Sven Hüber, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, fordert eine Vorbereitung auf einen möglichen AfD-Innenminister in Sachsen-Anhalt.
Sven Hüber, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, fordert eine Vorbereitung auf einen möglichen AfD-Innenminister in Sachsen-Anhalt.
Hüber geht in seinem Artikel in der Gewerkschaftszeitschrift der GdP der Frage nach, wie sich Beamte im Falle einer Regierungsübernahme durch die AfD - insbesondere in Sachsen-Anhalt - verhalten sollen. Er verweist dabei zunächst auf die Remonstrationspflicht von Beamten bei Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit möglicher dienstlicher Anordnungen. „Eine AfD-Machtergreifung entbindet keinen Beamten von seinem Eid auf den Schutz der Verfassung“, schreibt Hüber.
Unter der Remonstrationspflicht versteht man die rechtliche Pflicht von Beamtinnen und Beamten, Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit einer dienstlichen Anordnung unverzüglich bei ihrem unmittelbaren Vorgesetzten geltend zu machen (zu „remonstrieren“). Sie ist ein zentrales Element des deutschen Berufsbeamtentums und regelt das Spannungsverhältnis zwischen dem Gehorsamsprinzip und dem Prinzip der Rechtmäßigkeit der Verwaltung.
Hüber stellt die Frage auf, ob – sollte beispielsweise der Landesverband Sachsen-Anhalt verboten werden – dieses Verbot auch umgesetzt werden sollte, wenn die AfD an der Macht ist. Auch die Weigerung der Umsetzung von Bundesrecht würde einen „inneren Notstand“ hervorrufen. In diesem Fall würde der Artikel 91 des Grundgesetzes zur Anwendung kommen.
Artikel 91 des Grundgesetzes (GG) regelt die sogenannte Innere Notstandslage in Deutschland. Er bestimmt, unter welchen Voraussetzungen ein Bundesland die Hilfe anderer Länder oder des Bundes (z. B. der Bundespolizei) anfordern kann – oder wann der Bund von sich aus eingreifen darf –, um die freiheitliche demokratische Grundordnung oder den Bestand des Bundes oder eines Landes zu schützen.
Der stellvertretende Vorsitzende schreibt dazu: „ Die Bereitschaftspolizeien müssen so stark und so vorbereitet sein, um auf die Weisung des Bundesinnenministers auch in einem anderen Bundesland, gemeinsam mit der Bundespolizei, mit polizeilichen Mitteln die verfassungsmäßige Ordnung wiederherstellen zu können.“
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Der stellvertretende Vorsitzende erinnert zudem an den Unvereinbarkeitsbeschluss der GdP mit einer Mitgliedschaft in der AfD. „Wer seinen geleisteten Eid ernst nimmt, kann gar nicht anders: No-Go mit der AfD“, schreibt Hüber.
Er fügt hinzu: „Wer auf das Grundgesetz seinen ganz persönlichen Eid schwört und es als seine DNA sieht, kann bei Verfassungsfeinden nicht machen oder heimlich verklemmte Sympathien hegen. Wer dies trotzdem tut, hat im Polizeiberuf nicht verloren. Man kann nicht auf die Verfassung schwören und sich zugleich mit Verfassungsfeinden verbünden.“
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