Die Bundesregierung hat die Förderung für Wärmepumpen umgekrempelt. Jetzt beginnt ein Run auf die Geräte. Viele Verbraucher wollen wechseln.
Die Bundesregierung hat die Förderung für Wärmepumpen umgekrempelt. Jetzt beginnt ein Run auf die Geräte. Viele Verbraucher wollen wechseln.
Plötzlich ging alles ganz schnell: Energieunternehmen meldeten Mitte Juli, dass sie ein Portal für die Wärmepumpenförderung der KfW-Förderbank nur noch schwer erreichten. Die Bedingungen für diese Förderung änderten sich teils drastisch. Und jetzt – einige Wochen später – will jeder Zweite schneller in die Wärmepumpe wechseln. Das zeigt eine aktuelle Erhebung.
Der Grund für diesen verstärkten Wechselwillen: Durch die Förder-Anpassung der Bundesregierung bleibt am Ende weniger Geld für Verbraucher. Im Regelfall sinkt der Fördersatz von 55 Prozent auf im Schnitt 46 Prozent. Die Fördersumme sinkt ab Februar 2027 alle sechs Monate konstant.
Wie das für Haushalte konkret aussieht, hängt vom individuellen Fall ab, aber zufrieden sind die Besitzer damit nicht: Laut dem Wärmepumpen-Monitor des Energieunternehmens Thermondo, durchgeführt von Appinio, bewertet mehr als jeder Zweite die Förderkürzung als eher oder sehr schlecht.
Lediglich ein Fünftel der Befragten findet die Umstellung der Wärmepumpen-Förderung gut. 19 Prozent sind unentschlossen. 46 Prozent wollen früher als geplant eine Wärmepumpe anschaffen. Davon wollen elf Prozent den Wechsel „definitiv“ vollziehen, 34 Prozent denken immerhin darüber nach. Knapp der Hälfte der Befragten ist die abschmelzende Förderung egal.
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„Die neue Förderung macht klar: Wer wartet, zahlt drauf. Offenbar hat aber erst die Hälfte der Hausbesitzer verstanden, dass die Anschaffungskosten alle sechs Monate steigen“, mahnt Richard Lucht von Thermondo. „Wer jetzt noch zögert, verschenkt Tausende Euro.“
Hinzu kommt das Problem, dass Gasheizungen durch die Grüngasquote, steigende Netzentgelte und die CO2-Abgabe tendenziell immer teurer werden. Zwar hat die Regierung das sogenannte Heizungsgesetz etwas entschärft, sodass zwar noch Gasheizungen verbaut werden dürfen, aber die Negativanreize für einen Wechsel wiegen tendenziell schwerer.
Die KfW-Bank hat selbst bereits einen Run auf die Wärmepumpe festgestellt. In den letzten beiden Juliwochen zog die Zahl der bewilligten Anträge stark an. Im ersten Halbjahr verkauften die Hersteller 40 Prozent mehr Wärmepumpen an Großhändler und Fachhandwerker, als sie im Vorjahr verkauft hatten.
Im Juli hatte die Bundesregierung die Art und Weise, wie die Heizungsförderung berechnet wird, verändert. Hausbesitzer können jetzt maximal einen Zuschuss von 80 Prozent zu ihrem Heizungsaustausch erhalten. Die Höhe der Förderung setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Die Grundförderung gibt es immer, aber dazu sind Boni möglich:
Die Höhe der maximal förderfähigen Kosten sinkt ebenfalls. Aktuell liegt die für Hauseigentümer und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern bei 28.000 Euro, aber ab Februar 2027 sinkt sie alle sechs Monate um 750 Euro. Ab August 2030 betragen die förderfähigen Kosten nurmehr 22.000 Euro.
Schon bald spielt außerdem die Herkunft der Wärmepumpe eine wichtige Rolle. Im 1. Quartal 2027 will die Bundesregierung einen Wertschöpfungsbonus einführen, der besagt, dass Wärmepumpen, die außerhalb der EU gefertigt, gebaut oder zusammengesetzt wurden, nur noch 15 Prozent Grundförderung erhalten.
Wärmepumpen aus der EU erhalten dagegen weiter die 30 Prozent Grundförderung. Neben der Wärmepumpe gilt die Heizungsförderung der KfW für Solaranlagen, Biomasseheizungen, innovative Heiztechnik sowie den Gebäudenetzanschluss und Wärmenetzanschluss. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der KfW-Bank.
Abschließend besteht bei einigen Eigentümern die Hoffnung, dass die fallende Förderung mittel- bis langfristig Wärmepumpen selbst billiger macht. Es ist jedoch unmöglich vorherzusehen, welcher Effekt am Ende stärker wirkt – verliert der Verbraucher mehr Geld durch die fehlende Förderung als er durch die fallenden Wärmepumpenpreise gewinnt, oder kommt es andersherum?
Ob der aktuelle Run auf die Wärmepumpen ausreicht, um Druck auf die Preise auszuüben, wird sich herausstellen. Bis dahin sollten sich Hauseigentümer genau darüber informieren, inwiefern eine Wärmepumpe sich für das Haus lohnt. Eigentümer, die bereits bis zum 20. Juli einen Antrag gestellt und bereits eine Zusage erhalten haben, müssen sich um all das nicht mehr kümmern. Sie können die Wärmepumpe zu den alten Konditionen einbauen.
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