Die Balearen-Regierung hat im Vorfeld der für Sonntag (26.7.) angekündigten Demonstration gegen die touristische Überlastung den wachsenden Unmut der Bevölkerung über die Folgen des Tourismusmodells eingeräumt. Nach der Sitzung des Ministerrats erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Regierungssprecher Antoni Costa, das Kabinett sei sich der Lage sehr wohl bewusst und „verstehe den Unmut der Bürger“. Zugleich betonte er, dass die Regierung seiner Meinung nach die einzigen Maßnahmen zur Begrenzung ergriffen habe, die es in der Geschichte der Balearen je gegeben habe.
Die Balearen-Regierung hat im Vorfeld der für Sonntag (26.7.) angekündigten Demonstration gegen die touristische Überlastung den wachsenden Unmut der Bevölkerung über die Folgen des Tourismusmodells eingeräumt. Nach der Sitzung des Ministerrats erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Regierungssprecher Antoni Costa, das Kabinett sei sich der Lage sehr wohl bewusst und „verstehe den Unmut der Bürger“. Zugleich betonte er, dass die Regierung seiner Meinung nach die einzigen Maßnahmen zur Begrenzung ergriffen habe, die es in der Geschichte der Balearen je gegeben habe.
Costa räumte ein, dass diese Schritte von einigen gesellschaftlichen Gruppen als unzureichend angesehen werden könnten. Manche seien möglicherweise der Meinung, „dass noch weitere Maßnahmen hätten beschlossen werden können“. Die Regierung akzeptiere diese Kritik, verteidige jedoch die getroffenen Entscheidungen, die „allmählich Wirkung zeigen“.
Eine abschließende Bilanz der Tourismussaison wollte der Regierungssprecher noch nicht ziehen. Er zeigte sich jedoch überzeugt, dass die Zahlen nach dem Sommer belegen würden, dass die Maßnahmen zur Begrenzung erste Früchte tragen. Als Beispiel nannte er den Rückgang der Kreuzfahrtpassagiere: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seien rund 30.000 Passagiere weniger angekommen. Die von der Regierung eingeleiteten Maßnahmen trügen dazu bei, den touristischen Druck zu bremsen.

Erklärt, den Unmut der Menschen zu verstehen: Regierungssprecher Toni Costa. / Caib
Grenze des Wachstums erreichtCosta betonte erneut, die Balearen hätten die Grenze des touristischen Wachstums erreicht. Damit wiederholte er eine Botschaft, die die Regierung seit Monaten vertritt. „Wir haben die Obergrenze erreicht, wir sind am Limit und können nicht weiter wachsen“, sagte er. Zugleich grenzte er diese Haltung ausdrücklich von Forderungen nach einem bewussten Rückgang der touristischen Aktivität ab. „Das eine sind Maßnahmen zur Begrenzung, damit das Volumen nicht weiter wächst. Etwas anderes ist ein Schrumpfkurs."
Der stellvertretende Ministerpräsident warnte zudem diejenigen, die eine Verringerung der Touristenzahlen fordern. Wer sich für einen Rückgang des Tourismus ausspreche, müsse „die ganze Wahrheit sagen“, da eine solche Strategie seiner Ansicht nach unmittelbare Folgen für den Arbeitsmarkt hätte. „Ein Rückgang des Tourismus hätte Konsequenzen für die Beschäftigung. Manche Menschen müssten ihre Koffer packen."
Maßnahmen zur Begrenzung mit wirtschaftlichem Wandel begleitenLaut dem Regierungssprecher darf sich die Debatte nicht allein auf Wachstumsgrenzen beschränken. Maßnahmen zur Begrenzung müssten von einem wirtschaftlichen Wandel begleitet werden, der die Abhängigkeit vom Tourismus schrittweise verringere. Costa sprach sich dafür aus, Branchen aus den Bereichen Innovation, Wissen und höherwertige Wertschöpfung gezielt zu fördern. Eine solche wirtschaftliche Transformation sei „unverzichtbar“, um künftig nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten. Nötig sei daher eine Debatte, die Maßnahmen zur Begrenzung mit einer stärkeren Diversifizierung der balearischen Wirtschaft verbinde.
Auf die Kritik an früheren Kampagnen der PP gegen die sogenannte Tourismusphobie wollte Costa nicht näher eingehen. Er beschränkte sich darauf, die Arbeit der aktuellen Regierung zu verteidigen. „Es ist nicht dasselbe, in der Opposition zu sein oder zu regieren“, sagte er. Die Regierung trage nun die Verantwortung, auf ein Problem zu reagieren, das sich seiner Darstellung nach „bis vor einigen Jahren noch nicht in der heutigen Intensität gezeigt hat“.
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