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Trotz Trump und Fifa: Der Fußball wird auch diesen Härtetest überleben

Дата публикации: 07-06-2026 13:17:19

Auch diese WM wird unter politisch widrigen Bedingungen stattfinden. Es wäre nicht das erste Mal. Doch der Fußball wird das überstehen. Weil es um mehr geht als die Austragungsorte.

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Ein Blick in die internationale Presse genügt, um sich die Vorfreude auf die kommende WM komplett zu vermiesen. Von einer „Maga“-WM ist da die Rede, frei nach Donald Trumps Wahlspruch „Make America Great Again“.

Ein „Klima der Angst“ wird beschrieben. Diskussionen über einen WM-Boykott wurden geführt. Über die Sicherheit der Fans und zu hohe Ticketpreise diskutiert.

Kurzum: Wieder einmal scheint die Welt vor einem Männerfußballturnier zu stehen, das von schwierigen politischen Rahmenbedingungen und der Geldgier der Fifa überschattet wird.

Und es stimmt ja. Die am Donnerstag startende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada steht unter keinem guten Stern. Da ist zum einen Trump. Natürlich steht zu befürchten, dass er das Turnier zu einer „Maga“-Show machen wird, um seine eigene politische Agenda zu befeuern – und sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Hinzu kommt sein harter Kurs gegen Migration. Gerade hat der US-Senat eine 70 Milliarden Dollar schwere Finanzierung für die umstrittene Einwanderungsbehörde ICE genehmigt. Deren Beamte gehen seit Monaten rücksichtslos gegen Migranten im Land vor. Wie frei werden sich die Fans aus zig Ländern in einem Staat bewegen können, der vor allem darum bemüht scheint, sich abzuschotten?

Kritik an überteuerten Tickets

Und dann ist da die Fifa, die wiederum – so weit, so bekannt – vorwiegend an Profit interessiert zu sein scheint. Die Kritik an den überteuerten Tickets für das Mega-Turnier mit 48 Mannschaften und 104 Spielen war und ist zu Recht groß. Mehrere Spiele plus Reisen und Kosten vor Ort werden so manchen Anreisenden viele Tausend Euro kosten. Was ist das für ein Fußballfest, bei dem sich die Fans die Karten nicht leisten können? Und nur aufgrund der großen öffentlichen Empörung lässt die Fifa nun zu, dass sie bei der zum Teil erwarteten sengenden Hitze bei den Spielen leere Plastikflaschen mit in die Stadien nehmen können, um sich diese mit Wasser aufzufüllen.

Bedenken gibt es auch beim Austragungsort Mexiko, vor allem mit Blick auf die Sicherheit. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in mehrere Bundesstaaten. Man sorgt sich um Kartellgewalt in bestimmten Regionen und Kriminalität gegen Fans. Mexiko bietet deshalb einen gigantischen Sicherheitsapparat auf.

Mehrere Turniere mit schwierigen Gastgeberländern

Die WM auf dem amerikanischen Kontinent passt so in die Reihe der Turniere, die in schwierigen Gastgeberländern ausgetragen wurden. 1978 fand die WM in Argentinien statt, das zu diesem Zeitpunkt seit zwei Jahren von einer Militärdiktatur regiert wurde.

2018 war Russland der Austragungsort. Damals war man zwar noch mehrere Jahre vom Angriffskrieg auf die Ukraine entfernt. Doch vier Jahre zuvor hatte Moskau die Krim annektiert – und die Menschenrechtslage im Land war auch damals bereits kritisch.

Ähnlich wie 2022 beim Turnier in Katar. Kaum ein Artikel, kaum eine Dokumentation im Vorfeld des Turniers kam ohne den Verweis auf die dramatisch schlechte Lage etwa für Homosexuelle und Frauen im Land aus. Auch die brutalen Umstände, unter denen die Herrscher des Emirats ihre Stadien von Gastarbeitern bauen ließen, waren mehrfach Thema.

Nun also die USA. Wieder einmal ein hochproblematischer Gastgeber, wieder einmal eine Kommerzshow für die Fifa. Wird der Fußball so zwangsläufig über kurz oder lang zerstört? Schlagen Geldgier und politische Instrumentalisierung die Freude am Spiel? Oder kann der Sport diese Spannungen aushalten?

Die Austragungsorte und die jeweiligen Regierungen mögen schwierig sein, der Fifa-Chef sich bei autokratischen Herrschern anbiedern. Doch sie sind lediglich die Bühne für ein Turnier, das für Völkerverständigung und -begegnung steht.

Tilman Schröter

Gegen übergroßen Pessimismus spricht: Die Turniere existieren außerhalb der jeweiligen Gastgeberländer als globales System. Die Austragungsorte und die jeweiligen Regierungen mögen schwierig sein, der Fifa-Chef sich bei autokratischen Herrschern anbiedern. Doch sie sind lediglich die Bühne für ein Turnier, das für Völkerverständigung und -begegnung steht. In dem sich Länder sportlich miteinander messen. Dieser Kern bleibt dem Sport erhalten.

Und dann sind da noch die, die den Fußball tragen, ihn erst zu einem globalen Phänomen machen: die Fans. Sie haben unter fragwürdigen Austragungsorten und einem immer korrupter agierenden Weltverband zu leiden.

Viele kaufen trotzdem teure Tickets und Trikots, nehmen die Strapazen der Reisen auf sich. Sie sind es, die gemeinsam auf den Straßen feiern. Sie sind es, die regelmäßig anprangern, dass die Fifa den Sport zerstört. Und sie lassen sich auch hierzulande die Vorfreude nicht nehmen. Rund neun Millionen Zuschauer verfolgten das Testspiel der DFB-Elf gegen die USA am Samstag.

Die WM in den USA als neuer Härtetest für den Fußball. Auch diesen wird er überleben. Denn er hat eine Anziehung, der selbst Trump und die Fifa nichts anhaben können. Es ist die Freude am Spiel.

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