Der Berlin-Marathon zeigt, wie viel Begeisterung in dieser Stadt steckt. Diese Energie sollte bleiben und die Stadt ermutigen, sich wieder mehr zuzutrauen.
Wenn der Marathon in Berlin stattfindet, ist da diese ganz besondere Energie. Zunächst sieht man natürlich die Menschen in Sportsachen, die sich am Morgen irgendwo zwischen Anspannung und Vorfreude befinden und am Sonntagabend platt, aber glücklich mit der U-Bahn nach Hause fahren. Vor allem aber – und sie sind in der Mehrheit – sieht man die vielen begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauer am Streckenrand.
Auch in diesem Jahr bastelten viele von ihnen kreative Schilder, schminkten sich Glitzer ins Gesicht und feuerten Läuferinnen und Läufer verschiedenster Nationalitäten an.
Denn der Marathon ist vor allem ein internationales Highlight. Für die Spitzenläufer, die anreisen, um Rekorde zu knacken, aber auch für die Breitensportler, die die besondere Atmosphäre der Stadt aufsaugen und die 42 Kilometer als Sightseeing-Tour erleben wollen. Viele von ihnen betonen immer wieder, wie sehr ihnen Berlin in diesen Tagen ans Herz wächst, auch an diesem Wochenende.
Berlin kann eben Sport und Berlin kann sportliche Großereignisse. Nach der gescheiterten Olympia-Bewerbung mag ein anderer Eindruck entstanden sein. München hat am Sonnabend den Zuschlag bekommen – zu Recht. Doch auch Berlin hat an diesem Sonntag einmal mehr gezeigt, welche Kraft in dieser Stadt schlummert.
Das Potenzial von Berlin sieht man anderswo übrigens durchaus. Ein Münchener Marathonläufer sagte am Sonntag: „Klar kann Berlin das. Aber da hättet ihr euch mehr anstrengen müssen. Ihr habt ja selbst zurückgezogen.“
Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Herkunft kamen am Wochenende bei bestem Wetter zusammen, um die Sportlerinnen und Sportler anzufeuern und zu feiern. Am Samstag beim Mini-Marathon und bei den Skatern, am Sonntag dann bei den Handbikern sowie den Läuferinnen und Läufern.
Den Spirit und die Begeisterung, die ein solches Ereignis entfachen kann, sollten wir noch ein Stück weit mitnehmen. Ebenso wie die Erkenntnis, dass die Berlinerinnen und Berliner sich durchaus für sportliche Großereignisse begeistern lassen, auch wenn dafür Straßen gesperrt werden und nicht alles läuft wie gewohnt.
Man muss diese Begeisterung nur aus ihnen herauskitzeln, doch dafür braucht es Mut. Ein bisschen mehr Mut täte dieser Sportstadt gut, dann gäbe es vielleicht noch häufiger diese ganz besondere Energie.
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