Angesichts des Niedrigwassers im Rhein fordern Politiker mehr Subventionen für die Energiewende. Doch Deutschlands CO2-Anteil ist global kaum spürbar. Ob der teure Weg wirklich andere Staaten zum Umdenken bewegt, bleibt mehr als fraglich.
Der Rhein hat bedenkliches Niedrigwasser – hier in Duisburg.
Foto: Christoph Reichwein/dpa/Christoph ReichweinKolumne · Angesichts des Niedrigwassers im Rhein fordern Politiker mehr Subventionen für die Energiewende. Doch Deutschlands CO2-Anteil ist global kaum spürbar. Ob der teure Weg wirklich andere Staaten zum Umdenken bewegt, bleibt mehr als fraglich.
Ob das dramatische Niedrigwasser im Rhein eindeutig eine Folge des Klimawandels ist oder „nur“ ein Jahrhundertereignis wie in den Jahren 1921 und 1947, ist im Grunde nicht wichtig. Dass der Klimawandel und die damit verbundenen Naturereignisse erhebliche Kosten mit sich bringen, ist nämlich schon lange klar. Und ebenso klar ist seit Langem, dass es nicht nur aus ethischen Gründen geboten wäre, den Klimawandel zu bremsen. Auch ökonomisch wäre es für die gesamte Welt günstiger, den Klimawandel möglichst aufzuhalten, als ihn hinzunehmen und sich anzupassen. Die Frage ist jedoch, wie ersteres gelingen kann. Die Politik in Deutschland folgt dabei weitgehend der Idee, dass es im Wesentlichen ausreicht, wenn Deutschland klimaneutral wird. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung, dass andere Staaten dann dem deutschen Weg schon folgen werden. So fordern einige Politikerinnen und Politiker angesichts des Rheinpegels, die Energiewende in Deutschland, vor allem den Ausbau der Solarenergie, weiter mit massiven Subventionen zu forcieren. Klar ist zwar, dass es für das globale Klima und auch für den Wasserstand im Rhein irrelevant ist, ob Deutschland klimaneutral ist oder nicht, denn der Anteil Deutschlands am weltweiten CO2-Ausstoß liegt aktuell bei weniger als 1,5 Prozent. Doch die Hoffnung ist, dass andere dem deutschen Weg dann folgen. Genau diese Hoffnung ist jedoch naiv. Die USA haben die Energiewende abgeblasen, und auch in China sind die CO2-Emmissionen seit 2024 weitgehend konstant, nachdem sie zuvor Jahr für Jahr gestiegen waren. Viele Nachahmer findet die deutsche Klimapolitik noch nicht. Im Grunde ist die deutsche Energiewende damit gescheitert. Sie hat zwar massiv zu Deindustrialisierung beigetragen, dem Klima aber letztlich nicht genutzt. Dass die Politik kaum auf Innovationen gesetzt hat, sondern fast einzig und allein auf Installation und möglichst teure Lösungen, war der Grundfehler. Diesen solle man schnellstmöglich korrigieren.
Unser Autor ist Professor für Wettbewerbsökonomie an der Universität Düsseldorf. Er wechselt sich hier mit der Ökonomin Ulrike Neyer, dem Energieökonomen Manuel Frondel und dem Makroökonomen Tom Krebs ab.
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