Für ein belgisches Ehepaar mit fünf Kindern bedeutet der Schulbeginn im September jedes Jahr eine besondere finanzielle Belastung. Aber auch sonst müssen sie für ihre Kinder tief in die Tasche greifen.
Für ein belgisches Ehepaar mit fünf Kindern bedeutet der Schulbeginn im September jedes Jahr eine besondere finanzielle Belastung. Aber auch sonst müssen sie für ihre Kinder tief in die Tasche greifen.
Für das Ehepaar Ineke Van Camp (39) und Kristof Bruyndonckx (42) aus Schelle in Belgien bedeutet der Schulbeginn im September jedes Jahr eine besondere finanzielle Belastung. Insgesamt fallen zu Schuljahresbeginn rund 5948 Euro für Schule und Hobbys an – Kleidung und Schuhe noch nicht eingerechnet.
Ineke und Kristof verdienen zusammen etwa 7000 Euro netto pro Monat. „Wir wissen, dass wir ein gutes Einkommen haben und dass viele Eltern mit viel weniger auskommen müssen“, erklärte Ineke gegenüber der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“. „Dennoch schätze ich, dass 60 bis 70 Prozent unseres Einkommens an die Kinder gehen.“ Durch regelmäßiges Sparen versucht Ineke, die besonders teure Septemberzeit abzufedern.
Der 16-jährige Ayden, der Acrogym auf Spitzensportniveau betreibt und unter der Woche in einem Sportinternat lebt, ist am kostspieligsten. Allein die Einschreibung, die Schule und das Internat kosten mehrere Tausend Euro. Zusammen mit den Ausgaben für das Training und die Fahrten zu Wettkämpfen beliefen sich seine Kosten im vergangenen Jahr auf etwa 9000 Euro. Auch die übrigen vier Kinder verursachen hohe Kosten für ihre Ausbildungen sowie ihre Hobbys Fußball, Tanz und Acrogym. Zusätzlich fallen monatlich rund 305 Euro für Mobilfunk, Internet und Fernsehen an.
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Für die kommenden Jahre erwartet die Familie weitere Belastungen, da ein Wechsel auf die weiterführende Schule zusätzliche Ausgaben für Laptops und Schulbücher mit sich bringt und später möglicherweise noch Kosten für ein Internat oder eine Studienwohnung dazukommen. „Wenn wir die Ausgaben für die fünf Kinder zusammenrechnen, hätten wir ohne Zweifel eine Million teure Villa bauen können“, so Ineke gegenüber HLN.
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Kinder sind nicht nur in Belgien teuer, in Deutschland kostet ein Einzelkind die Eltern im Durchschnitt rund 763 Euro pro Monat beziehungsweise bis zum 18. Lebensjahr etwa 160.000 bis 200.000 Euro. Gleichzeitig kann das Familieneinkommen sinken, wenn ein Elternteil wegen der Betreuung weniger arbeitet. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und sinkender Geburtenzahlen spielen finanzielle Sorgen daher eine wichtige Rolle bei der Entscheidung gegen Kinder: In einer Befragung nannten 66 Prozent der Teilnehmer die hohen Kosten als Grund.
Kinder machen jedoch nicht automatisch arm. Besonders gefährdet sind Alleinerziehende und Familien mit drei oder mehr Kindern, da ihnen häufig ein zweites Einkommen fehlt und hohe Wohn- sowie Betreuungskosten anfallen. Entscheidend ist vor allem, wie viele Erwachsene arbeiten können, wie hoch das Einkommen und die Miete sind und welche staatlichen Leistungen bezogen werden.