Zunehmende Vermüllung, Besucher, die sich nicht an die Regeln halten und immer mehr Aufwand: Nachdem die Ehrenamtler des Kneipp-Verein Schmelz angekündigt haben, die beliebte Wassertretanlage in der Gemeinde nicht mehr unterhalten zu wollen, war die Zukunft der Anlage länger ungewiss. Nun hat die Gemeinde eine Lösung gefunden.
Schmelz · Zunehmende Vermüllung, Besucher, die sich nicht an die Regeln halten und immer mehr Aufwand: Nachdem die Ehrenamtler des Kneipp-Verein Schmelz angekündigt haben, die beliebte Wassertretanlage in der Gemeinde nicht mehr unterhalten zu wollen, war die Zukunft der Anlage länger ungewiss. Nun hat die Gemeinde eine Lösung gefunden.
22.09.2026 , 09:45 Uhr
Die Kneipp-Anlage in Schmelz ist eigentlich ein idyllischer Ort, der zum Entspannen und Innehalten einlädt. Aber die zunehmende Vermüllung durch Besucher und der hohe Reinigungsaufwand haben jetzt dafür gesorgt, dass der örtliche Kneipp-Verein, der die Anlage unterhält, sich zurückzieht.
Foto: Tom PetersonGerade bei hohen Temperaturen sorgt sie bisher bei vielen Menschen für eine willkommene Abkühlung: die Wassertretanlage in Schmelz. Schon seit Längerem zählt sie zu einem beliebten Zwischenstopp bei Wanderern, Radfahrern und Familien, die in und um Schmelz unterwegs sind. Neben dem eigentlichen Kneipp-Becken locken aber auch ein Barfuß-Pfad sowie mehrere Bänke zum Entspannen. Dass all dies auch in Schuss bleibt, darum kümmern sich seit fast 50 Jahre nun schon ehrenamtlich die Mitglieder des Kneipp-Verein Schmelz. Vor Kurzem wurde jedoch bekannt, dass der Verein die Anlage ab 2027 nicht weiter betreuen möchte. Nach Wochen der darauf folgenden Ungewissheit, wie es mit der beliebten Wassertretanlage in Zukunft weitergehen soll – oder ob diese gar geschlossen werden muss – hat die Gemeinde nun eine Lösung gefunden.
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates fassten die dortigen Mitglieder einstimmig einen Grundsatzbeschluss, mit dem die Zukunft der Kneipp-Anlage vorerst gesichert werden soll. Konkret soll seitens der Gemeinde nun eine Saisonkraft in Form einer geringfügigen Beschäftigung eingestellt werden, die die Pflege und Unterhaltung der Anlage übernimmt.
Lösung in Sicht: Nachdem der örtliche Kneipp-Verein sich von der Wassertretanlage in Schmelz zum Jahresende zurückzieht, hat die Gemeinde nun eine Lösung für den Erhalt der Anlage gefunden.
Foto: Tom PetersonDemnach soll das Beschäftigungsverhältnis zunächst für die kommenden zwei Jahre, jeweils für die Kneipp-Saison, also vom 1. Mai bis 30. September, bestehen. Außerhalb der Saison soll sich wiederum der Bauhof der Gemeinde um die Pflege sowie um das Leeren der Mülleimer kümmern.
Schmelz Bürgermeister Wolfram Lang (SPD) äußerte im Zuge der jüngsten Ratssitzung dennoch Verständnis für den angekündigten Rückzug des Kneipp-Vereins. Dieser hatte zuvor die entsprechende Nutzungsvereinbarung mit der Gemeinde für Ende 2026 aufgekündigt und dies unter anderem mit einem zunehmend Unterhaltungsaufwand für die Kneipp-Anlage begründet. So sei das Instandhalten wegen der Vielzahl an Besuchern aber auch wegen der immer stärker zunehmenden Vermüllung und unsachgemäßen Nutzung der Anlage nicht mehr zu stemmen. Gleichzeitig würden die Mitglieder des Vereins immer häufiger mit Anrufen und Beschwerden von Bürgern konfrontiert, wenn beispielsweise Mülleimer nicht geleert oder das Becken verunreinigt sei.
Sowohl in als auch um die Anlage hinterlassen Besucher immer wieder auch Müll. So etwa hier diese Tüte mit Hundekot.
Foto: Tom PetersonLaut dem Schmelzer Ortsvorsteher, Thomas Lamberti (ebenfalls SPD), hätte es zuletzt auch immer wieder Probleme mit Hunden gegeben. Diese sind sowohl im Kneipp-Becken als auch auf dem Anlagen-Gelände eigentlich nicht erlaubt. Aber immer wieder hätte es Situationen gegeben, in denen Hundebesitzer dies ignoriert haben.
Mit der Kündigung der Nutzungsvereinbarung durch den Verein hätte die Gemeinde laut Bürgermeister Lang daher jetzt nur zwei Optionen gehabt: „Entweder wir nehmen das zur Kenntnis und dann gibt es halt keine Wassertretanlage mehr. Oder wir sind der Auffassung, dass die Anlage weiterhin betrieben sein sollte. Und ich persönlich will, dass wir weiterhin diese Wassertretanlage haben.“
Gleichzeitig zeigte sich der Schmelzer Rathauschef sicher darüber, dass es künftig wohl häufiger zu ähnlichen Situationen kommen werde, in denen durch Ehrenamtliche gestartete Projekte vor dem Aus stehen könnten, wenn diese nicht in der einen oder anderen Form von der Gemeinde übernommen werden. (leis)