Der Flecken Langwedel steht vor finanziellen Herausforderungen: Neue Feuerwehrstandorte und Schulmodernisierungen belasten den Haushalt. Die Kämmerin warnt vor Jahren mit hohen Fehlbeträgen.
Der Flecken Langwedel steht vor finanziellen Herausforderungen: Neue Feuerwehrstandorte und Schulmodernisierungen belasten den Haushalt. Die Kämmerin warnt vor Jahren mit hohen Fehlbeträgen.
Auf diesem Grundstück in Etelsen entsteht das neue Feuerwehrhaus, für das im kommenden Jahr 2 Millionen Euro ausgegeben werden sollen. FOCKE STRANGMANN
Der Flecken Langwedel muss in den nächsten Jahren viel Geld in die Hand nehmen, um drei neue Feuerwehrstandorte zu schaffen und die drei Grundschulen durch Baumaßnahmen fit für den Ganztagsbetrieb zu machen. Das wird die Finanzen der Gemeinde wenig überraschend stark belasten. Einen Vorgeschmack darauf bietet der Haushaltsentwurf für das kommende Jahr, den Kämmerin Dunja Röttjer nun vorgestellt hat. Dieser offenbart Fehlbeträge, neue Kreditaufnahmen und damit höhere Schulden.
Wesentliche Zahlen: Das Jahresergebnis weist einen Fehlbetrag von mehr als 3 Millionen Euro aus. Dabei liege laut Röttjer "kein Einnahmeproblem" vor, denn bei der Einkommens- und der Gewerbesteuer wird beispielsweise mit steigenden Erträgen kalkuliert. Jedoch muss voraussichtlich auch mehr Geld für Personal und die Transferaufwendungen wie die Kreisumlage ausgegeben werden. Die Erträge steigen insgesamt um 3,5 Prozent, die Aufwendungen jedoch um 4,7 Prozent. Daher stellt sich das Gesamtergebnis noch schlechter dar als im laufenden Jahr. Das wirkliche "Sorgenkind" der Gemeinde ist laut Röttjer aber der Finanzhaushalt. Denn im Ergebnis aus laufender Verwaltungstätigkeit steht ein Fehlbetrag von mehr als 2 Millionen Euro. Es gebe somit "keine eigenen Mittel zur Investitionsfinanzierung".
Investitionen: Für den Neubau der Stützpunktfeuerwehr Cluvenhagen-Etelsen wurden in den Haushaltsplan 2 Millionen Euro eingestellt (insgesamt sind für das Projekt 5 Millionen Euro veranschlagt). Ebenfalls 2 Millionen Euro fließen 2026 in die Erweiterung der Grundschule Etelsen, für die insgesamt 4,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden müssen. Planungskosten in Höhe von 300.000 Euro werden im kommenden Jahr für die Arbeiten an der Grundschule Völkersen nötig. Weitere Kosten für die eigentliche Maßnahme schließen sich dann in den Folgejahren an. Außerdem eine große Investition in 2026 fernab von Brandschutz und Bildung: 270.000 Euro für den Ausbau eines Teilstücks der Marienstraße.
Auswirkungen: Geplant ist die Aufnahme von Krediten in Höhe von 4 Millionen Euro. Ein kalkulierter Schuldenanstieg des Fleckens auf etwa 12,8 Millionen Euro Ende 2026 wird sich damit nicht verhindern lassen. Gleichzeitig nimmt trotz der Kreditaufnahme auch die Liquidität Langwedels durch die Investitionssummen weiter deutlich ab.
Positive Aspekte: Im Bereich der Steuereinnahmen sei die Entwicklung laut Röttjer im Moment weiterhin positiv. Trotz des kalkulierten hohen Fehlbetrages im Jahresergebnis drohen der Gemeinde zudem keine Konsequenzen, da noch ausreichend Überschussrücklagen vorhanden sind. "Der Haushaltsausgleich ist mittelfristig nicht gefährdet", so Röttjer.
Ausblick: Auch für die sich anschließenden Haushalte 2027 bis 2029 rechnet die Langwedeler Kämmerin mit "deutlichen Defiziten". Dabei seien viele notwendige Investitionen dabei noch gar nicht berücksichtigt, etwa Arbeiten an Bestandsgebäuden, der Abwasserkanäle oder der Straßen. Auch die Kosten für die noch anstehenden Errichtungen der neuen Feuerwehrhäuser für Daverden-Langwedel und Holtebüttel-Völkersen sind unklar. Ein unsicherer Faktor bei der Finanzplanung sind laut Röttjer zudem bundes- und landespolitische Beschlüsse, durch die eventuell weitere Ausgaben entstehen. Klar sein müsse laut Röttjer, dass Verwaltung und Politik nach Einsparmöglichkeiten suchen müssen. Die Kämmerin machte deutlich: "Es gibt keinen Spielraum für freiwillige Großprojekte".
Der Haushaltsentwurf wird nun in den politischen Gremien beraten. Zunächst sind alle Ortsräte an der Reihe: Langwedel am 17. November im Sitzungssaal des Rathauses, Völkersen am 18. November im Grashoff's, Holtebüttel am 19. November im Schützenhaus, Daverden am 20. November im Sitzungssaal des Rathauses und Etelsen am 24. November in der Aula der Grundschule. Alle Sitzungen sind öffentlich und beginnen um 18.30 Uhr, nur der Ortsrat Langwedel tagt bereits ab 18 Uhr.
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