Wer über WhatsApp Dateien erhält, sollte derzeit besonders aufmerksam sein. Hinter scheinbar normalen Anhängen kann gefährliche Malware stecken.
Unerwartete Anhänge in WhatsApp sollten Nutzerinnen und Nutzer besonders sorgfältig prüfen.
Foto: IMEN BEN YOUSSEF/GettyImages, Prasert Krainukul/GettyImages
Wer über WhatsApp Dateien erhält, sollte derzeit besonders aufmerksam sein. Hinter scheinbar normalen Anhängen kann gefährliche Malware stecken.
Wenn Sie in diesen Tagen eine Datei über WhatsApp erhalten, sollten Sie lieber zweimal hinsehen, bevor Sie sie öffnen. Sicherheitsexperten warnen vor einer laufenden Angriffswelle, bei der Kriminelle schädliche Anhänge über bereits kompromittierte WhatsApp-Konten verschicken. Das Besondere dabei: Die Nachrichten stammen von echten Kontakten. Dadurch wirken sie vertrauenswürdig und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Empfängerinnen und Empfänger die Dateien öffnen.
Die Täter nutzen Dateinamen, die an alltägliche Geschäftsunterlagen erinnern. Dazu zählen etwa Rechnungen, Kontoauszüge, Zahlungsbelege oder Mahnungen. Zudem tauchen die Dateien in verschiedenen Sprachen auf, darunter Deutsch, Englisch, Französisch und Portugiesisch. Das spricht für eine breit angelegte Kampagne, die auch Nutzerinnen und Nutzer in Europa erreichen kann. Bei den Anhängen handelt es sich häufig um Skriptdateien. Hinter der vermeintlich harmlosen Datei kann sich jedoch Schadcode verbergen, der direkt nach dem Öffnen ausgeführt wird.
Wie das "Global Research and Analysis Team" (GReAT) der Sicherheitsfirma
Kasperskyberichtet, kann durch das Öffnen eines schädlichen Anhangs
Malwareauf das betroffene Gerät gelangen. Diese lädt weitere Komponenten aus dem Internet nach und installiert schließlich eine Fernwartungssoftware auf dem System. Solche Programme werden normalerweise für IT-Support oder die Verwaltung von Computern eingesetzt. Kriminelle können sie jedoch missbrauchen, um dauerhaft Zugriff auf ein System zu erhalten. Dadurch könnten sie beispielsweise auf Banking-Tools oder private Dokumente zugreifen.
Die Masche funktioniert vor allem deshalb, weil die Nachrichten von bekannten Kontakten stammen. Viele Menschen rechnen nicht damit, von Freundinnen oder Freunden, Kolleginnen oder Kollegen oder Familienmitgliedern schädliche Dateien zu erhalten. Laut Kaspersky richtet sich die aktuelle Angriffsmethode vor allem gegen Windows-Nutzerinnen und -Nutzer, da die Schadsoftware über ein Windows-Skript gestartet wird. Grundsätzlich können aber auch andere Betriebssysteme auf PCs und Smartphones betroffen sein.
Kaspersky rät aktuell zu besonderer Vorsicht bei Dateianhängen in
WhatsApp. Unerwartete Dateien sollten nicht ungeprüft geöffnet werden – selbst dann nicht, wenn sie von einer bekannten Person stammen. Besonders aufmerksam sollten Nutzerinnen und Nutzer bei folgenden Dateiendungen sein: .vbs, .js, .scr und .bat. Wer Zweifel an der Echtheit einer Datei hat, sollte den Absender über einen anderen Kommunikationsweg kontaktieren. So lässt sich schnell überprüfen, ob die Nachricht tatsächlich von der Person verschickt wurde oder ob Kriminelle Zugriff auf das Konto erlangt haben.
Zusätzlich empfiehlt Kaspersky,
Windowsund installierte Sicherheitssoftware regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Sicherheits-Updates können bekannte Schwachstellen schließen und dazu beitragen, die Auswirkungen erfolgreicher Angriffe zu begrenzen.
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