Ein belgischer Sternekoch schlägt Alarm. Obwohl die Auslastung gut ist, wird es für Restaurants immer schwieriger, wirtschaftlich zu arbeiten.
Ein belgischer Sternekoch schlägt Alarm. Obwohl die Auslastung gut ist, wird es für Restaurants immer schwieriger, wirtschaftlich zu arbeiten.
Christophe Hardiquest beschreibt die Lage in der gehobenen Gastronomie als zunehmend angespannt. Der belgische Sternekoch sieht Restaurants durch steigende Lohnkosten, höhere Abgaben sowie teurere Energie und Lebensmittel unter Druck gesetzt. Wie die belgische Nachrichtenseite „Sudinfo“ berichtet, treffe das selbst etablierte Häuser.
Nach dem Ende seines früheren Zwei-Sterne-Restaurants „Bon-Bon“ eröffnete Hardiquest 2023 mit „Menssa“ in Woluwe-Saint-Pierre ein neues Restaurant. Das Konzept sollte offener sein und zugleich mit weniger Personal auskommen. „Heute ist das nicht mehr möglich. Es ist katastrophal geworden, zu viel Personal zu haben.“ Laut „Sudinfo“ sank die Zahl der Vollzeitkräfte von 26 auf sieben.
Gegen die Vorstellung, hohe Menüpreise führten automatisch zu hohen Gewinnen, wehrt sich Hardiquest deutlich. „Stellen Sie sich vor, ich kann nicht einmal in meinem eigenen Restaurant essen gehen. Ich kann es mir nicht leisten.“ Und weiter: „Wir arbeiten gut, aber es gelingt uns nicht mehr, Wohlstand zu schaffen.“
Als Ursachen nennt Hardiquest die Lohnindexierung, höhere Arbeitgeberabgaben, steigende Produktpreise und deutlich teureren Strom. Auch das Verhalten der Kundschaft habe sich verändert. „Die Unternehmen gehen nicht mehr so oft in Sternerestaurants. Sie weichen auf Brasserien aus“, sagt er.
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Seine Forderung richtet sich an die Politik. „Wacht auf, denkt an die Unternehmer“, sagt Hardiquest. Direkte Staatshilfen verlangt er nicht, wohl aber andere Rahmenbedingungen. „Solange ihr die Sozialabgaben und die Arbeitskosten nicht senkt, werden die Unternehmer keine Lust mehr haben, in diesem Land zu investieren.“ Wie sehr ihn die Lage belastet, zeigt sein letzter Satz: „Seit dreieinhalb Jahren schlafe ich nicht.“
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Hardiquests Kritik steht nicht allein. In Belgien lag die Inflation im September 2026 nach Angaben von Statbel bei 4,69 Prozent. Für „Restaurants und Beherbergungsdienstleistungen“ meldete die Statistikbehörde im selben Monat eine Teuerungsrate von 5,06 Prozent. Zu den Preistreibern zählten unter anderem auch Erdgas und Strom.
Auch in Deutschland verweist die Branche auf anhaltenden wirtschaftlichen Druck. Im Dehoga-Zahlenspiegel für das vierte Quartal 2025 heißt es, das Gastgewerbe habe 2025 real das sechste Jahr in Folge Umsatzverluste verzeichnet. Der reale Umsatz lag demnach noch 14,8 Prozent unter dem Niveau von 2019. Zugleich seien die Kosten für Waren, Personal und Energie seit 2022 teilweise um bis zu 40 Prozent gestiegen.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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