Hitzewellen und Dürre haben den diesjährigen Sommer im Saarland bestimmt. In Schmelz wollen SPD, Grüne und Linke hierfür im Gemeinderat jetzt ein umfangreiches Maßnahmenpaket einbringen – wobei ein Punkt wohl besonders für Diskussionen sorgen könnte.
Schmelz · Hitzewellen und Dürre haben den diesjährigen Sommer im Saarland bestimmt. In Schmelz wollen SPD, Grüne und Linke hierfür im Gemeinderat jetzt ein umfangreiches Maßnahmenpaket einbringen – wobei ein Punkt wohl besonders für Diskussionen sorgen könnte.
06.09.2026 , 21:31 Uhr
Vor wenigen Wochen keine Seltenheit: Diesen Sommer zeigte das Thermometer bei vielen Menschen im Saarland häufig Temperaturen von um die 40 Grad Celsius. In Schmelz wollen SPD, Grüne und Linke die Gemeinde nun mit einem großen Maßnahmenpaket für künftige Hitzewellen wappnen.
Foto: dpa/Frank RumpenhorstNicht wenigen Menschen in der Region dürfte der diesjährige Sommer noch länger in Erinnerung bleiben: Temperaturen im Schatten jenseits von 40 Grad, überhitzte Wohnungen, wochenlange Dürre und die mittlerweile mehr als 500 Hitzetoten, die dem Saarland eine traurige Spitzenposition im bundesweiten Vergleich bescheren. Es wird deutlich, dass der Klimawandel im Saarland zunehmend zum Problem wird. Derzeit werden die Rufe nach entsprechenden Klimaanpassungen und nach mehr Hitzeschutz daher vielerorts lauter. In Schmelz will die Fraktionsgemeinschaft aus SPD, Grünen und Linken dafür nun ein umfangreiches Maßnahmenpaket in den Gemeinderat bringen.
„Hitze ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr. Die vergangenen Hitzeperioden zeigen, wie stark Menschen, Natur und unsere kommunale Infrastruktur belastet werden können. Deshalb wollen wir jetzt die richtigen Konsequenzen für Schmelz ziehen und unsere Gemeinde Schritt für Schritt besser auf solche Wetterlagen vorbereiten“, begründet der Vorsitzende, Oliver Puhl, das sechs Punkte umfassende Maßnahmenpaket seiner Fraktion.
Demnach sollen unter anderem die durch Hitze und Trockenheit verursachten Schäden im Gemeindewald erfasst und Konsequenzen für die künftige Bewirtschaftung gezogen werden. „Wir müssen wissen, was Hitze und Trockenheit konkret mit unserem Wald machen. Diese Erkenntnisse brauchen wir, wenn wir den Gemeindewald langfristig klimaresilient entwickeln wollen“, sagt Puhl. Gleichzeitig fordern SPD, Grüne und Linke einen Überblick über bereits erfolgte und geplante Baumpflanzungen im öffentlichen Raum sowie die dafür noch verfügbaren Haushaltsmittel.
Neben dem Baumbestand sieht die Fraktionsgemeinschaft auch bei den kommunalen Gebäuden in der Gemeinde Handlungsbedarf. So fordern SPD, Grüne und Linke, dass Kitas, Grundschulen, Bauhof, Gemeindewasserwerk und Rathaus daraufhin untersucht werden sollen, wo an heißen Tagen besonders hohe Temperaturen auftreten, welche Schutzmaßnahmen bereits vorhanden sind und wo bei Verschattung, Belüftung, Kühlung oder baulichen Maßnahmen nachgebessert werden muss.
„Gerade Kinder und Beschäftigte brauchen an heißen Tagen geeignete Bedingungen. Wir wollen deshalb systematisch erfassen, wo Handlungsbedarf besteht – und zwar nicht nur für die nächste Hitzewelle, sondern mit Blick auf eine langfristige Anpassung unserer kommunalen Gebäude“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Hanko Zachow.
Neben einer Machbarkeitsprüfung zur Schaffung öffentlicher zugänglicher Trinkbrunnen wollen SPD, Grüne und Linke zudem prüfen lassen, welche Maßnahmen des Saarländischen Hitzeaktionsplans für Schmelz relevant und umsetzbar wären. „Der Saarländische Hitzeaktionsplan darf für uns kein Papier bleiben. Wir wollen herausarbeiten, was wir kurzfristig mit vorhandenen Mitteln umsetzen können und welche Maßnahmen mittelfristig Bestandteil unserer Gemeindeplanung werden sollten“, betont Fraktionschef Puhl. In diesem Zusammenhang solle auch geprüft werden, „ob die Entwicklung eines eigenen kommunalen Hitzeaktionsplans für Schmelz sinnvoll ist“.
Mitunter für Diskussionen dürfte hingegen eine andere Forderung der Fraktionsgemeinschaft sorgen: Nach den Vorstellungen von SPD, Grünen und Linken sollen gezielt ältere Personen über ein kommunales Förderprogramm beim Kauf von Klimaanlagen unterstützt werden. „Ältere Menschen können von extremer Hitze besonders betroffen sein. Gleichzeitig können die Anschaffungskosten für geeignete Kühlgeräte gerade bei kleineren Einkommen eine Hürde darstellen. Mit einem überschaubaren kommunalen Zuschuss könnten wir hier ganz konkret helfen“, erklärt der stellvertretende Fraktionschef Zachow.
Demnach sollen Haushalte, in denen ausschließlich Personen im Alter von mindestens 70 Jahren leben, für „die Anschaffung eines geeigneten Gerätes zur Raumkühlung einmalig einen Zuschuss von 100 Euro erhalten können“, wie es heißt. Das Förderprogramm soll demnach zunächst für zwei Jahre befristet sein. Im Anschluss solle überprüft werden, wie das Angebot angenommen wurde und ob eine Fortführung sinnvoll sei.
Ihr Maßnahmenpaket wollen SPD, Grüne und Linke jetzt auf der kommenden Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 10. September, zur Abstimmung stellen. Fraktionschef Oliver Puhl macht jedoch bereits jetzt deutlich, dass er einen besseren Hitzeschutz für unabdingbar hält. „Wir wollen nicht erst handeln, wenn die nächste Hitzewelle vor der Tür steht. Unsere Anträge schaffen die notwendigen Entscheidungsgrundlagen und zeigen zugleich ganz konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Hitzeschutz ist kommunale Daseinsvorsorge – für unsere Kinder, ältere Menschen, Beschäftigte, unseren Wald und für die Lebensqualität in unserer Gemeinde“, unterstreicht Puhl. (leis)