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Bremen-Huchting: Park links der Weser wird 50 Jahre alt

Дата публикации: 13-08-2026 03:00:00

Widerstand gegen eine geplante Autobahn und ein Rechtsstreit mit dem Bürgerpark: Der Start für den Park links der Weser in Bremen-Huchting war holprig. In diesem Jahr feiert der Verein sein Jubiläum.

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"Der Park ist eigentlich aus einer Protestaktion entstanden", erzählt Heinrich Welke, langjähriger Vorsitzender des Vereins Park links der Weser. In diesem Jahr feiert die Grünanlage in Bremen-Huchting mittlerweile ihr 50-jähriges Bestehen.

Im gut 240 Hektar großen Gebiet und damit größten Park der Stadt finden sich heute Gestaltungselemente eines frühen englischen Landschaftsparks: Weiden und Grünlandschaft als Rückgrat, das Rad- und Wanderwegenetz, Waldbereiche an den Rändern und naturbelassene Flächen. Baum- und Buschreihen dienen zur Gliederung der Landschaft, Rast- und Picknickplätze laden Besucher zum Verschnaufen und Verweilen ein. Das alles begann mit dem Widerstand gegen ein Verkehrsprojekt.

Im Frühjahr 1976 hatten sich ein paar Personen, die im Beirat oder im damals aktiven Bürgerverein tätig waren, zusammengefunden, um eine Autobahn durch das heutige Gebiet des Parks links der Weser zu verhindern. Denn im Flächennutzungsplan von 1967 war vorgesehen, dass ein Teilstück einer Verbindung von Gießen nach Nordenham durch das heutige Parkgebiet verlaufen sollte.

Genau genommen war diese Aktion illegal, denn das Gelände gehörte uns gar nicht.

Heinrich Welke, Vorsitzender des Vereins Park links der Weser

"Wir haben dann gesagt, am besten ist, wir gründen einen Verein, der Name sollte sein Bürgerpark links der Weser", erzählt Welke weiter. Doch dann erhielt der frisch angesetzte Verein eine Klageandrohung des bereits bestehenden Bürgerparkvereins mit der Aufforderung, den Namen Bürgerpark nicht zu verwenden. Tatsächlich sei es zu einem Prozess über zwei Instanzen gekommen, der schließlich dazu führte, dass der Verein den Namen in Park links der Weser umwandelte. "Mittlerweile unterhalten wir mit dem Bürgerpark ein sehr gutes Verhältnis", ist Welke zufrieden. Im Sommer 1976 war der Verein im Vereinsregister eingetragen.

Schon im Herbst 1976 wurde die erste Pflanzung vorgenommen – vor dem Grollander Deich. Pappeln und Eichen wurden hier gesetzt. "Genau genommen war diese Aktion illegal, denn das Gelände gehörte uns gar nicht", sagt Welke mit einem Schmunzeln. Anwohner hatten dem damaligen Schatzmeister 20.000 D-Mark gespendet, um die Bäume anzuschaffen.

Rechtsstreit mit dem Bürgerpark

"Die Prozesse mit dem Bürgerpark hatten zu einer Solidarisierung unter der Bevölkerung auf der linken Weserseite geführt", erinnert sich Welke noch genau. Sogar einen Autoaufkleber habe es gegeben: "Auch links der Weser wohnen Bremer Bürger". Die Klage des Bürgerparks hatte dem Verein zu viel Bekanntheit in Huchting und Grolland verholfen, sodass der junge Verein Ende 1978 bereits 300 Mitglieder zählte.

Volker Stanislaus ist der Parkverwalter des Parks links der Weser.

Volker Stanislaus ist der Parkverwalter des Parks links der Weser.

Foto: Roland Scheitz

Im Frühjahr 1980 hatte der Bausenator ein Gutachten bei den renommierten Landschaftsarchitekten Grebe und Sollmann aus Nürnberg in Auftrag gegeben. Das Wesentliche an dieser Studie war, dass die Landschaftsarchitekten das Gelände weitgehend offen ließen. Es sollte ein Gemisch aus Wiesen und Wald entstehen – eine offene Mitte mit Wiesen, am Rand umstanden mit Bäumen.

Erster Weg von Grolland Richtung Roland-Center

In den Jahren 1982 und 1983 entstand der erste Weg von Grolland hinüber in Richtung Roland-Center und zur Straße An der Höhpost. Heute durchzieht den Park ein Wanderwegenetz von insgesamt 15 Kilometern.

1994 beschloss die Bremische Bürgerschaft den Landschaftsplan Ochtumniederung, der für Rechtssicherheit sorgt. Aktuell überlegt Bremen, eine an den Park angrenzende, neun Hektar große Fläche mit Solarpaneelen zu bestücken. Der Parkverein begrüßt deshalb die Planungen der Behörde, das Gelände als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. "Bisher sind nur einzelne Flächen oder Pflanzenbestände geschützt", sagt Parkverwalter Volker Stanislaus.

Im Besitz von Stadt und Landwirten

Von der Fläche sind nur etwa zwei bis drei Prozent im Besitz des Vereins. "Das Gelände gehört überwiegend der Stadt Bremen oder Landwirten", erläutert Volker Stanislaus. Der Parkverein habe einen Kooperationsvertrag mit Bremen, der besage, dass der Verein diese Fläche entwickle und unterhalte.

Verantwortlich für Park- und Grünpflege: Peter Fohrmann (links) und Dieter Uffenbrink sind Teil des Teams, das die Grünanlage erhält.

Verantwortlich für Park- und Grünpflege: Peter Fohrmann (links) und Dieter Uffenbrink sind Teil des Teams, das die Grünanlage erhält.

Foto: Roland Scheitz

Dies tut der Verein derzeit mit zwölf Ehrenamtlichen, bis zu zwei Freiwilligen im ökologischen Jahr, sechs Minijobbern, einer geförderten Stelle und dem fest angestellten Parkverwalter Volker Stanislaus. Der vierköpfige Vorstand arbeitet ebenfalls ehrenamtlich. Hinzu kommen viele freiwillige Helfer und aktive Unterstützer, denen der Park am Herzen liegt.

Ich habe hier gesehen, dass Landschaftsbau genau das Richtige für mich ist.

Dorkas Stelljes, FÖJlerin

Carlo Lackmann kümmert sich neuerdings unter anderem um den Fuhrpark, die Maschinen und Geräte. Michael Rode hat ehrenamtlich die Landschaftsgärtnerei für sich entdeckt, und Dorkas Stelljes hatte im Park links der Weser ein eindrucksvolles und begeisterndes Freiwilliges ökologisches Jahr absolviert (FÖJ). "Ich habe hier gesehen, dass Landschaftsbau genau das Richtige für mich ist. Im Herbst beginne ich dann eine Ausbildung bei einem Landschaftsgärtner", sagt die junge Frau.

Die Ehrenamtlichen sind mit ihrem Park links der Weser zufrieden. Lackmann und Rode sind beide in Rente, mögen aber nicht zu Hause rumsitzen, sondern wollen sich lieber in der Natur bewegen. "Da kommen uns die Aufgaben hier gerade recht", sagen die beiden übereinstimmend.

"Wir sind ein großartiges Team", betont der Parkverwalter. "Die ehrenamtliche Arbeit der Kollegen ist das Rückgrat des Vereins und ein großes Gut."

Für die Zukunft muss die Finanzierung gesichert werden

Für die nächsten 50 Jahre steht die Finanzierung des Vereins im Fokus. Bisher erfolgt die Finanzierung der vielfältigen Aufgaben durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und projektbezogene Zuwendungen sowie aus Teilerlösen der Bürgerpark-Tombola. Der Parkverein erhält keine direkten Zuschüsse aus dem Haushalt der Stadt Bremen. "Um den größten Bremer Park zu unterhalten und zu entwickeln, ist es unser Ziel, uns bekannter zu machen und um zusätzliche Mitglieder, Spender und Sponsoren einzuwerben. Unsere neu gestaltete Homepage und der aktuelle Flyer sind hierzu ein erster Schritt", resümieren die Anwesenden.

Wie feiert der Park-Verein sein 50-jähriges Bestehen? Der Verein plant im August ein Familienfest zur Feier des Geburtstags für seine Mitglieder, Unterstützer, Freunde und Vertreter der stadtbremischen Politik. Hierzu haben auch befreundete Huchtinger und Bremer Vereine ihre aktive Teilnahme zugesagt.

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