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Zweiter Tankrabatt senkt Spritpreise sofort – doch Experten zweifeln am Sinn der Maßnahme

Дата публикации: 01-10-2026 18:29:48

Der Tankrabatt Nummer zwei wirkt: Die Spritpreise sinken um bis zu 18 Cent. Doch Experten zweifeln, ob das Geld wirklich bei den Richtigen ankommt.

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Zweiter Tankrabatt senkt Spritpreise sofort – doch Experten zweifeln am Sinn der Maßnahme

Stand: 01.10.2026, 20:29 Uhr

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Tankrabatt tritt in Kraft

Die Spritpreise sind deutlich gefallen – teils weit unter zwei Euro. © Robert Michael/dpa

Der Tankrabatt Nummer zwei wirkt: Die Spritpreise sinken um bis zu 18 Cent. Doch Experten zweifeln, ob das Geld wirklich bei den Richtigen ankommt.

Berlin – Der zweite Tankrabatt hat in seiner ersten Nacht unmittelbar gewirkt: Pünktlich um Mitternacht fielen die Spritpreise an deutschen Tankstellen abrupt – und lockten am Donnerstagmorgen (1. Oktober) so viele Autofahrer an die Zapfsäulen, dass sich an besonders günstigen Stationen Schlangen bildeten. „Wir haben gesehen, dass in der vergangenen Nacht, ab null Uhr, die Preise im Schnitt um rund 18 Cent gesunken sind“, sagte Bundeskartellamt-Chef Andreas Mundt dem MDR. Der staatliche Steuernachlass von 16,7 Cent pro Liter auf Benzin und Diesel kommt damit – zumindest am ersten Tag – weitgehend bei den Verbrauchern an. Gleichzeitig reißt die Debatte darüber, ob der Rabatt das richtige Instrument ist, nicht ab.

Tankrabatt zeigte morgens die größte Wirkung

Wer am Morgen tankte, profitierte am stärksten. Vielerorts war E10 für weniger als zwei Euro zu haben, wie die Spritpreis-App des ADAC zeigte. Um 11:45 Uhr – dem typischen Tiefpunkt kurz vor dem täglichen Mittagssprung – lag der Preis für E10 bundesweit bei 2,052 Euro pro Liter, für Diesel bei 2,197 Euro. Regionale Unterschiede waren dabei deutlich spürbar: In München, Stuttgart und Leipzig gab es besonders viele günstige Angebote unter der Zwei-Euro-Marke, in Berlin immerhin zahlreiche. Hamburg und Köln bildeten das Schlusslicht.

ADAC warnt vor „Einkassieren“ der Erhöhungen

Daten des Spritpreisportals Tankerkönig zeigen, dass die Preise bereits rund um Mitternacht um elf bis zwölf Cent nachgaben – und sich im Laufe des Vormittags noch weiter vom Vortageswert entfernten. Auch nach dem erwartbaren Mittagsanstieg, der laut Mundt mit rund 19 Cent im üblichen Rahmen lag, blieb Kraftstoff spürbar günstiger als am Vortag. „Durchschnittlich zahlen Verbraucher heute um 12.15 Uhr je nach Kraftstoffart zwischen 14 und 15 Cent weniger als gestern“, teilte der ADAC mit. Trotz eines leicht sinkenden Ölpreises sei dabei „die Senkung der Energiesteuer zumindest weitgehend abgebildet: Diese wird aktuell zu einem großen Teil an Verbraucher weitergegeben.“ Der Automobilclub mahnte zugleich, dass die „Preissenkungen nicht durch spätere Erhöhungen wieder einkassiert werden“ dürften.

Der Hintergrund des Rabatts ist der rasante Preisanstieg der vergangenen Wochen. Der September war der mit Abstand teuerste Tankmonat seit Beginn der Aufzeichnungen: E10 kostete im Monatsdurchschnitt 2,266 Euro pro Liter – knapp zwölf Cent mehr als im August. Diesel schlug mit 2,386 Euro zu Buche, 16 Cent mehr als im Vormonat. Die Bundesregierung reagierte darauf mit dem erneuten Steuernachlass. Eine direkte Verpflichtung, die Ersparnis an die Kunden weiterzugeben, gibt es für Tankstellen allerdings nicht.

Kritiker zweifeln an Sinn des Tankrabatts

Kritiker zweifeln grundsätzlich am Sinn der Maßnahme. Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission, wirft der Bundesregierung vor, aus dem ersten Tankrabatt „nichts gelernt“ zu haben. „Schon damals kam nicht die gesamte Steuersenkung an der Zapfsäule an. Trotzdem geben Bund und Länder erneut rund 2,5 Milliarden Euro Steuergelder aus, ohne dass das Geld gezielt bei denen landet, die es am nötigsten brauchen“, sagte Duso. Sein Fazit: „Wer viel tankt und ein großes Auto fährt, bekommt am meisten.“ Er plädiert stattdessen für direkte Zahlungen an einkommensschwache Haushalte und kleine Betriebe.

Ähnlich skeptisch äußerte sich Clemens Fuest, Chef des Ifo-Instituts in München. Unter den profitierenden Vielfahrern mit großen Autos seien „viele, die sich die hohen Preise leisten können und bei denen es nicht zu rechtfertigen ist, dass zu ihren Gunsten Lasten umverteilt werden.“ Die Mineralölwirtschaft weist den Vorwurf zurück, den Nachlass nicht vollständig weiterzugeben. Befürworter des Rabatts halten dagegen, dass es derzeit kein besseres Mittel gebe, um Autofahrer zu entlasten. Ifo-Forscher haben bereits angekündigt, die tatsächliche Weitergabe – wie schon beim ersten Tankrabatt – genau unter die Lupe nehmen zu wollen. (dpa/jh)

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