Der Finanzzwischenbericht in Eschach spricht eine erfreuliche Sprache: Laut Kämmerer Klaus Schühle kann der Etat 2026 voraussichtlich ausgeglichen werden.
Stand: 15.09.2026, 17:00 Uhr

Der Finanzzwischenbericht in Eschach spricht eine erfreuliche Sprache: Laut Kämmerer Klaus Schühle kann der Etat 2026 voraussichtlich ausgeglichen werden.
Eschach. Segelt man finanzpolitisch auf Kurs oder nicht? Auf diese kommunalpolitische Gretchenfrage gibt regelmäßig der sogenannte Finanzzwischenbericht Antwort: In einer Art Halbzeitbilanz stellt die jeweils zuständige Kämmerei zur Jahresmitte Eckdaten der Haushaltsentwicklung zusammen und gleicht sie mit den Ansätzen des im Winter aufgestellten Etats der Gemeinde für das jeweilige Jahr ab.
In Eschach sind die im Zuge der letzten Tagung des Gemeinderats vor der Sommerpause durch Kämmerer Klaus Schühle präsentierten Kennzahlen gleich in doppelter Hinsicht von Interesse: Nachdem der Etat 2025 noch ein eklatant hohes Minus von fast 1,4 Millionen Euro im Gesamtergebnis stehen hatte, war als Ziel für das laufende Jahr 2026 ausgegeben worden, das Defizit auf rund 600.000 Euro drücken und so in „ruhigeres Fahrwasser" zurückkehren zu können, wie es Bürgermeister Jochen König damals formulierte.
Knatsch bei EtatplanungUnd: Die jüngste Haushaltseinbringung war von einem bemerkenswerten Vorgang geprägt gewesen. Der seinerzeit wenige Monate vor der – Ende Juni mit 71 Prozent nun vollzogenen – Wiederwahl stehende Rathauschef wollte Steuersenkungen durchsetzen, scheiterte jedoch am Widerstand der Ratsmitglieder, die geschlossen gegen das Ansinnen stimmten. Unter anderem mit Verweis auf die fragile Haushaltslage der 1900-Einwohner-Kommune, die in jüngerer Vergangenheit durch den unerwarteten Wegfall eigentlich eingepreister Gewerbesteuereinnahmen des wirtschaftlichen Platzhirsches – der Firma Icotek – geprägt gewesen war.
Durchaus mit Neugier wurden die nun vorgestellten Zahlen also im Plenum aufgenommen. Und in der Tat: Der Zwischenbericht von Klaus Schühle beinhaltet erfreuliche Botschaften. Denn 2026 wird es der Eschacher Gemeindeverwaltung voraussichtlich gelingen, wider Erwarten einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können, wie der Kämmerer auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt. „Stand Juli planten wir mit einer Verbesserung von 775.000 Euro im Ergebnis- und Investitionshaushalt. Der Stand der liquiden Mittel wird bis zum Jahresende auf rund eine Million Euro anwachsen."
Unerwartet positive ZahlenSeine Prognose fürs Gesamtergebnis: „Wir gehen von einem ordentlichen Ergebnis von ungefähr 96.000 Euro aus." Der Grund für die große Differenz zwischen Planansatz und Realität? „Wir haben bei der Gewerbesteuer vorsichtig geplant", sagt Schühle. Man sei von einer Million Euro ausgegangen – und könne nun voraussichtlich mit knapp 1,9 Millionen Euro rechnen. „Das ist der Hauptfaktor", so der Kämmerer.
Auf Basis jener Zahlen allerdings die Spendierhosen anzuziehen – das wäre sicherlich ungerechtfertigt, worauf bei der Sitzung auch Ratsmitglied Marcus Krieg hinwies. Und auch die Ortsverwaltung um Bürgermeister Jochen König formuliert defensiv: Es handele sich „nur um eine Momentaufnahme". Die finanzielle Lage der Kommune könne sich „schlagartig ändern kann" – wie man bereits 2024 durch die Rückzahlung der Icotek-Gewerbesteuereinnahmen in Millionenhöhe habe erfahren müssen.