Der Ton zwischen Washington und Ottawa wird rauer. Ontarios Premier Doug Ford warnt vor einem Zollkrieg, der längst nicht nur Kanada treffen könnte.
Der Ton zwischen Washington und Ottawa wird rauer. Ontarios Premier Doug Ford warnt vor einem Zollkrieg, der längst nicht nur Kanada treffen könnte.
Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada wird schärfer – und inzwischen ungewöhnlich persönlich. Ontarios Premier Doug Ford wirft US-Präsident Donald Trump vor, den engsten Nachbarn der Vereinigten Staaten wie einen geopolitischen Gegner zu behandeln. Gleichzeitig warnt Ford vor erheblichen wirtschaftlichen Schäden – auf beiden Seiten der Grenze.
Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada im Überblick:
„Er behandelt uns hier, als wären wir das kommunistische China“, sagte Ford im Interview mit CBS News.
Kanada sei einer der engsten Freunde und Verbündeten der USA. Ford machte jedoch deutlich, dass Ottawa nicht um jeden Preis einlenken solle: Kein Abkommen sei besser als ein schlechtes.
Hintergrund ist das Scheitern der jüngsten Handelsgespräche. Washington und Ottawa geben sich gegenseitig die Schuld. Vertreter der Trump-Regierung werfen Kanada laut CBS News vor, kurz vor Abschluss zusätzliche Forderungen gestellt zu haben. Ford wiederum behauptet, die US-Regierung habe „die Torpfosten immer wieder verschoben“.
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Der Konflikt trifft zwei Volkswirtschaften, deren Lieferketten seit Jahrzehnten eng miteinander verbunden sind. Waren, Bauteile und Rohstoffe überqueren die Grenze teilweise mehrfach, bevor ein Produkt fertiggestellt ist. Neue Zölle verteuern deshalb nicht nur Importe, sondern können auch die Produktionskosten amerikanischer Unternehmen erhöhen.
Trump droht zudem mit weiteren Zöllen auf kanadische Autos und Stahl ab dem kommenden Jahr. Das könnte vor allem die nordamerikanische Autoindustrie treffen, deren Werke in Kanada und den USA stark voneinander abhängig sind.
Ford erwartet deshalb Belastungen in beiden Ländern.
„Es wird auf beiden Seiten der Grenze wehtun“, sagte er CBS News.
Kanada will betroffene Unternehmen und Beschäftigte finanziell unterstützen und zugleich seine Handelsbeziehungen mit anderen Ländern ausbauen.
Trotz der harten Worte lässt Ford die Tür für Verhandlungen offen. Sein Ziel sei weiterhin ein „faires Abkommen für beide Länder“.
Je stärker Washington und Ottawa ihre gegenseitigen Waren verteuern, desto größer wird der Schaden für Unternehmen und Verbraucher, die von der jahrzehntelangen Integration beider Volkswirtschaften profitieren.
Für einzelne strategische Branchen gelten jedoch Sonderregeln: Bei bestimmten Stahl-, Aluminium- und Kupferprodukten sowie etwa bei Autos können die US-Gesamtzölle weiterhin bis zu 15 Prozent betragen.
In der Gegenrichtung hat die EU ihre Zölle deutlich stärker gesenkt. Seit dem 1. Juli 2026 sind US-Industriegüter grundsätzlich zollfrei, darunter unter anderem Maschinen, Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Metalle, Chemikalien und Pharmazeutika.
Für ausgewählte Agrar- und Lebensmittelprodukte gelten zusätzlich erleichterte Zugangsbedingungen. Andere Agrarwaren unterliegen weiterhin dem regulären EU-Zollsystem. Die im Handelsstreit vorbereiteten europäischen Gegenzölle auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro bleiben zudem auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.
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