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Mit Hallervorden-Auftritten beweist Schulze nur Gratismut

Дата публикации: 08-08-2026 05:11:00

Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze will mit den Auftritten von Didi Hallervorden ein Zeichen für die Meinungsfreiheit setzen. Dabei ist der CDU-Politiker nur gratismutig.

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Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze will mit den Auftritten von Didi Hallervorden ein Zeichen für die Meinungsfreiheit setzen. Dabei ist der CDU-Politiker nur gratismutig.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze sagt, wo man da hinkäme, wenn er sich nicht mit einem wie Dieter Hallervorden auf die Bühne stellen dürfe.

Sven Schulze sagt, was Israel in Gaza mache, sei kein Völkermord für ihn.

Sven Schulze sagt: „Ich will es nicht der AfD überlassen zu behaupten, nur mit ihr könne man seine Meinung sagen. Das ist nämlich totaler Quatsch“.

Hallervorden darf reden: Ein Fall von konstruiertem Gratismut

Es gab jetzt drei Veranstaltungen. Es kommt noch eine, in Naumburg. Schulze weiß, was Hallervorden sagen wird. Zu Gaza. Zu den „Kriegstreibern“, die für den politisierenden Komödianten und spätberufenen Charakterdarsteller an der Spitze der Bundesregierung stehen, die Friedrich Merz und Boris Pistorius heißen.

Gar niemand ist auf die Idee verfallen, Schulze zu untersagen, sich mit einem auf die Bühne zu stellen, der redet, wie sie anderswo jetzt gerne reden. Schulze baut einen Popanz auf – der CDU-Mann wirft sich in gratismutige Kämpferpose.

Islamisten und Linke ledern gegen Israel, AfDler und Linke und BSWler gegen den Ukraine-Kurs der Bundesregierung. Man darf das alles in Deutschland. Was an sich schon ein unwiderlegbares Zeugnis für die Existenz der Meinungsfreiheit in Deutschland ablegt.

Schulze adelt Positionen, die gewiss nicht die der CDU sind

Aber weshalb muss man, wenn man einen Monat vor „seiner“ Wahl ziemlich abgeschlagen zurückliegt als CDU, dann Positionen durch seine Anwesenheit als Ministerpräsident adeln, die gewiss nicht die Positionen der CDU sind – es auch, wegen der deutschen Staatsräson, noch nie waren?

Schulze sagt im Interview mit dem erfahrenen Polit-Profi Ralf Schuler auf der Plattform „Nius“, für die Hallervorden-Veranstaltung bekomme er von den Bürgern enormen Zuspruch. 700 Leute in Dessau, volles Haus – 300 Tickets habe man gar nicht ausgeben können, weil der Saal zu klein war.

Es waren bestimmt alles Leute, die sich für die Ansicht der CDU zur Meinungsfreiheit interessierten und hinterher dann sagten – Donnerwetter, hätte ich nicht gedacht, dass nicht nur die AfD für die Meinungsfreiheit ist, sondern auch die CDU. Dann wähle ich die jetzt mal. Ironie aus.

Schulze macht jetzt Wahlkampf gegen Berlin

Schulze sagt, über die Positionen von Hallervorden könne man streiten. Das kann man wohl sagen, allerdings: Es wird nicht gestritten.

Wollte man sich – zur Feier der Meinungsfreiheit in der deutschen Demokratie – streiten, könnte man den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft einladen, den Grünen Volker Beck. Oder den Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen, Philipp Peyman Engel. Oder Armin Laschet, den wohl kundigsten Nahost-Politiker der CDU, wenn es denn ein Parteifreund sein soll.

Schulze macht jetzt Wahlkampf gegen Berlin. Dem Bundeskanzler fährt er bei der Rente in die Parade, nachdem er die Renten-Einigung der Berliner Koalition kurz zuvor noch gelobt hatte. Nun stellt er sich, wenn man sehr freundlich sein will, mit einem „Israel-Kritiker“ und „Pazifisten“ auf die Bühne, zwecks Meinungsfreiheit vorgeblich. Vor allem aber, um sich vom allseits unbeliebten Merz auch noch gesellschaftspolitisch abzusetzen.

Hallervordens Täter-Opfer-Umkehr

„Grausamkeiten haben eine Vorgeschichte“, hat Hallervorden gesagt – im Hinblick auf den 7. Oktober, den größten antisemitischen, genozidalen Vorfall nach dem Holocaust. Das ist eine astreine Täter-Opfer-Umkehr: Das Opfer muss schuld sein, denn es hat den Täter erst hervorgebracht. Denn, wie sagt es Hallervorden, „kein Mensch wird als Terrorist geboren“.

In Gaza wird der dort geborene Mensch – sicher keiner jüdischen Glaubens, denn Juden gibt es dort nicht, anders als umgekehrt nebenan in Israel, wo jeder Fünfte ein Araber ist – zum Judenmörder erzogen.

Der palästinensische Genozid an den Juden findet sich in der Charta der Hamas. Die Palästinenser haben Todestunnel gegraben. Die Israelis haben Tel Aviv gebaut, das Silicon Valley der Juden.

Eine Studie im Auftrag von Unicef stellt aktuell fest, dass die Mangelernährung von Kindern im Gaza-Streifen auf einem niedrigen Wert liegt – dem niedrigsten der gesamten Region. Verantwortlich dafür sind die Lebensmittellieferungen aus Israel. Dass der Staat der Juden Kinder in Gaza verhungern ließe, ist eine Lieblingserzählung der Antisemiten.

„Sie sollen nie wieder sagen, sie seien Patrioten“

Einen Moment lang stelle ich mir gerade vor, was wohl los wäre, wenn AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund Dieter Hallervorden von seiner Bühne herab zwecks „Meinungsfreiheit“ über den „Genozid“ in Gaza herumkünstlern ließe. Wie würde ich das kommentieren?

„Sie sollen nie wieder sagen, sie seien Patrioten“, würde ich dann schreiben.

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