Die Volksbank Osterholz Bremervörde hat ihre Bilanz für 2024 vorgelegt und kann mit durchweg guten Zahlen glänzen. Personelle Veränderungen gibt es aber aus anderen Gründen im Aufsichtsrat des Kreditinstituts.
Die Volksbank Osterholz Bremervörde hat ihre Bilanz für 2024 vorgelegt und kann mit durchweg guten Zahlen glänzen. Personelle Veränderungen gibt es aber aus anderen Gründen im Aufsichtsrat des Kreditinstituts.
Die Volksbank Osterholz Bremervörde hatte in die Osterholz-Scharmbecker Stadthalle zu ihrer Vertreterversammlung eingeladen. Christian Kosak
Die Vertreterversammlung der Volksbank Osterholz Bremervörde stand diesmal ganz im Zeichen einer Wachablösung: Der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Rolf-Pissarczyk betrat zum letzten Mal die Bühne der Stadthalle, um das Treffen der Delegierten zu moderieren. Im Namen des Vorstandes dankte Jan Mackenberg dem Co-Geschäftsführer des Ritterhuder Familienunternehmens Bäckerei Rolf und bescheinigte ihm, auch in "hakeligen Momenten stets Lösungen gefunden zu haben, die unser Haus heute so erfolgreich und gut aufgestellt dastehen lassen".
Bastian Grimm wurde zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der Volksbank gewählt.
Foto: Volksbank Osterholz-Bremervörde
Für Rolf-Pissarczyk, der zehn Jahre an der Spitze des Aufsichtsrates stand, war die Wiederwahl aus Altersgründen satzungsgemäß ausgeschlossen, was auch für den Gnarrenburger Wolfgang Rohde galt. Dafür rückten mit den Stimmen der 175 gewählten Vertreter die Osterholz-Scharmbecker Unternehmerin Imke Fleischer (39) und der Gnarrenburger Dennis Kück (54) nach. Letzterer ist als Führungskraft bei einem Oytener Unternehmen beschäftigt, das industrielle Filtertechnik fertigt. Zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wurde in der noch am gleichen Abend abgehaltenen konstituierenden Sitzung Bastian Grimm, Inhaber der Firma Kolster in Osterholz-Scharmbeck, gekürt und zu seinem Stellvertreter Heinz Korte (Bevern). Grimm rückte vom Posten des stellvertretenden Vorsitzenden an die Spitze des Gremiums.
Bilanzsumme steigt um 3,2 ProzentJan Mackenberg blickte in seinem Vorstandsbericht auf ein Jahr zurück, das erneut von wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt war. Dabei habe die Volksbank aber zeigen können, wie tragfähig das genossenschaftliche Modell sei. Die Bilanzsumme ist zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres auf über 1,82 Milliarden Euro gestiegen, 3,2 Prozent mehr als 2024.
Man habe ein sehr gutes Ergebnis erzielt, resümierte Mackenbergs Vorstandskollege Michael Kersting. Der Jahresüberschuss in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro soll folgendermaßen Verwendung finden: 1,18 Millionen als Zuführung ans Eigenkapital und über 920.000 Euro für die Ausschüttung von vier Prozent Dividende auf die gezeichneten Geschäftsanteile. Dieser gemeinsame Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.
Die alte und neue Führungsriege der Volksbank Osterholz Bremervörde mit
(von links) Michael Kersting, Stefanie Kase, Dennis Kück, Andreas Rolf-Pissarczyk, Imke Fleischer-Schorn, Wolfgang Rohde, Bastian Grimm und Jan Mackenberg.
Foto: Volksbank Osterholz-Bremervörde
Der Vorstand zählte die Herausforderungen im wirtschaftlichen Umfeld auf: geopolitische Spannungen, verhaltene Konjunktur, Unsicherheiten im internationalen Handel sowie "eine insgesamt hohe Sensibilität und Verunsicherung bei Unternehmen und privaten Haushalten". Die Zinsentwicklung veranlasse die Kundschaft, Investitionsentscheidungen sorgfältiger abzuwägen, Finanzierungen noch bewusster zu planen, berichtete Michael Kersting. "Liquidität gewinnt weiter an Bedeutung. Parallel dazu bleibt der regulatorische Rahmen für Banken weiterhin herausfordernd. Neue Vorgaben, erweiterte Dokumentationspflichten und hohe Anforderungen an Eigenkapital, IT-Sicherheit und Prozesse begleiten unseren Alltag."
Für Stefanie Kase, drittes Mitglied der Führungsriege, zeugt das deutliche Wachstum des von der Volksbank betreuten Kapitals von Vertrauen der Kunden und Mitglieder in die Volksbank und ihre Verbundpartner. Es erreichte bei einem Anstieg um 4,84 Prozent zum Vorjahresende annähernd 4,2 Milliarden Euro. In der genannten Kennzahl sind neben den bilanzierten Einlagen und Krediten auch die betreuten Volumina der Partner – Fondsgesellschaft, Bausparkasse, Privatbank und Versicherung – enthalten, schließlich auch Darlehen, die an Partnerinstitute vermittelt werden.
Michael Kersting, Jan Mackenberg und Stefanie Kase (von links) vom Vorstand der Volksbank auf der Bühne der Stadthalle.
Foto: Christian Kosak
Auch bei den Kundenkrediten wird in der Bilanz mit fast 1,36 Milliarden Euro eine deutlich höhere Summe (ein Plus von 9,1 Prozent) als 2024 ausgewiesen. Das Gesamtkreditvolumen – inklusive der Vermittlungen an die Verbundpartner – stieg auf über 1,84 Milliarden Euro, was 7,7 Prozent Wachstum entspricht. Die Kundeneinlagen schlugen sich mit 1,32 Milliarden Euro in der Bilanz nieder. Kase: "Unsere Kundschaft denkt Geldanlage heute neu: Sie löst sich zunehmend von rein klassischen Sparprodukten und setzt stärker auf chancenorientierte Alternativen."
Michael Kersting, der mit dem Zahlenwerk fortfuhr, hob den Zinsüberschuss hervor, der Ende 2025 mit 41,99 Millionen Euro beziffert wurde. Ein Zuwachs von 18,02 Prozent. "Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung waren neben dem Zinsniveau und den hohen Zinseinnahmen aus dem Kreditwachstum unter anderem gestiegene Ausschüttungen aus den Eigenanlagen." Mit den Tarifanpassungen sind auch die Kosten fürs Personal gestiegen, die in dem mit insgesamt 31,5 Millionen Euro zu Buche schlagenden Verwaltungsaufwand enthalten sind. Das Betriebsergebnis wird mit 23,75 Millionen Euro ausgewiesen.
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