Die Osterferien starten – doch Cyberkriminelle machen keinen Urlaub. Wie Sie Ihre digitale Sicherheit auf Reisen wirksam schützen.
Die Osterferien starten – doch Cyberkriminelle machen keinen Urlaub. Wie Sie Ihre digitale Sicherheit auf Reisen wirksam schützen.
Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude ist groß – es ist Ferienzeit. Doch während Sie an Strand oder Pool entspannen, lauern im digitalen Raum Gefahren, die den Erholungswert schnell zunichtemachen können. Datendiebstahl, Finanzbetrug und Angriffe auf die Privatsphäre sind auf Reisen keine Seltenheit. Wer ein paar einfache Regeln beachtet, kann sich jedoch wirksam schützen.
Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker forscht und berät als Direktor des cyberintelligence.institute international zu Cybersicherheit, digitaler Resilienz sowie IT-Recht in China und den USA. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
Gute Cybersicherheit beginnt nicht erst am Urlaubsort, sondern schon zu Hause. Aktualisieren Sie vor der Abreise alle Geräte – Smartphone, Tablet und Laptop – auf den neuesten Softwarestand. Sicherheitsupdates schließen bekannte Schwachstellen, die Angreifer gezielt ausnutzen. Aktivieren Sie außerdem die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Ihre wichtigsten Konten: E-Mail, Online-Banking und Cloud-Dienste. So bleibt der Zugang geschützt, selbst wenn ein Passwort in falsche Hände gerät.
Erstellen Sie zudem ein Backup Ihrer wichtigsten Daten in einem Cloud-Dienst oder auf einer externen Festplatte. Falls ein Gerät verloren geht oder gestohlen wird, sind Fotos und Dokumente dann nicht verloren. Überlegen Sie auch, welche Geräte Sie wirklich brauchen – je weniger Technik Sie mitnehmen, desto kleiner ist die Angriffsfläche.
Am Flughafen, im Hotel oder im Café – öffentliche WLAN-Netzwerke sind bequem, aber auch ein beliebtes Einfallstor für Cyberkriminelle. Über sogenannte Man-in-the-Middle-Angriffe können Dritte den Datenverkehr mitlesen und sensible Informationen abfangen. Der wirksamste Schutz ist ein VPN, also ein virtuelles privates Netzwerk. Damit wird Ihre Internetverbindung verschlüsselt – egal, wie unsicher das WLAN vor Ort ist.
Falls kein VPN zur Verfügung steht, nutzen Sie lieber die mobile Datenverbindung Ihres Smartphones – diese ist deutlich schwerer abzufangen. Deaktivieren Sie die automatische Verbindung zu bekannten Netzwerken, damit sich Ihr Gerät nicht unbemerkt in ein manipuliertes Netzwerk einwählt.
Besonders in beliebten Touristenregionen – etwa an der spanischen Costa del Sol oder auf Mallorca – kommt es immer wieder zu Betrugsversuchen an Geldautomaten. Dabei werden Skimming-Geräte auf den Karteneinschub montiert, die Ihre Kartendaten unbemerkt kopieren. Prüfen Sie vor jeder Nutzung, ob der Automat Auffälligkeiten zeigt: Wackelt der Karteneinschub, sitzt die Tastatur ungewöhnlich hoch? Im Zweifel wählen Sie einen Automaten in einer Bankfiliale.
Setzen Sie im Urlaub auf kontaktloses Bezahlen per Smartphone oder Smartwatch. Diese Verfahren nutzen einmalige Transaktionscodes und geben Ihre tatsächliche Kartennummer nicht preis. Viele Banken bieten zudem die Möglichkeit, Karten vorübergehend zu sperren oder Ausgabelimits fürs Ausland festzulegen – eine sinnvolle Maßnahme, die sich in der Banking-App schnell einrichten lässt.
Je nach Reiseziel gelten unterschiedliche Regeln und Risiken. In Spanien etwa ist die Nutzung öffentlicher WLAN-Netze besonders verbreitet – in Hotels, Restaurants und an Stränden. Gleichzeitig zählt das Land zu den europäischen Staaten mit den meisten registrierten Phishing-Angriffen. Seien Sie deshalb skeptisch bei E-Mails oder SMS, die angeblich von Ihrer Unterkunft, einem Paketdienst oder einer Mautstation stammen und zur Eingabe persönlicher Daten auffordern. In der Türkei oder Nordafrika sollten Sie bedenken, dass VPN-Dienste eingeschränkt sein können – installieren und testen Sie Ihr VPN deshalb vor der Abreise.
Social Media gehört für viele zum Urlaub dazu. Doch wer in Echtzeit Fotos und Standorte teilt, verrät nicht nur seinen Aufenthaltsort, sondern signalisiert auch, dass die eigene Wohnung unbewohnt ist. Posten Sie Urlaubsbilder lieber nach der Rückkehr oder schränken Sie die Sichtbarkeit auf enge Kontakte ein.
Digitaler Stress muss den Urlaub nicht begleiten. Wer sich vor der Reise wenige Minuten Zeit nimmt, schützt sich wirksam vor den häufigsten Bedrohungen. Aktualisierte Geräte, ein VPN, kontaktloses Bezahlen und ein gesunder Menschenverstand – mehr braucht es nicht, um die freien Tage auch digital unbeschwert genießen zu können.
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