Die jüngste Hitzewelle hat im Saarland auch die Temperaturen in Gewässern stark ansteigen lassen. Im Saaraltarm bei Saarlouis vermehren sich dadurch wieder zunehmend Wasserlinsen. Was viele optisch stört, hat laut der Stadt aber auch aktuell einen überraschenden Vorteil.
Saarlouis · Die jüngste Hitzewelle hat im Saarland auch die Temperaturen in Gewässern stark ansteigen lassen. Im Saaraltarm bei Saarlouis vermehren sich dadurch wieder zunehmend Wasserlinsen. Was viele optisch stört, hat laut der Stadt aber auch aktuell einen überraschenden Vorteil.
Zeitgleich zu den wieder steigenden Temperaturen hat auch die Zahl der Wasserlinsen im Saaraltarm bei Saarlouis wieder zugenommen. Die Stadt hat schon seit Jahren mit der Wasserpflanze zu kämpfen.
Foto: Tom PetersonDie jüngste Hitzewelle im Saarland ist erst wenige Tage her, da kündigen Meteorologen schon die nächste an. Mehr als 35 Grad Celsius soll das Thermometer hierzulande in den kommenden Tagen wieder zeigen. Dabei belasten solche Temperaturen nicht nur Menschen in Dachgeschosswohnungen. Auch die Gewässer und Flüsse in der Region haben sich als Folge der hohen Temperaturen deutlich aufgeheizt.
So herrschten Ende Juni in der Saar bei Lisdorf zeitweise Temperaturen von mehr als 30 Grad, wie aus Messdaten der Arbeitsgruppe Gewässermonitoring der Universität des Saarlandes hervorgeht. Die Werte lagen damit auch deutlich über der Temperatur-Marke von 25 Grad, die laut dem saarländischen Umweltministerium noch als Grenzwert für einen guten ökologischen Zustand gilt. Erhitzt sich das Wasser darüber, wird es für viele Fische und andere im Wasser lebende Organismen gefährlich, denn warmes Wasser speichert deutlich weniger Sauerstoff als kälteres. In Saarlouis richten sich die Blicke in den jüngsten Tagen daher auch immer wieder auf den dortigen Saaraltarm.
Gut ein Drittel des Saaraltarms bei Saarlouis wird derzeit von Wasserlinsen bedeckt. Betroffen ist insbesonders der Bereich zwischen Vaubaninsel und dem Max-Planck-Gymnasium.
Foto: Ruppenthal
Parallel zu den steigenden Temperaturen hat sich dort die Zahl der vielen als „Entengrütze“ bekannten Wasserlinsen stark erhöht. Aktuell bedecken diese rund ein Drittel des Saaraltarms. Vor allem im Bereich der Vauban-Insel bis zum Max-Planck-Gymnasium erinnert das Gewässer eher an eine grüne Wiese.
Laut der Stadt Saarlouis bestehe bisher dennoch kein Grund zur Besorgnis. So habe die Zahl der Wasserlinsen als Folge der jüngsten Hitzewelle zwar etwas zugenommen, wie der Beigeordnete der Stadt, Gerald Purucker, im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Im Vergleich zum vorherigen Jahr sei das Ausmaß jedoch deutlich geringer. Auch die Wasserqualität im Saaraltarm befinde sich demnach noch in einem normalen Bereich.
Für Purucker ein Beweis, dass sich die bisherigen Anstrengungen seitens der Stadt bezahlt machen. „Unsere bisher durchgeführten Maßnahmen haben gewirkt“, sagt Purucker. So hatte die Stadtverwaltung neben der gezielten Schaffung von Strömung und der Entnahme von Wasserlinsen durch einen Schaufelbagger in den vergangenen Jahren auch auf den Einsatz von mobilen Ölsperren gesetzt, mit denen die typischerweise auf der Wasseroberfläche schwimmenden Wasserlinsen an ihrer Ausbreitung gehindert werden sollten. Momentan sind die Sperren zwar nicht im Einsatz, bei Bedarf könnten diese laut Purucker jedoch ebenfalls wieder eingesetzt werden.
Die Gefahr eines drohenden Fischsterbens wegen der kommenden Hitzewelle sei laut Saarlouis‘ Beigeordnetem derweil gering. Zurzeit würden sogar zahlreiche Jungfische im Saaraltarm beobachtet werden. Und die Wasserlinsen würden sich in diesem Zusammenhang sogar als Vorteil entpuppen, wie Purucker schildert. Denn da diese die Wasseroberfläche bedecken, werde so das darunter liegende Wasser beschattet und weniger stark durch die Sonne erhitzt. Gleichzeitig warnt Purucker davor, die Situation deswegen jetzt auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wir müssen weiterhin wachsam bleiben“, sagt der Beigeordnete. Die Verantwortlichen hätten den Saaraltarm daher aktuell auch „täglich unter Beobachtung“.
Dass die hohen Temperaturen insbesondere in den älteren Seitenarmen der Saar für Probleme sorgen können, hat sich derweil bereits vor einigen Wochen in der Nähe von Merzig gezeigt. Ende Mai waren hier zahlreiche Feuerwehr-Leute im Einsatz, nachdem wegen hoher Temperaturen der Sauerstoffgehalt in dem stehenden Gewässer auf ein gefährliches Level gesunken war und ein akutes Fischsterben gedroht hatte. Durch den Einsatz von mehreren Wasserpumpen konnte jedoch zusätzlicher Sauerstoff in den Altarm gebracht und ein Massensterben der dortigen Fische verhindert werden. Aktuell wird zudem die Saar selbst aktiv mit Sauerstoff angereichert, da es in Folge der Hitzewelle auch hier zu einem gefährlichen Absinken der Sauerstoffwerte kam. (leis)
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