelle Zeichnung verschenkt, Geschenke wie Pappherzen, Blumen und Flaggen mit ihrem Gesicht drauf entgegennimmt. Die vorderen Fans können schnappatmend und den Tränen nahe ihr Glück kaum fassen.
Dann ballert die Show aber auch schon weiter und dem Ende entgegen. Fast 30 Songs in kaum 80 Minuten Konzert. Keine Pause für niemanden. Nur Emotion und Tanz und Jubel. Wow.
Sendung: rbb24 Inforadio, 03.06.2026, 6:50 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 03.06.2026, Hendrik Schröder
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