Fachliche Qualifikationen allein reichen vielen Arbeitgebern nicht mehr aus. Top-Führungskräfte erklären, welche Fähigkeiten sie bei Berufseinsteigern heute suchen.
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Im KI-Zeitalter achten Unternehmen bei Berufseinsteigern zunehmend auf Soft Skills statt nur auf Fachwissen.
Führungskräfte von BCG, EY, PepsiCo und Cognizant nennen Neugier, Urteilsvermögen und Anpassungsfähigkeit als wichtigste Eigenschaften.
Eine Studie zeigt: Interdisziplinäre Fähigkeiten gewinnen bei der Personalauswahl an Bedeutung.
Arbeitgeber überdenken im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz, worauf sie bei neuen Mitarbeitern achten. Während fachliche Qualifikationen lange Zeit oberste Priorität hatten, legen viele Unternehmen inzwischen größeren Wert auf Soft Skills und andere persönliche Eigenschaften.
Eine im Juni veröffentlichte Studie von Cognizant und Pearson, die auf einer Umfrage unter 750 Personalverantwortlichen basiert, zeigt: 69 Prozent der Befragten halten breit aufgestellte, interdisziplinäre Erfahrungen bei Berufseinsteigern für wichtiger als spezialisierte Fähigkeiten oder besonders fokussierte Studienabschlüsse.
Fast alle Teilnehmer gaben außerdem an, dass Soft Skills heute wichtiger sind denn je. Dahinter steht der Bedarf an Anpassungsfähigkeit, Problemlösungskompetenz und menschlichem Urteilsvermögen. BUSINESS INSIDER (BI) hat mit vier Führungskräften darüber gesprochen, welche Eigenschaft sie heute bei Berufseinsteigern am wichtigsten finden.
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Da sich tägliche Arbeitsaufgaben ständig verändern, sei es heute weniger wichtig, mit einem „kompletten Erfahrungspaket“ ins Unternehmen zu kommen. Entscheidend sei vielmehr die Fähigkeit, schnell zu lernen, sagte Anne Tse, CEO für den Asien-Pazifik-Raum bei PepsiCo, im Gespräch mit BI. Deshalb lege das Unternehmen bei allen Bewerbern, besonders aber bei Berufseinsteigern, großen Wert auf Neugier.
„Entscheidend sind die Veranlagung, die Geschwindigkeit und die Fähigkeit zu lernen“, sagte Tse, die das Geschäft von PepsiCo in Asien-Pazifik, Australien, Neuseeland und China verantwortet.
Im KI-Zeitalter müssten Beschäftigte flexibel bleiben, weil sich Technologien ebenso schnell weiterentwickelten wie die Anforderungen der Verbraucher. „Neugierige Menschen wollen lernen. Und sie sind auch bereit, bisher Gelerntes wieder zu verlernen“, sagte die Managerin.
Brian Myerholtz, globaler Leiter der Personalgewinnung bei Boston Consulting Group (BCG), sagte BI, dass die wichtigste Eigenschaft für das Unternehmen weiterhin „starkes Urteilsvermögen und Problemlösungskompetenz“ sei. KI habe jedoch die Anforderungen daran erhöht.
„Es reicht heute nicht mehr aus, möglichst schnell zu einer Antwort zu kommen“, schrieb Myerholtz BI per E-Mail. „Die besten Talente nutzen KI, um mehr Möglichkeiten zu erkunden, Ideen auf den Prüfstand zu stellen und anschließend menschliches Urteilsvermögen einzusetzen.“
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Seine Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem BCG im Bewerbungsprozess zunehmend auf Auswahltests setzt – etwa Online-Fallstudien, Verhaltensanalysen oder Persönlichkeitstests –, um die Zahl der Kandidaten einzugrenzen. „KI kann den Prozess beschleunigen, aber den eigentlichen Mehrwert schaffen weiterhin Menschen“, sagte Myerholtz.
Francesca Jones, Leiterin des Bereichs Berufseinsteiger bei EY USA, sagte, früher hätten vor allem gute Noten im Mittelpunkt gestanden. Heute sei das anders. Stattdessen suche das Unternehmen vor allem nach anpassungsfähigen Menschen.
„Vieles, womit wir uns derzeit beschäftigen, ist von Unsicherheit geprägt. Deshalb brauchen wir Menschen, die damit umgehen können“, sagte Jones.
Früher hätten Bewerber häufig erklären sollen, wie aus einer Schwäche letztlich eine Stärke geworden sei. Heute gehe es vielmehr darum, wie sie täglich aktiv an ihren Schwächen arbeiten.
Auch Kathy Diaz, Personalchefin von Cognizant, sagte, dass das Unternehmen bei Berufseinsteigern besonders auf Anpassungsfähigkeit achte. Dazu gehörten viele Fähigkeiten – etwa Lernbereitschaft und kritisches Denken.
„Die Dinge verändern sich“, sagte Diaz. „Deshalb muss man anpassungsfähig sein.“
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