Eigentlich sollte eine KI mühelos sichere Passwörter erstellen. Doch viele Vorschläge folgen Mustern und sind dadurch überraschend vorhersehbar.
Achtung, lassen Sie KIs keine Passwörter erstellen! Die sehen zwar sicher aus, sind es aber nicht.
Foto: Boris SV/Getty Images
Eigentlich sollte eine KI mühelos sichere Passwörter erstellen. Doch viele Vorschläge folgen Mustern und sind dadurch überraschend vorhersehbar.
Sichere Passwörter sollten lang sein, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen enthalten und keinem erkennbaren Muster folgen. Eigentlich klingt das nach einer idealen Aufgabe für KI. Doch genau hier liegt das Problem: Chatbots erzeugen oft Passwörter, die zwar sicher wirken, aber bestimmten Mustern folgen. Dadurch lassen sie sich leichter vorhersagen – und im schlimmsten Fall von Hackern innerhalb weniger Sekunden knacken.
Was ist "zR8!mFx2$QD1t#Vp"? Es ist ein von ChatGPT erzeugtes Passwort. Mit bloßem Auge sieht es sicher aus. Doch das ist ein Irrtum. Wie
The Registerberichtet, haben KIs eklatante Probleme mit echtem Zufall und sind daher sehr vorhersehbar. Das von der KI erzeugte Passwort enthält zwar Sonderzeichen, allerdings kann vorhergesagt werden, an welchen Stellen die auftauchen. Zudem gibt es ganze Zeichenketten, die von KIs ständig genutzt werden und immer wieder in angeblich zufällig generierten Passwörtern auftauchen.
Der Grund ist die Art und Weise, wie KIs arbeiten: Die künstlichen Intelligenzen sind darauf trainiert, Muster in der menschlichen Sprache und Themen zu erkennen und sie anzuwenden. Das ist das genaue Gegenteil dessen, was sichere Passwörter brauchen. Die KIs sagen zwar, sie hätten ein zufallsgeneriertes Passwort erzeugt, das stimmt aber nicht. Dem oben genannten Bericht zufolge erzeugte beispielsweise die KI Claude Opus 4.6 bei 50 Versuchen nur 30 einzigartige Kennwörter, eine Zeichenkette wiederholte sich 18-mal. Bei Gemini und ChatGPT starteten viele Kennwörter mit den gleichen Buchstaben und nutzten oft nur eine kleine Anzahl an Buchstaben und Zeichen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Hacker einfach ein paar Wortlisten mit den Lieblingspasswörtern der KIs erstellen oder Zufallsgeneratoren mit stark eingeschränkten Komplexitäten nutzen müssen, um KI-erzeugte Passwörter zu knacken. Das dauert dann nur Sekunden bis Stunden – statt Jahren. Damit Ihre Passwörter sicher sind, sollten Sie daher auf
Passwort-Generatorenzurückgreifen oder am besten gleich einen
Passwort-Managernutzen. Die erzeugen wirklich zufällige Kennwörter, die sicher sind.
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