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Starke weibliche Stimmen in den Nordischen Botschaften - Ausstellung "The Sound of Courage"

Дата публикации: 21-07-2026 18:08:45

Frauen sind in der gesamten Musikszene immer noch extrem unterrepräsentiert. Warum eigentlich? Die Nordischen Botschaften in Berlin zeigen jetzt in einer Gratis-Ausstellung Musikerinnen und Projekte aus Nord-Europa, die das ändern wollen.


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Ausstellung "The Sound of Courage" Starke weibliche Stimmen in den Nordischen Botschaften

Auftritt der Sängerin Björk. (Quelle: Santiago Felipe)
Auftritt der Sängerin Björk. (Quelle: Santiago Felipe)

Auf mehreren großen Fernsehern laufen Videoclips. Davor stehen Sitzsäcke, Kopfhörer liegen bereit. An einer Bar gibt es Kaffee und Snacks. Wer sich hinsetzt und ein bisschen Zeit mitbringt und die vielen Songs und Videos auf sich wirken lässt, stellt schnell fest: Es gibt wahnsinnig viel gute, ausdrucksstarke und teils sehr einzigartige Musik von Frauen aus dem Norden Europas.

Zum Beispiel die Rapperin Parnaq, die in ihrer grönländischen Heimat Geschichte geschrieben hat. "Sie war die erste weibliche Rapperin aus Grönland, die öffentlich aufgetreten ist", sagt Sophie Backmann, Kulturreferentin der Finnischen Botschaft in Berlin und an der Gestaltung der Ausstellung beteiligt. Dieser Auftritt sei allerdings erst zwei Jahr her, sagt sie, so männerdominiert sei das Genre.

Von Weltstar bis Underground

Neben den vielen Videos gibt es in der Ausstellung vor allem viel zu lesen. Auf großen hängenden Tafeln sind zwei Dutzend Künstlerinnen portraitiert, die auf ihre Art dazu beigetragen haben, Frauen in der nordischen Musikszene sichtbarer zu machen. "Manche haben in ihren Texten dazu Stellung bezogen", sagt Kulturreferentin Backmann, "andere, wie zum Beispiel Weltstar Zara Larsson, haben sich in Interviews dazu geäußert".

Alle diese starken Stimmen sind in der Ausstellung versammelt. Von Legenden wie der Isländerin Björk über Ane Brun aus Norwegen bis hin zu im Rest von Europa fast unbekannten Acts wie Cim Dallhe von den Åland Inseln, die mit ihrem Countryfolk wie ein Stück Oklahoma mit skandinavischem Einschlag klingt.

Ausstellung

The Sound of Courage
  • Bis 4. Oktober täglich von 11 bis 19 Uhr, an Wochenenden bis 16 Uhr
  • Nordische Botschaften, Rauchstraße 1, Berlin-Tiergarten
  • Der Eintritt ist frei
  • www.nordischebotschaften.org

Es gibt noch viel zu tun

Neben den Künstlerinnen werden auch Projekte und Initiativen vorgestellt, die sich für Frauen im Musikbiz stark machen. Auf kleinen Videoscreens an der Wand laufen Reportagen, Dokus und Interviews. Auch wenn Norwegen, Schweden und Co als Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung gelten, in der Musikbranche gäbe es bei dem Thema noch viel zu tun, meint die Finnin Sophie Backmann von der finnischen Botschaft. Damit sich etwas tut, organisiert zum Beispiel die Konzertreihe Hun Solo Konzerte mit ausschließlich weiblicher Besetzung. Die Initiative wird ebenso vorgestellt, wie das Projekt Future Female Sounds aus Kopenhagen, das sich als Anlaufstelle, Ausbildungsstätte und Bookingagentur für weibliche Techno und Elektro DJs versteht.

Und so ist "The Sound of Courage" auf der einen Seite eine Entdeckungsreise zu Musik von Frauen, die größtenteils in Deutschland noch nicht sehr bekannt sind, aber wahnsinnig gute Sachen machen. Und ein Denkanstoß, ein Hinterfragen: Warum genau noch mal Männer so dominant sind im Musikbusiness? Es ist ja nicht so, dass Frauen es nicht könnten.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, Ane Brun sei aus Dänemark. Sie ist aber aus Norwegen. Wir haben das korrigiert und bitten den Fehler zu entschuldigen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 21.07.2026
Audio: rbb24 Inforadio, 21.07.2026, Hendrik Schröder

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