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Mehr AfD-Unterstützung geht mit langsamerer Verbreitung von E-Autos und Photovoltaik einher

Дата публикации: 23-09-2026 13:34:00

• Forschende der Universität Freiburg haben untersucht, wie die Verbreitung von emissionsarmen Technologien mit politischen Entwicklungen zusammenhängt.
• Ihre Studie zeigt, dass E-Autos und Photovoltaikanlagen in Kommunen mit hoher Unterstützung für die Alternative für Deutschland (AfD) im Durchschnitt weniger verbreitet sind.
• Die Forscher*innen kommen außerdem zu dem Ergebnis, dass ein Anstieg des Stimmenanteils der AfD in der Folgezeit mit einer relativ langsameren Verbreitung von E-Autos und Photovoltaikanlagen verbunden ist.


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• Forschende der Universität Freiburg haben untersucht, wie die Verbreitung von emissionsarmen Technologien mit politischen Entwicklungen zusammenhängt.
• Ihre Studie zeigt, dass E-Autos und Photovoltaikanlagen in Kommunen mit hoher Unterstützung für die Alternative für Deutschland (AfD) im Durchschnitt weniger verbreitet sind.
• Die Forscher*innen kommen außerdem zu dem Ergebnis, dass ein Anstieg des Stimmenanteils der AfD in der Folgezeit mit einer relativ langsameren Verbreitung von E-Autos und Photovoltaikanlagen verbunden ist.

Eine neue Studie des Climate Action Research Lab (CARL) der Universität Freiburg zeigt nicht nur, dass E-Autos und Photovoltaikanlagen in Kommunen mit hoher AfD-Unterstützung im Durchschnitt weniger verbreitet sind. Die Forschenden untersuchten auch, wie sich Veränderungen der politischen Unterstützung innerhalb derselben Kommunen über die Zeit auf die anschließende Technologieverbreitung auswirken. Das zentrale Ergebnis: Steigt der Stimmenanteil der Alternative für Deutschland (AfD), ist dies in der Folgezeit mit einer relativ langsameren Verbreitung von E-Autos und Photovoltaikanlagen verbunden. Die Technologien können dabei weiterhin insgesamt an Verbreitung gewinnen, ihr Wachstum fällt jedoch geringer aus.

„Der entscheidende Punkt unserer Studie ist nicht allein, dass emissionsarme Technologien in politisch unterschiedlich geprägten Regionen unterschiedlich stark verbreitet sind“, sagt Dr. Moritz Wussow, Leiter des CARL. „Wir zeigen, dass Veränderungen in der politischen Unterstützung mit der anschließenden Geschwindigkeit der Technologiediffusion zusammenhängen. Politische Polarisierung kann damit beeinflussen, wie schnell die Energiewende verschiedene Teile der Gesellschaft erreicht.“

E-Autos stärker politisch polarisiert als Photovoltaik

In ihrer Studie führten die Forschenden Befragungen durch. Dabei zeigte sich: Je weiter rechts sich Befragte politisch einordneten, desto geringer war im Durchschnitt ihre Bereitschaft, E-Autos oder Photovoltaik anzuschaffen. Dieser Zusammenhang war bei E-Autos stärker ausgeprägt.

Besonders deutlich war der Unterschied zwischen Anhänger*innen von Die Grünen und AfD bei Elektroautos: Grünen-Anhänger*innen gaben 227 Prozent häufiger als AfD-Anhänger*innen an, bereits ein E-Auto zu besitzen oder dessen Anschaffung zu planen.
Bei Photovoltaik waren die Unterschiede geringer. Für AfD-Anhänger*innen lag die Wahrscheinlichkeit, Photovoltaik zu nutzen oder anschaffen zu wollen, 18 Prozent unter einer Referenzgruppe ohne AfD- oder Grünen-Präferenz. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant. Bei Grünen-Anhänger*innen lag die entsprechende Wahrscheinlichkeit 35 Prozent höher als bei der Referenzgruppe.

Die Studie untersucht nicht unmittelbar, warum E-Autos stärker politisch polarisiert sind als Photovoltaik. Eine mögliche Erklärung ist den Forscher*innen zufolge, dass Autos stärker als Ausdruck sozialer und politischer Identität wahrgenommen würden. Zudem sei Photovoltaik bereits länger am Massenmarkt etabliert.

„Politische Polarisierung bedeutet nicht, dass sich diese Technologien in bestimmten Bevölkerungsgruppen überhaupt nicht durchsetzen“, sagt Co-Autor Benedikt Kau. „Entscheidend ist jedoch die Geschwindigkeit. Wenn sich Technologien in politisch unterschiedlich geprägten Kommunen unterschiedlich schnell verbreiten, können langfristig erhebliche Unterschiede entstehen.“

Daten aus mehr als 10.700 Kommunen und von rund 8.000 Befragten

Für ihre Analyse kombinierten die Forschenden amtliche Daten zu Photovoltaikanlagen und zugelassenen Elektrofahrzeugen mit Wahlergebnissen sowie sozioökonomischen und infrastrukturellen Daten aus mehr als 10.700 deutschen Kommunen.

Die Forschenden untersuchten insbesondere Veränderungen innerhalb derselben Kommunen über die Zeit, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, und berücksichtigten dabei unter anderem Einkommen, Urbanisierungsgrad und Infrastruktur.

Ergänzend führten sie drei Befragungen mit insgesamt rund 8.000 Teilnehmenden durch. Erfasst wurden unter anderem politische Orientierung und Parteipräferenz, Einkommen und Bildung sowie Besitz und Anschaffungsabsicht der untersuchten Technologien.

„Durch die Kombination verschiedener empirischer Ansätze können wir die Rolle politischer Ideologie wesentlich genauer untersuchen als durch einen einfachen Vergleich verschieden geprägter Regionen“, sagt Kau.

Weitere Informationen

• Originalpublikation:
Reining, S., Wussow, M., Zanocco, C., Kau, B., Sousa-Silva, R., Köpke, C., Pathiraja, S. & Neumann, D. Far-right political support and clean technology adoption in Germany. Nature Sustainability (2026). https://www.nature.com/articles/s41893-026-01935-3
• Dr. Moritz Wussow ist Gründer und Leiter des Climate Action Research Lab (CARL) an der Universität Freiburg. Er setzt empirische Methoden ein, um Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel systematisch zu untersuchen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Effizienz, Verteilungswirkungen und den Verhaltensmechanismen, die den Erfolg solcher Maßnahmen beeinflussen.
• Benedikt Kau ist Doktorand am CARL. Seine Forschung beschäftigt sich mit der Rolle politischer Polarisierung in der Energiewende sowie mit der Frage, wie gesellschaftspolitisches Engagement von Unternehmen das Konsumentenverhalten in polarisierten Märkten beeinflusst.
• An der Studie waren Forschende der Universität Freiburg, der Stanford University, der Universität Leiden, des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI, sowie der University of New South Wales beteiligt.

Über das Climate Action Research Lab

Das Climate Action Research Lab (CARL) ist eine multidisziplinäre Forschungsgruppe am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Freiburg. Ziel der Gruppe ist, Strategien für einen wirksamen und gerechten Übergang zu klimaresilienten und CO2-neutralen Gesellschaften zu entwickeln und zu evaluieren. Unter der Leitung von Dr. Moritz Wussow untersucht das CARL mit datengetriebenen Methoden, welche Faktoren die Verbreitung sauberer Technologien und Maßnahmen zur Klimaanpassung bestimmen und wie wirksam regulatorische Eingriffe sind. Besondere Schwerpunkte liegen auf Effizienz, Verteilungswirkungen sowie der Rolle politischer Ideologie und Polarisierung in der Energiewende.

Kontakt
Hochschul- und Wissenschaftskommunikation
Universität Freiburg
Tel.: +49 761 203 4302
E-Mail: kommunikation@zv.uni-freiburg.de

Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Politik, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch

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