Die OSBA Connect 2025 brachte am 13. November rund 120 Teilnehmende in Berlin zusammen – unter ihnen viele hochmotivierte neue Mitglieder. Gerade für diese boten sich viele Gelegenheiten, die Working Groups, das Team und den Vorstand der OSBA und viele andere spannende Gäste persönlich kennenzulernen. Das Bühnenprogramm zeigte eindrucksvoll, welche Chancen in offenen Technologien, internationalen Kooperationen und entschlossenen IT-Entscheidungen stecken.
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Die OSBA Connect 2025 brachte am 13. November rund 120 Teilnehmende in Berlin zusammen – unter ihnen viele hochmotivierte neue Mitglieder. Gerade für diese boten sich viele Gelegenheiten, die Working Groups, das Team und den Vorstand der OSBA und viele andere spannende Gäste persönlich kennenzulernen. Das Bühnenprogramm zeigte eindrucksvoll, welche Chancen in offenen Technologien, internationalen Kooperationen und entschlossenen IT-Entscheidungen stecken.

Unter dem Motto „Innovationsbooster Open Source“ eröffnete Bernd Lakemeier (GIZ) die Impulsreihe mit einem inspirierenden Blick nach Afrika. Am Beispiel Kenias verdeutlichte er, welche Möglichkeiten sich für deutsche Open-Source-Unternehmen in Kooperation mit lokalen Tech-Communities und Partnern bieten – von der Fachkräftegewinnung über technologische Kooperationen bis hin zu Joint Ventures. Gleichzeitig zeigte er auf, wie die GIZ diesen Weg strategisch begleitet.
„Wir schauen immer, was sind die deutschen Interessen und was sind die Interessen des jeweiligen Partnerlandes und wie kann man das verbinden, um eine optimale Zusammenarbeit zu ermöglichen – auch im Bereich Open Source. Wir haben eine tiefe Fachkenntnis des Marktes vor Ort und freuen uns, da enger mit Ihnen zusammenzuarbeiten“, so Bernd Lakemeier.
OSBA-Mitglied Peer Heinlein knüpfte daran an und berichtete aus erster Hand, wie er gerade für seine Unternehmen in Kenia ein Softwareentwickler-Team aufbaut. Er verband seinen leidenschaftlichen Impuls mit einer Einladung an alle OSBA-Mitglieder, im März 2026 an einer OSBA-Delegationsreise nach Kenia teilzunehmen.
Den zweiten Impuls lieferte Lara Reußwig vom Gesundheitsamt Frankfurt am Main. Sie gab spannende Einblicke in das Projekt GA-Lotse – aktuell eine der größten Open-Source-Anwendungen in der öffentlichen Gesundheitsverwaltung. Reußwig machte klar, warum offene Lösungen im Gesundheitswesen unverzichtbar sind, und welche Aufgaben und Perspektiven ein solches Entwicklungsprojekt mit sich bringt. Insbesondere die Skepsis der Verwaltungsmitarbeitenden Open Source gegenüber stellt immer wieder eine Herausforderung dar, der mit Offenheit und Ernsthaftigkeit begegnet werden muss. Es wurde aber auch klar: In diesem Sektor gibt es noch viel Potenzial für echte Open-Source-Leuchttürme.
„Besonders in Krisensituationen wie zuletzt der COVID-Pandemie ist es wichtig, dass wir Einfluss auf die Funktionalitäten der Softwareanwendungen nehmen und diese auch skalierbar machen können, und dadurch auch handlungsfähig bleiben. Deswegen muss Open Source und der Gedanke ‚Public Money, Public Code‘ auch in Gesundheitsstrategien aufgenommen werden“, erklärte Lara Reußwig.
Im Anschluss zeigte Caspar Clemens Mierau, Medienwissenschaftler und Autor, weshalb Organisationen trotz verfügbarer Alternativen und vorhandenem Problembewusstsein immer wieder zu bekannten proprietären Lösungen greifen. Sein Vortrag über Safe Choice Bias, Bandwagon-Effekt, „Feature-FOMO“, Survivorship Bias, „Cloudwetter“ und technologische Entscheidungsmechanismen bot viel Stoff zum Nachdenken – und zahlreiche Teilnehmende fanden sich in seinen Beispielen aus eigenen Projekten und Situationen mit Kunden wieder.
„Wenn es regnet, dann nehmen wir das einfach als gegeben hin, und genauso ist es, wenn mal wieder AWS ein paar Stunden ausfällt. Wenn das bei einem kleinen Open-Source-Anbieter um die Ecke passieren würde, würden wir das nicht einfach so hinnehmen. Je kleiner die Lösung, desto geringer die Akzeptanz für Ausfälle. Und als IT-Entscheider will ich mich in meiner Behörde nicht für Ausfälle rechtfertigen müssen“, erläuterte Caspar Clemens Mierau.
Ein weiterer Höhepunkt war die lebhafte Podiumsdiskussion mit Peter Ganten (OSBA), Matthäus Schlummer (Normenkontrollrat) und Dr. Henriette Litta (Open Knowledge Foundation), moderiert von Miriam Seyffarth. Mit reger Beteiligung aus dem Publikum wurde diskutiert, wie insbesondere das neue Digitalministerium, Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsam zu einer modernen, fairen und nachhaltigen Staatsmodernisierung beitragen können – und warum Open Source dabei nicht nur eine Option, sondern eine Grundvoraussetzung ist. Dabei ging es unter anderem auch darum, ob es bei der Staatsmodernisierung vor allem um Effizienzsteigerungen geht oder um das Vertrauen der Menschen in einen offenen und transparenten Staat – oder ob beides zusammengehört und sich gegenseitig bedingt.
Beim anschließenden Get-together setzten die Teilnehmenden die Gespräche in entspannter Atmosphäre fort. Alte Bekannte tauschten sich intensiv aus, zahlreiche neue Mitglieder, Freundinnen und Unterstützer wurden willkommen geheißen und viele neue Kontakte geknüpft – ein spürbarer Schub für das gesamte OSBA-Netzwerk.
Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmenden, den Speaker:innen sowie dem gesamten OSBA-Team für eine inspirierende und erfolgreiche OSBA Connect 2025.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste OSBA Connect im kommenden Jahr!
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