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So gefährlich sind Deepfakes

Дата публикации: 10-06-2026 07:18:00

Deepfakes: KI-generierte Videos und Stimmen wirken täuschend echt. Die Technologie birgt erhebliche Risiken – und jeder kann zum Opfer werden.

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KI-generierte Bilder, Stimmen und Videos

So gefährlich sind Deepfakes

Deepfakes: Wie gefährlich sind die KI-erzeugten Bilder, Videos und Stimmen?

Foto: COMPUTER BILD

Deepfakes: KI-generierte Videos und Stimmen wirken täuschend echt. Die Technologie birgt erhebliche Risiken – und jeder kann zum Opfer werden.

Deepfakes sind täuschend echte Fälschungen von Stimmen, Bildern oder Videos. Sie können für Betrug, Desinformation oder persönliche Angriffe missbraucht werden – oft mit erheblichen Folgen für die Betroffenen. COMPUTER BILD erklärt die Risiken und zeigt, wie Sie sich schützen können.

Was genau sind Deepfakes?

"Deepfakes" bezeichnete ursprünglich Videos, die mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt worden sind und eine Person komplett imitieren. Sie wurden in Hollywood eingesetzt, um etwa gefährliche Szenen darzustellen. Seit dem KI-Boom sind Deepfake-PC-Tools im Internet frei erhältlich. Die legalen Angebote unterliegen starken Einschränkungen, aber es gibt auch illegale Angebote: im

Darknet

und in anderen zwielichtigen Bereichen. Mit solchen Tools lassen sich schon aus einem sehr kleinen Fundus an Bildern oder Filmaufnahmen KI-Videos erstellen, die sehr realistisch aussehen. Auch täuschend echte Bilder und Stimmen lassen sich mit KI-Werkzeugen schnell aus sehr wenig Ausgangsmaterial erzeugen. Für eine Stimme reicht zum Beispiel oft schon eine dreisekündige Audioaufnahme.

Welche Gefahren gibt es?

Deepfake-Tools richten nicht generell Schaden an. Beispielsweise können Sie damit ein Foto von sich und Ihrem Partner in ein kleines Video umwandeln, das zeigt, wie Sie sich küssen. Oder Sie generieren mit den Werkzeugen zum Spaß ein Video, das Sie als Superheld präsentiert. Leider gibt es aber auch eine ganze Reihe von Beispielen, die Werkzeuge gefährlich einzusetzen:

  • Falsche Promi-Werbung: Prominente werden für Produktreklame eingesetzt. Mit Deepfakes nutzen Betrüger sie dazu ohne ihr Einverständnis. Dann bewerben beispielsweise erfolgreiche Stars eine Investment-Plattform, auf der man aber gar keine Gewinne machen kann und alles investierte Geld schnell bei den Betrügern landet.
  • Fake News: Vor allem im Wahlkampf tauchen immer wieder Deepfake-Videos von Politikern auf, in denen diese etwa schockierende Statements abgeben. Die Hintermänner wollen die öffentliche Meinung und das Wahlergebnis beeinflussen. Vor allem im rechten Spektrum gibt es solche Videos auch außerhalb des Wahlkampfes, um allgemein Stimmung gegen die Regierung zu machen.
  • Fake-Influencer: Nicht alle Influencer im Internet sind echt. Es gibt immer wieder Profile mit vielen Videos, Bildern und mehr, die komplett von KIs erzeugt wurden. Auch diese Profile sollen Falschinformationen verbreiten und Stimmungen beeinflussen.
  • Deepfake-Pornos: Pornoplattformen im Internet sind voll von KI-generierten pornografischen Videos, die Promis zeigen. Ein bekanntes Beispiel ist Taylor Swift. Aber nicht nur Stars wie Swift fallen den Deepfake-Porno-Machern zum Opfer. Denn die Tools dafür sind einfach zu nutzen und nicht allzu schwer zu erhalten. Darum: Jeder Mensch kann in einem Deepfake-Porno landen!
  • Sextortion: Kriminelle nutzen gern KI-generierte Nacktfotos dafür, jemanden zu erpressen. Sie nehmen einfach Bilder von sozialen Netzwerken, erstellen damit einen Deepfake und drohen, das Ergebnis zu veröffentlichen, wenn nicht gezahlt wird.
  • Scams: Auch Betrüger nutzen Deepfakes immer häufiger. Die Kriminellen nutzen zum Beispiel geklonte KI-Stimmen, um damit Betrugsmaschen durchzuführen, in deren Rahmen sie Eltern anrufen. Mit der KI-generierten Stimme der Tochter erzählen sie etwa, dass diese einen Unfall gehabt hätte, jemand gestorben wäre und sie jetzt Kaution zahlen müsste, aber kein Geld hätte. So erschleichen sich die Betrüger teilweise mehr als 100.000 Euro von den Opfern.
  • Boss-Scams: Kriminelle geben außerdem mit Deepfakes gegenüber einem Unternehmen vor, der Firmenchef zu sein. Sie rufen per Videocall in der Finanzabteilung an, um Zahlungen zu veranlassen, die bei den Kriminellen landen.

Wie schützen Sie sich?

Der Schutz vor Deepfakes ist nicht einfach. Es gibt leider kein Tool und keinen Dienst dafür, das Erstellen von Deepfakes zu verhindern. Mittlerweile existieren Gesetze, die Deepfakes aus Ton- und Bildmaterial verbieten, wenn sie ohne Einwilligung der aufgenommenen Personen erzeugt wurden – aber daran halten sich nicht alle. Der beste Schutz besteht aus diesem Grund darin, so wenig Ausgangsmaterial wie möglich im Internet frei zugänglich bereitzustellen – das heißt Fotos, Videos und Audioaufzeichnungen. Zum Beispiel sollten User sozialer Netzwerke einstellen, dass eigene Inhalte nur von Kontakten zu sehen sind. Zudem sollten Sie in Ihrem engsten Kreis ein geheimes Kennwort ausmachen, mit dem Sie echte Notfälle bestätigen. Das kennen die Deepfake-Kriminellen nicht. Diese Schritte minimieren das Risiko, Opfer von Deepfakes zu werden. Und auch Antivirenprogramme wie der

Testsieger Norton 360 Advanced

können Sie schützen. Die Softwareprodukte erkennen Deepfake-Videos anhand von minimalen Bildfehlern oder von Verhalten, das typisch für Betrug ist.

Was können Betroffene tun?

Was Sie unternehmen können, wenn Sie Opfer eines Deepfakes geworden sind, hängt davon ab, welcher Art von Deepfake-Angriff Sie ausgesetzt sind:

  • Falsche Promi-Werbung: Haben Sie Geld auf einer Fake-Promi-beworbenen Plattform investiert oder sogar Ihr Konto oder Ihre Kreditkarte verknüpft, wenden Sie sich an Ihre Bank. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Sie Geld zurückholen können, aber die Bank kann Ihre Karte sperren oder künftige Abbuchungen blockieren.
  • Fake News und Fake-Influencer: Es besteht die Gefahr, dass sie falschen Informationen glauben und sich darum manipulieren lassen. Davor kann Sie Ihr Bauchgefühl schützen und dass Sie bei extremen oder sehr überraschenden News eine zweite, seriöse Quelle suchen. Wenn angeblich etwas sehr Heftiges passiert ist, aber keine seriöse Nachrichtenseite darüber berichtet, ist die Darstellung des jeweiligen Vorfalls wahrscheinlich erfunden.
  • Deepfake-Pornos und Sextortion: Wurden Sie Hauptdarsteller(in) in einem KI-Porno? Oder Sextortion-Opfer? Lassen Sie sich auf keinen Fall dazu hinreißen, Lösegeld zu bezahlen, um aus der Nummer rauszukommen! Die Kriminellen melden sich sonst immer wieder. Erstatten Sie stets Anzeige gegen die Verursacher – selbst wenn diese unbekannt sind. Wie Sie Deepfake-Nacktfotos (und auch echte) aus dem Netz entfernen, erklärt COMPUTER BILD in einem Ratgeber zu Nacktbildern im Internet.
  • Scams: Hier hilft es, wenn Sie sich gelegentlich über aktuelle Betrugsmaschen informieren. Dann fallen Sie auch nicht darauf rein, wenn die Kriminellen Deepfakes nutzen. Ist das trotzdem passiert, erstatten Sie ebenfalls Anzeige. Das Geld ist dann aber meist weg.
  • Boss-Scams: Bei Vorfällen im Berufsumfeld melden Sie diese sofort an entsprechende Stellen oder an Ihre Vorgesetzten. Für Firmenzahlungen im Auftrag des Chefs sollte es einen offiziellen Weg geben, bei dem sich der Boss eindeutig als solcher identifizieren kann. Etwa mit einem Kennwort. Nutzt er nicht das vorgesehene Verfahren, sichern Sie sich ab. Legen Sie auf und rufen Sie zurück, oder fragen Sie Vorgesetzte oder die IT-Abteilung, was zu tun ist. Wichtig ist, dass Sie nichts verschweigen, selbst wenn Sie einen Fehler gemacht haben sollten.

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