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Zwölf Jahre nach Schließung: Forderung nach Krematorium für Frankfurt

Дата публикации: 06-08-2026 09:07:11

Nach Berichten über einen Engpass in Offenbach will die Fraktion BFF-DFRA-Freie Wähler prüfen lassen, ob Einäscherungen wieder in Frankfurt möglich sind.

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Im Jahr 2014 ist Frankfurt die einzige Großstadt in Deutschland ohne eigenes Krematorium geworden. Diesen Zustand will die Fraktion BFF-DFRA-Freie Wähler beenden und fordert: „Schluss mit dem Leichentourismus!“ Anlass sind Berichte über eine Überlastung des Krematoriums in Offenbach, in dem auch viele verstorbene Frankfurter verbrannt werden. Eine an den heißen Tagen deutlich erhöhte Sterblichkeit traf dort mit dem Umstand zusammen, dass eine der beiden Ofenlinien modernisiert wird. Deshalb war vorübergehend ein Kühlzelt an der Anlage aufgebaut worden.

„Das ist mit der Würde der Verstorbenen und dem Respekt vor den Angehörigen nicht vereinbar“, kritisiert der BFF-DFRA-Freie Wähler-Fraktionsvorsitzende Mathias Pfeiffer. Es sei ein „Armutszeugnis“ für eine Stadt wie Frankfurt, dass Verstorbene quer durch das Rhein-Main-Gebiet gefahren werden müssten, weil man das eigene Krematorium habe verkommen lassen. BFF-DFRA-Freie Wähler macht dafür die damaligen Dezernenten verantwortlich, insbesondere Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Die Grünen).

Die Fraktion fordert in einem Antrag, der Magistrat solle prüfen, inwieweit Bau und Betrieb eines modernen Krematoriums in Frankfurt wirtschaftlich sei. Auch mögliche Standorte und die Variante einer öffentlich-privaten Partnerschaft sollten geprüft werden. Sie möchte auch eine Bewertung unter den Aspekten der Daseinsvorsorge und des Klima- und Umweltschutzes, etwa mit Blick auf Wärmerückgewinnung und alternative Energieträger.

Das Krematorium unter dem 1912 fertiggestellten historischen Portalbau des Hauptfriedhofs wurde Ende 2013 geschlossen. Von den vier Öfen war zuvor nur noch einer in Betrieb. Die mit der Grunderneuerung 1995 kalkulierte Kapazität von 8000 Einäscherungen im Jahr war nie erreicht worden, am Ende waren es 1900, und das Krematorium erforderte einen Zuschuss von 200.000 Euro. Ein Akteneinsichtsausschuss befasste sich mit der Schließung, die damals Kritik hervorgerufen hatte. Dass die Nachfrage trotz des Trends zur Urnenbestattung in Frankfurt nicht höher war, hatte auch mit geänderten Rahmenbedingungen zu tun. So wurden 2003 Privatunternehmen als Betreiber von Krematorien zugelassen.

Die Stadtverwaltung hat keine Zahlen dazu, wo die verstorbenen Frankfurter heute eingeäschert werden. Denn die Auswahl sei Sache der Bestattungshäuser, teilt das Grünflächenamt mit. Die Wiederinbetriebnahme eines städtischen Krematoriums sei angesichts der Dichte an Krematorien um Frankfurt nicht wirtschaftlich. Wegen der gesetzlichen Anforderungen könne auch nicht auf die alten Strukturen zurückgegriffen werden. Unterdessen ist im vorigen Jahr der Anteil der Urnenbestattungen nochmals leicht gestiegen. Sie machten 76 Prozent der 4730 Bestattungen auf den 36 Frankfurter Friedhöfen aus.

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