Cyberkriminelle missbrauchen offenbar bereits gehackte WhatsApp-Konten, um schädliche Anhänge zu verschicken. Die Dateien wirken harmlos, können aber unbemerkt Fernzugriff auf Ihr System ermöglichen.
Cyberkriminelle missbrauchen offenbar bereits gehackte WhatsApp-Konten, um schädliche Anhänge zu verschicken. Die Dateien wirken harmlos, können aber unbemerkt Fernzugriff auf Ihr System ermöglichen.
Sicherheitsexperten von Kaspersky warnen vor einer neuen Malware-Kampagne, die sich über WhatsApp verbreitet. Das Besondere an der Masche: Die schädlichen Anhänge kommen nicht von unbekannten Absendern, sondern über bereits kompromittierte Konten. Für Empfänger sieht es deshalb so aus, als stamme die Nachricht von einem vertrauten Kontakt.
Die Dateien sind laut Kaspersky als ganz normale Geschäftsunterlagen getarnt. Dazu zählen etwa Rechnungen, Kontoauszüge, Zahlungsbelege oder Mahnungen. Die Dateinamen wurden in mehreren Sprachen angelegt, darunter auch Deutsch. Das spricht dafür, dass die Angriffe auch Nutzer in Europa und Deutschland treffen könnten.
Wer einen solchen Anhang öffnet, startet nach Erkenntnissen der Forscher eine mehrstufige Infektion. Zunächst wird ein Skript auf dem Gerät ausgeführt. Danach lädt das System weitere Dateien aus dem Internet nach und installiert am Ende eine Software zur Fernüberwachung und Fernsteuerung. So können Angreifer unbemerkt Zugriff auf das betroffene Gerät erhalten.
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Kaspersky-Experte Fareed Radzi erklärt, dass die Täter gezielt das Vertrauen in Messenger-Dienste ausnutzen. Gerade weil die Nachrichten scheinbar von bekannten Kontakten stammen, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Empfänger die Dateien öffnen.
Besonders problematisch ist nach Angaben der Forscher, dass die Schadsoftware mit Funktionen arbeitet, die eigentlich für legitimen IT-Support gedacht sind. Dadurch fällt ein Missbrauch oft weniger schnell auf. Vor allem Skript- und ausführbare Dateien wie .vbs, .exe, .bat, .cmd, .js oder .ps1 sollten deshalb niemals ungeprüft geöffnet werden.
Die Warnung passt zu einem größeren Trend. Messenger werden für Kriminelle immer attraktiver. Laut dem Statistischen Bundesamt nutzten in Deutschland im 1. Quartal 2025 bereits 83 Prozent der 16- bis 74-Jährigen Messengerdienste wie WhatsApp, Signal oder Telegram. Je alltäglicher diese Apps werden, desto leichter lassen sich Vertrauen und Routine ausnutzen. Für Sie heißt das: Nicht nur E-Mails, sondern auch Nachrichten in Messengern sollten bei Anhängen, Zahlungsaufforderungen oder dringenden Dokumenten immer mit Misstrauen geprüft werden.
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