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Dax-Sentiment: Börsenlage verbessert sich – „Es ist wieder an der Zeit, sich über Zukäufe Gedanken zu machen“

Дата публикации: 27-07-2026 13:16:32

Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten treibt die Kurse an. Eine Handelsblatt-Umfrage zeigt, dass viele Anleger darauf nicht vorbereitet sind. Das könnte den Markt weiter unterstützen.

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Dafür befragt das Handelsblatt jeden Freitagmorgen bis Samstagabend mehr als 10.000 Privatanlegerinnen und -anleger nach ihrer aktuellen Markteinschätzung. Die Antworten wertet Stephan Heibel, Geschäftsführer des Analysehauses AnimusX, aus und ergänzt sie um weitere Indikatoren.

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass sich die Anlegerstimmung immer noch im negativen Bereich befindet. Sie verbessert sich von minus 3,5 Punkten in der Vorwoche auf lediglich minus 2,8 Punkte. Extremwerte starten bei minus vier Zählern.

Das zeigt, dass nur wenige Anleger mit einem kurzfristigen Aufwärtstrend rechnen. Steigen die Kurse überraschend, müssen sie ihre Positionen überdenken. Weitere Käufe können die Kurse dann noch weiter nach oben treiben.

Auch die Verunsicherung nimmt nur leicht ab. Sie verbessert sich von minus 4,9 auf minus 3,4 Punkte. Sie wird gemessen, indem die Umfrageteilnehmer angeben, ob sich in der vergangenen Woche ihre Erwartungen erfüllt haben.

Dass mehr als die Hälfte der Anleger angibt, dass sich ihre Erwartungen kaum oder gar nicht erfüllt haben, unterstreicht die negative Einschätzung der aktuellen Situation. Denn das bedeutet, dass die Anleger von dem Kursplus von 1,1 Prozent, das der Dax in der vergangenen Woche erzielte, überrascht wurden.

Interessant ist dabei die unterschiedliche Entwicklung in den USA und Deutschland. Jenseits des Atlantiks verlor der marktbreite Index S&P 500 in der vergangenen Woche 0,7 Prozent. Heibel führt das auf eine veränderte Wahrnehmung des Booms Künstlicher Intelligenz (KI) zurück.

„Die KI-Rally, die in den vergangenen Monaten auch den S&P 500 mit nach oben zog, drückte den Index nun nach unten. Den Dax erreicht das aber nicht, weil er kaum KI-Werte enthält“, sagt Heibel. Weil das Thema KI die meiste Öffentlichkeit bekomme, dominierten auch in der Wahrnehmung die Verluste von KI-Aktien, während die Erfolge von Versorgern, Pharmakonzernen und Finanztiteln kaum Berücksichtigung fänden.

Anleger sichern sich über Put-Optionen ab

Diese kurzfristige Skepsis zeigt sich auch am Terminmarkt. Daten der Börse Stuttgart zeigen, dass Privatanleger dort vornehmlich Put-Optionen kaufen, die bei fallenden Kursen am Aktienmarkt im Wert steigen. „Absicherungen sind gefragt, um sich gegen den nächsten Ausverkauf, vielleicht gegen das finale Crescendo der aktuellen KI-Korrektur, abzusichern“, sagt Heibel.

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Auch institutionelle Anleger greifen zu Put-Absicherungen statt zu Call-Optionen, mit denen sie von steigenden Kursen profitieren könnten. Das zeigen Daten der europäischen Terminbörse Eurex. „Das Put/Call-Verhältnis für den Dax steigt auf 2,8 und notiert damit bereits im Extrembereich“, sagt der Sentiment-Experte.

Immerhin bleiben Anleger mittelfristig moderat zuversichtlich. Der dazugehörige Wert notiert erneut bei 1,3 Punkten. Er wird ermittelt, indem Anleger angeben, welche Marktphase sie in drei Monaten erwarten. Je optimistischer sich die Befragten dort äußern, desto höher ist der Zuversichtswert.

Die Kaufbereitschaft steigt sogar leicht wieder an. Von 0,7 Punkten geht es auf 1,2 Punkte aufwärts.

Für die kommenden Tage ist das eine konstruktive Ausgangslage, erklärt Heibel: „Bezüglich der künftigen Entwicklung haben Anleger alle Sicherheitsmechanismen aktiviert, die ihnen verfügbar sind. Es hat den Anschein, als seien sich alle Anleger einig, dass der Ausverkauf im KI-Sektor böse enden muss.“

Genau das spreche gegen eine solche Entwicklung. „Nach der Sentiment-Theorie, die in der Anlegerstimmung einen Kontraindikator sieht, dürfte nun also genau das nicht passieren“, sagt der AnimusX-Geschäftsführer.

Viele KI-Aktien sind günstiger geworden

Denn wenn Anleger sich bereits auf fallende Kurse vorbereitet haben, ist ein erheblicher Pessimismus in den Kursen enthalten. Dadurch könnte ein Abverkauf „entweder früher enden als erwartet oder sich länger und ohne heftige Verluste hinziehen“.

Heibels Fazit lautet daher: „Die Sentiment-Daten signalisieren, dass es nun wieder an der Zeit ist, sich über Zukäufe Gedanken zu machen.“ Viele KI-Aktien seien inzwischen wieder günstiger geworden. Aber auch die Aktien anderer Segmente seien nicht überteuert.

„Ich möchte daher nicht ausschließen, dass sich Anleger in diesem Sommer frühzeitig für eine erwartete Herbstrally positionieren“, sagt Heibel. Die Entwicklung am Montag zeigt zumindest schon einmal eine gewisse Kaufbereitschaft.

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Seit 2014 analysiert Stephan Heibel die Handelsblatt-Umfrage. Foto: Matthias Martin, Berlin

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Классификация: Экономика. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 13.61. Источник: www.handelsblatt.com.