Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Ausstellung über den Sog der Bilder: Sonnenuntergang gegen das Grauen

Дата публикации: 21-07-2026 14:42:00

Über Bilder und deren Wirkungskraft: Die Ausstellung „The Lure of the Image“ bei C/O Berlin übt sich in audiovisueller Selbstermächtigung. mehr...

Основное содержимое страницы с новостью.

Ausstellung über den Sog der Bilder: Sonnenuntergang gegen das Grauen

Über Bilder und deren Wirkungskraft: Die Ausstellung „The Lure of the Image“ bei C/O Berlin übt sich in audiovisueller Selbstermächtigung.

Acht Fotos von behandschuhten Händen im Spülwasser Zieht in den Bann: Dina Kelbermans „The Wave“, 2025, Videostill

Foto: Dina Kelberman

Bilder verlocken, Bilder verführen. Das hatten schon die Porträtmaler (und deren Auftraggeber) in Mittelalter und Renaissance herausgefunden, die die damaligen Prinzen und Prinzessinnen für den aristokratischen Heirats- und Machtmarkt möglichst vorteilhaft darstellen sollten.

Auf audiovisuelle Sogstrategien der digitalen Gegenwart hat es jetzt die Ausstellung „The Lure of the Image – Wie Bilder im Netz verlocken“ abgesehen. Es lassen sich dabei verblüffende Verschiebungen feststellen. Denn es sind gar nicht die ausgefeilt schönen Darstellungen von Menschen, nicht einmal die mit Gewalt aufgeladenen Bilder, die die Besucherinnen und Besucher, den Rezensenten eingeschlossen, am meisten in den Bann ziehen. Nein, für das größte und am längsten anhaltende Interesse sorgt eine Welle von Aufnahmen Gummihandschuh-bewehrter Hände, die sanft Schwämme drücken und dabei hübschen Schaum produzieren. Über den Audiokanal wird zudem hypnotisierendes Wasserrauschen herübergespült.

Dina Kelberman hat „The Wave“ aus Instagram-Aufnahmen zusammengestellt. Als ASMR – auf Deutsch „Autonome sensorische Meridianreaktion“ – wird das Phänomen bezeichnet. Auch Beschreibungen wie „aufmerksamkeits-induzierter Kopforgasmus“ kursierten schon für den durch beruhigende Bilder und Geräusche oder durch sanfte Berührungen ausgelösten Effekt. Man kann es als neue Stufe der Manipulation durch Bilder bezeichnen, in ihrer Wirkung immerhin ein Gegenpol zu polarisierenden Gewaltdarstellungen und zum Immer-Schöner, Immer-Dünner-Konkurrenzdruck im Influencer-Universum.

Die Ausstellung

„The Lure of the Image – Wie Bilder im Netz verlocken“. C/O Berlin, bis 2. September.

="" div="">

Kelbermans Position ist die überraschendste der insgesamt 14 künstlerischen Ansätze in der vom Fotomuseum Winterthur kuratierten und von Boaz Levin für das C/O Berlin adaptierten Ausstellung. Man kann die Perspektiven grob aufteilen in medienhistorisch-analytisch, medienkritisch und nach Ansätzen von Selbstbefreiung suchend. Simone C Niquille etwa erinnert in ihrer computeranimierten Bewegungsstudie des IKEA-Stuhls Bertil daran, dass er als erstes IKEA-Produkt überhaupt vor 20 Jahren für den Katalog des Möbelhauses per Computer Generated Imagery-Verfahren (CGI) produziert wurde. 2014 waren laut Niquille bereits 75 Prozent aller Aufnahmen im Katalog des Möbelhauses computergeneriert.

Stereotype Abbildungen

&#xE80F

Eine neue Stufe der Manipulation durch Bilder, als Gegenpol zu polarisierenden Gewaltdarstellungen.

Joiri Minaya wiederum untersucht mit „#dominicanwomengooglesearch“ stereotype Abbildungen von Frauen aus der Karibik. In einem zweiten Projekt, „A Marooned Picturesque“ versteckt sie die Umrisse der Frauenkörper hinter Pflanzenornamenten und Landschaftsdarstellungen. Es ist ein Versuch, Herrschaft über das eigene Bild zu erlangen.

Ein Schmetterling auf glitzernder Wasseroberfläche #Ingrid, 2022

Foto: Zoé Aubry & Delia

Eine spektakuläre Aktion in diesem Kontext greift Zoé Aubry in ihrem Werk „#Ingrid“ auf. Auf drei großen Bildwänden sind Fotos von Sonnenuntergängen, Landschaftsidyllen und Blütenkompositionen zusammengestellt. Es handelt sich um Fotos, mit denen Ak­ti­vis­t*in­nen die digitalen Plattformen überschwemmten, um so die Bilder der ermordeten und schrecklich zugerichteten Mexikanerin Ingrid Escamilla Vargas zu verdrängen. Die Bilder der Toten waren zunächst von sensationsgierigen Medien verbreitet worden. „The Lure of the Image“ macht daher auch Mut, sich der Macht der Bilder zu widersetzen, sie zu unterlaufen und, wie es neudeutsch heißt, „agency“ zu erlangen.

Bei den Praktiken der rebellischen Textilarbeiter des 19. Jahrhunderts dockt wiederum die Berliner Medienkünstlerin Hito Steyerl an. In ihrer frühen Videoinstallation „Strike“ (2010) schwingt sie einen Hammer und schlägt damit auf einen Monitor ein, der ganz hübsch zerbirst und seine inneren Strukturen offenbart. „The Lure of the Image“ entzaubert die digitalen Bildwelten und die Machtstrukturen dahinter nicht komplett. Aber die Ausstellung liefert Einblicke und bietet Inspirationen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Das Spiel mit Masken, Identitäten und Stereotypen: Acht Kunstausstellungen zum CSD-Wochenende in Berlin08.8723-07-2026
2Plakatausstellung in Berlin: Die Container sind immer grüner auf der anderen Seite09.7604-08-2026
3Kurzfilme in der Berlinischen Galerie: Mahnende Filmeinstellungen011.8812-08-2026
450 Jahre Galerie Nordenhake: Was Farbe kann und Malerei eigentlich ist013.6819-07-2026
5Exhibition Tour: What Photographs Look Like (Public)5709-07-2026
6Ausstellung über Mode von Madame Grès: Den Turban auf dem Kopf, die Schere um den Hals09.3120-07-2026
7Internationales Fototreffen in Arles: Hydrofeminismus und KI013.7729-07-2026
8Ausstellung Kunst und Ukrainekrieg: Der entfremdete Robo-Dog012.3923-07-2026
9Wohin am Wochenende?: Sieben Kulturtipps für Kurzentschlossene in Berlin08.2624-07-2026
10Kulturpolitik der DDR: Das Kalkül ging nicht immer auf010.421-07-2026

Классификация: . Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 10.39. Источник: www.taz.de.