Falsche KI-Erweiterungen werden massenhaft installiert. Woran sich schädliche Apps und Add-ons erkennen lassen, bevor Daten abfließen.
Falsche KI-Erweiterungen werden massenhaft installiert. Woran sich schädliche Apps und Add-ons erkennen lassen, bevor Daten abfließen.
Kürzlich haben Sicherheitsforscher eine Kampagne mit falschen KI-Browsererweiterungen beschrieben, die sich als Assistenten zum Chatten, Zusammenfassen oder Schreiben ausgaben – und in Summe über 260.000 Mal installiert wurden. Trotz seriöser Aufmachung waren es keine harmlosen Produktivitätshelfer: Teile der Funktionalität wurden von entfernten Servern nachgeladen, sodass sich das Verhalten der Programme später unauffällig ändern konnte, ohne dass der Nutzer dies bemerkte. In den Analysen finden sich außerdem Funktionen, die Inhalte aus geöffneten Tabs auslesen und bei E-Mail-Diensten sogar Nachrichtentexte erfassen können.
Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker forscht und berät als Direktor des cyberintelligence.institute international zu Cybersicherheit, digitaler Resilienz sowie IT-Recht in China und den USA. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
Der Kern des Problems ist schnell erklärt: Apps und Erweiterungen sind kleine Programme mit Rechten. Je mehr Rechte sie erhalten, desto mehr sehen sie auch. Im Browser ist das besonders heikel, weil manche Berechtigungen den Zugriff auf Daten auf allen besuchten Websites erlauben – also potenziell auch auf Login-Seiten, Webmail, Online-Banking oder interne Portale. Auf dem Smartphone gilt Ähnliches: Der Zugriff auf Kontakte, SMS, Dateien, Mikrofon oder Bedienungshilfen ist im Zweifel ein Generalschlüssel für das digitale Leben.
App-Stores prüfen die bei ihnen angebotenen Programme zwar grundsätzlich, doch der eingangs geschilderte Fall zeigt eine Schwachstelle: Wenn sich ein Programm nach der Installation aus dem Netz durch den Anbieter verändern lässt, ist seine Funktionalität nur schwer kontrollierbar. Schlimmer noch: Sollte eine Schadsoftware einmal enttarnt worden sein, taucht sie oft unter neuem Namen und neuer Kennung als Variante wieder zum Download auf.
Dennoch gibt es einige Hinweise und Tipps, woran man solche trojanischen Apps und Extensions erkennen kann:
Als Grundregel gilt immer: möglichst wenige Zusatz-Apps und Erweiterungen installieren, um nicht den Überblick zu verlieren, regelmäßige Updates und ein kleiner Frühjahrsputz in jedem Jahr, bei dem ungenutzte Tools entfernt werden. Auf dem Betriebssystem Android, das aufgrund der hohen Nutzerzahlen besonders oft von schädlichen Apps geplagt ist, kann die Funktion „Play Protect“ Apps prüfen und vor schädlichem Verhalten warnen oder sie entfernen.
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