Während andere Gemeinden ihre Freibäder schließen, setzt Saarwellingen seit 60 Jahren auf sein kommunales Schwimmbad. Zum runden Geburtstag gab es eine große Party mit freiem Eintritt.
Saarwellingen · Während andere Gemeinden ihre Freibäder schließen, setzt Saarwellingen seit 60 Jahren auf sein kommunales Schwimmbad. Zum runden Geburtstag gab es eine große Party mit freiem Eintritt.
Das Schwimmbad-Team in Saarwellingen: Bürgermeister Horst Brünnet, Schwimmmeisterin Nadine Günther, Mike Krewer und im Hintergrund Betriebsleiter Roland Lindner.
Foto: Barbara Kutsch„Morgens um zehn geht’s ins Schwimmbad, und dann lassen wir es uns gutgehen“, strahlt Nachbarin Anita Theobald. Sie gehört immer zu den Ersten, die unter der Woche mit ihrer Familie einen Platz unter den alten Bäumen im Saarwellinger Freibad beziehen. „Und jetzt gibt’s einen Cocktail“, sagt sie lachend.
Für einen Tag hat sich das Saarwellinger Freibad eher in einen südlichen Club mit freiem Eintritt, Lounge-Musik und kühlen Getränken verwandelt, statt wie sonst Pommes und Eis anzubieten.
Seit 60 Jahren schon ist das Schwimmbad im Sommer eigentlich ein eigener Ortsteil, berichtet Bürgermeister Horst Brünnet und fasst in seiner Begrüßung zusammen: „Denn seien wir ehrlich: Wer in Saarwellingen und Umgebung aufgewachsen ist, hat wahrscheinlich mehr Zeit hier im Freibad verbracht als irgendwo sonst in den Sommerferien. Hier wurde Schwimmen gelernt, um die Wette getaucht, von den Sprungtürmen Mut bewiesen, auf der Liegewiese entspannt und natürlich die obligatorische Portion Pommes genossen.“
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Der älteste Mitarbeiter im städtischen Freibad ist Mike Krewer, der seit 33 Jahren als Schwimmmeistergehilfe immer in der Saison zusammen mit Betriebsleiter Roland Lindner den Überblick behält. „Das Freibad bedeutete früher immer die große Freiheit. Wenn man den Freischwimmer hatte, durfte man allein dorthin und seine Freunde treffen.“
Das habe sich heute geändert, die Eltern seien bei den jungen Leuten oft mit dabei. In seinem Job hat er aber auch die weniger schönen Seiten einer Freizeiteinrichtung kennengelernt. Rund acht Menschen musste er auf die eine oder andere Art retten. Mal hatte sich ein Turmspringer schwer verletzt, mal ein älterer Herr die kühlen Fluten unterschätzt. Und bei der aktuellen Hitzewelle hat er beobachtet, dass „die Zündschnur der Besucher bei 40 Grad ganz schön kurz sein kann“.
60 Jahre Freibad bedeuten auch, dass sich die Verantwortlichen der Gemeinde immer Gedanken darüber gemacht haben, wie man mit der Zeit geht und den Wünschen der Schwimmerinnen und Schwimmer entgegenkommt. Seit 1989 gibt es eine 60 Meter lange Wasserrutsche, die zu ihrer Zeit eine Sensation war. Erst kürzlich wurde sie erneuert und fit für die Zukunft gemacht.
Der große Umbau vom Sport- zum Freizeitbad kam vor 20 Jahren. Die Energieversorgung läuft seitdem über eine Solaranlage, und das Saarwellinger Freibad gehört heute zu den beliebtesten Bädern im Saarland, sagt das Ranking eines Tourismusanbieters.
Für den Schwimmbad-Geburtstag engagieren sich 20 städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zum Beispiel beim Einlass. Heike Paulus-Zerfaß ist die Leiterin der Liegenschaften in Saarwellingen und freut sich, den Bürgerinnen und Bürgern an diesem Tag etwas zurückgeben zu können. „Das ist einfach total schön“, sagt sie nach einer kurzen Erfrischungspause im Wasser. Während andere Kommunen längst ihre Bäder schließen, setzt Saarwellingen auf sein Bad. „Wir wollen uns unser Schwimmbad auch in Zukunft leisten, das ist wichtig für unsere Gemeinschaft“, betont Bürgermeister Horst Brünnet. (kig/sil)