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Volkswagen, Porsche, Lindner, Kühne: Der Newsletter „manage:mobility“

Дата публикации: 23-07-2026 05:05:00

Warum Klaus-Michael Kühne eine Mini-Deutschland-AG formt, wieso seine neue Autoplattform zum Problem für Christian Lindner werden könnte und wie hart die nächsten Einschnitte bei Porsche ausfallen – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

das Autogeschäft ist für viele Hersteller und Zulieferer so zäh geworden, dass sie sich nach neuen Betätigungsfeldern umsehen, um die Schwäche im Kerngeschäft abzufedern. Das Mantra dabei: Follow the Money. Wenn gewaltige Summen in die Verteidigung investiert werden, sollten doch einige Stücke vom Militärkuchen zu haben sein. Aumovio und Bosch, Mercedes und VW, MAN und Daimler Truck: Alle rüsten auf, um sich selbst zu retten. Doch der neue Weg könnte in die nächste Sackgasse münden. Lesen Sie hier unsere ausführliche Analyse, warum sich die olivgrünen Hoffnungen der Autoindustrie kaum erfüllen dürften .

Aufgerüstet, wenn auch nicht im militärischen Sinne, hat in den vergangenen Jahren auch die Kühne Holding. Um den späten Kaufrausch von Patron Klaus-Michael Kühne (89) und den möglichen Sinn dahinter dreht sich eins unserer Themen der Woche:

  • Warum Klaus-Michael Kühne eine Mini-Deutschland-AG formt

  • Wieso Christian Lindners neue Autoplattform zum Problem für ihn werden könnte

  • Wie hart die nächsten Einschnitte bei Porsche ausfallen

Thema der Woche: Warum Klaus-Michael Kühne eine Mini-Deutschland-AG formt
Stets Herr des Hauses: Logistik-Tycoon Klaus-Michael Kühne in seiner Firmenzentrale

Stets Herr des Hauses: Logistik-Tycoon Klaus-Michael Kühne in seiner Firmenzentrale

Foto:

Maurice Haas / 13PHOTO

Obwohl er sich selbst unlängst als „Pflegefall“ bezeichnete, ist Klaus-Michael Kühne (89) noch nicht reif für die Rente. Der Logistikmilliardär tritt in seinem Reich zwar kürzer, raus ist er aber bei Weitem nicht. Stattdessen mischte er nach ruhigen Zeiten mit seiner Kühne Holding zuletzt die deutsche Firmenlandschaft auf. Brenntag, Flix, Lufthansa, Kühne packte in den vergangenen Jahren die Kauflust. Aber worum geht es ihm bei der Ansammlung an Beteiligungen, die kaum Synergien erkennen lassen, und wozu dient der Fokus auf die Mobilitätsbranche? Mein Kollege Michael Machatschke blickt hinter die Kulissen und seziert verschiedene Motive für Kühnes Manöver: Geldvermehrung, Ansehen oder doch Macht? 

Köpfe: Christian Lindner ++ Guillaume Faury ++ Dorothea von Boxberg ++ Martin Winterkorn
Autoverkäufer auf Onlinekurs: Vertriebschef und Ex-Minister Christian Lindner (l.) und Autoland-Gründer Wilfried Wilhelm Anclam wollen Auto.de groß machen

Autoverkäufer auf Onlinekurs: Vertriebschef und Ex-Minister Christian Lindner (l.) und Autoland-Gründer Wilfried Wilhelm Anclam wollen Auto.de groß machen

Foto:

Luca Geselle / Autoland AG / obs

  • Christian Lindner (47) denkt auch als Autohändler groß. Der Ex-Finanzminister will als neuer Gebrauchtwagenguru Autoland zur Großmacht im deutschen Kfz-Gewerbe pushen. Mit neuen Filialen, aber auch mit einer neuen Onlinezentrale. Auto.de heißt die Plattform, die Autoland übernommen hat und die den Händler zum Digitaldominator befähigen soll. Vielleicht wird die Lindnersche Liaison statt für die Konkurrenz aber für ihn selbst zum Problem. Mein Kollege Caspar Schlenk berichtet: Auto.de beschäftigt wegen Ungereimtheiten in der Vergangenheit gleich mehrere Gerichte. 

  • Airbus-Chef Guillaume Faury (58) will seine prallvollen Auftragsbücher vergolden. Rechnet der Manager im laufenden Jahr mit 7,5 Milliarden Euro Gewinn, sollen es 2029 bis zu 13 Milliarden Euro werden. Aufgehen kann der Plan nur dann, wenn Airbus seine Lieferkette besser in den Griff bekommt – und auch die Zahl der Auslieferungen abheben lässt.

  • Ihren Abflug aus der Luftfahrt macht Dorothea von Boxberg (52). Die Chefin von Brussels Airlines wird zum 1. September Personalvorständin bei BMW und löst dort Ilka Horstmeier (57) ab. Letztere hegte Insidern zufolge Ambitionen, in die allererste Reihe vorzurücken. Den Zuschlag für die Nachfolge von Oliver Zipse (62) als CEO bekam aber Milan Nedeljković (57).

  • Martin Winterkorns (79) Ägide als Autoboss liegt schon mehr als zehn Jahre zurück. Von einer geruhsamen Abkühlphase kann man beim ehemaligen Volkswagen-Chef nach seinem Sturz über den Dieselskandal aber nicht sprechen. 2021 hatten sich Konzern und „Wiko“ auf einen Vergleich verständigt: Winterkorn würde 11,2 Millionen Euro Schadensersatz zahlen. Die Hauptversammlung stimmte zu, der Bundesgerichtshof erklärte das Votum für nichtig, die Hauptversammlung 2026 bestätigte ihre Zustimmung vor wenigen Wochen. Winterkorn indes kann weiterhin nicht entspannen: Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) klagt gegen die entsprechenden Beschlüsse.

Unternehmen: Porsche ++ Deutsche Bahn ++ Italo ++ Tesla
Einigung mit dem Betriebsrat: Porsche-Chef Michael Leiters

Einigung mit dem Betriebsrat: Porsche-Chef Michael Leiters

Foto: Porsche

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Zahl der Woche: 10,7
Asiens Frontrunner: Chinesische Autobauer haben im zweiten Quartal erstmals mehr Neuwagen in Europa abgesetzt als die japanische Konkurrenz

Asiens Frontrunner: Chinesische Autobauer haben im zweiten Quartal erstmals mehr Neuwagen in Europa abgesetzt als die japanische Konkurrenz

Foto: Bloomberg / Getty Images

Asiatische Machtablösung in Europa: Chinesische Autobauer haben im zweiten Quartal erstmals mehr Fahrzeuge auf dem Kontinent abgesetzt als japanische Marken. BYD, MG, Chery und Co. schraubten ihren kumulierten Marktanteil am europäischen Neuwagenmarkt auf 10,7 Prozent  nach oben. Koreanische Hersteller wie Hyundai und Kia waren schon Ende 2025 fällig, jetzt müssen auch Toyota und Co. die Konkurrenz von nebenan ziehen lassen.

Geisterfahrer der Woche
Bild aus der Vergangenheit: Nio hat sein House in Hamburg geschlossen

Bild aus der Vergangenheit: Nio hat sein House in Hamburg geschlossen

Im freien Fall sind hierzulande weiter die Verkaufszahlen des chinesischen Autobauers Nio. Ganze 15 Neuwagen brachte die Marke im ersten Halbjahr unter die Leute. Schon vor Monaten berichteten wir, dass Nio ob der Flaute und exorbitanter Kosten  den Auszug aus seinen pittoresken „Houses“ plane . Der erste Dominostein ist jetzt gefallen, seit dem 20. Juli  hat der Nio-Tempel in unmittelbarer Nähe des Hamburger Jungfernstiegs geschlossen. Offizielle Begründung: „Aktuelle Gegebenheiten auf dem Automobilmarkt“ und eine Baustelle vor der Tür. Das eigentliche Hindernis dürfte aber die eigene Strategie sein.

Ihnen wünsche ich nun eine baustellenfreie Woche.

Ihr Christoph Seyerlein

­Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de .

Unseren Newsletter „manage:mobility“ finden Sie auch hier auf unserer Website.

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