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Als Superhero gescheitert: Die Schwäche des Sven Schulze

Дата публикации: 14-08-2026 06:02:00

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bahnt sich ein politisches Beben an, dem im Herbst weitere folgen könnten. Die Verantwortung trägt aber bei weitem nicht nur der schwache CDU-Ministerpräsident Sven Schulze.

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Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bahnt sich ein politisches Beben an, dem im Herbst weitere folgen könnten. Die Verantwortung trägt aber bei weitem nicht nur der schwache CDU-Ministerpräsident Sven Schulze.

Die größte Stärke der AfD ist die Schwäche der anderen. Und auf die kann sie sich bislang verlassen. Das darf man gut drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mal sagen, oder? Dort ist mittlerweile einigermaßen sicher mit dem ersten großen Wahl-Beben zu rechnen. Weitere politische Konsequenzen könnten im Herbst folgen. Auch bei Union und SPD.

Bei 42 Prozent steht die AfD in aktuellen Umfragen für Sachsen-Anhalt derzeit. Die bisherige Regierungs-CDU kommt auf nicht mal mehr 23 Prozent. Das ist keine Prognose mehr, sondern ein Totenschein und hat eben auch mit dem CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze zu tun. 

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Seine Rolle als letzter Superhero der Demokratie gegen eine Horde völkischer Irrer überzeugt mich leider nicht. Das begann schon mit seiner Inthronisierung zum Ministerpräsidenten. Was war daran demokratisch, dass sein Amtsvorgänger Reiner Haseloff ein gutes halbes Jahr früher abdankte, um Schulze den Amtsbonus mit ins Wahlkampf-Jackerl seines viel zu großen Superhelden-Kostüms zu schieben?

Die CDU fiel von 37 auf 23 Prozent

Erinnern Sie sich daran, dass Bayerns CSU-Ministerpräsident Markus Söder vergangenes Jahr warnte, die schwarz-rote Koalition könnte „die letzte Patrone der Demokratie“ sein? Dann ist Schulze das vegane Tischfeuerwerk, bevor es wirklich knallt: Piff.Paff. Auftritt Karl Dall. Haseloffs CDU lag bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren noch bei 37,1 Prozent.

Andererseits täte man Schulze Unrecht, ihm die Verantwortung allein zuzuschieben. Alle westdeutschen Parteien-Platzhirsche setzten im Osten bislang nur auf zwei Strategien: ignorieren oder beschimpfen, womit wir bei der Rolle der Medien sind. 

Die sind für eine wachsende Zahl von Bundesbürgern leider auch längst nicht mehr die Lordsiegelbewahrer von Vielfalt, Toleranz und Meinungsfreiheit.

„Der gefährlichste Mann Deutschlands“ titelt der „Spiegel“ am heutigen Freitag mit einer gewissen Hysterie gegen AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund an. Mal abgesehen davon, dass mir doch in vielerlei Hinsicht noch ein paar gefährlichere Männer einfielen – was und wen glaubt das Magazin damit noch erreichen zu können?

Die Rolle der Medien? Unglücklich

Solche Kampagnen haben diese AfD schon mitradikalisiert, als sie noch eine professorale Anti-Euro-Partei war. Seither hat man versucht, sie und ihr Personal unmöglich zu machen. Jetzt ist diese Partei möglicher denn je – und auch tatsächlich an manchen Stellen radikal. Glückwunsch! 

„Ziehen Sie bitte die Möglichkeit in Betracht, dass der Extremismus dieser Partei sich auch aus dem Umgang mit ihr speist“, sagt der Politikwissenschaftler Philip Manow von der Uni Siegen. Seine These – und er ist damit längst nicht mehr allein: Es war das Wechselspiel von Konkurrenz-Parteien und ihren Vorfeldorganisationen, aber auch Regierung, Medien und Verfassungsschutz samt latenten Verbots-Forderungen und Ausgrenzungsversuchen, das die extremen Kräfte in der AfD nicht eindämmte, sondern eher stark machte.

Schulze und die drei Optionen nach der Wahl

Da stehen Schulze und sein Sachsen-Anhalt nun. Viele Optionen bleiben nicht: Die AfD könnte die absolute Mehrheit erringen, mit dem BSW koalieren oder eine Minderheitsregierung aus CDU, SPD und Linkspartei vor sich hertreiben. Soweit sind wir also nun. 

Und ich rätsle wirklich, wie das weitergehen soll. Klar bleibt: Die Gegner der AfD geben bis ins politische Berlin hinein tapfer alles, damit die Wahl für sie selbst verloren geht.

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