Ex-Bayern-Profi Gianluca Gaudino erklärt im Interview, warum er zum VfR Aalen wechselt und was ihn am neuen Klub besonders reizt.
Stand: 17.06.2026, 18:00 Uhr
Von: Max Wanner

Ex-Bayern-Profi Gianluca Gaudino erklärt im Interview, warum er zum VfR Aalen wechselt und was ihn am neuen Klub besonders reizt.
Aalen. Gianluca Gaudino, einst Bundesliga- und Champions-League-Spieler beim FC Bayern, startet ein neues Kapitel: Der 29-Jährige wechselt als erfahrener Führungsspieler zum VfR Aalen, der in der kommenden Saison in der Regionalliga Südwest angreift. Im Interview spricht Gaudino über seine Beweggründe, die Rolle von Familie, seine Ziele mit dem Verein und worauf sich die Aalener Fans freuen dürfen.
Herr Gaudino, wie kam der Kontakt zum VfR Aalen zustande?
Gianluca Gaudino: Die Idee entstand vor einigen Monaten. Für mich war klar: Ich will näher zu meinem Sohn, der in München lebt. Deshalb habe ich mich mit dem Gedanken beschäftigt, wieder in Richtung Heimat zu gehen. Die ersten Gespräche mit Aalen waren locker, man hat sich ausgetauscht – konkret wurde es erst später, weil ich eigentlich noch Vertrag in Aachen hatte.
Sie haben schon bei deutlichen größeren Vereinen gespielt. Was hat Sie am VfR Aalen überzeugt?
Gaudino: Natürlich gehe ich eine Liga runter, aber das Projekt ist sehr attraktiv. Die Gespräche mit Trainer und Verantwortlichen waren top, die Ambitionen des Vereins stimmen. Und die Nähe zu München passt für mich auch privat sehr gut.
Wie haben Sie Trainer Beniamino Molinari bisher erlebt?
Gaudino: Sehr ambitioniert, sehr sympathisch – in der Kommunikation auf Augenhöhe. Ich hatte wirklich gute Gespräche mit ihm. Seine großen Ambitionen haben mich überzeugt.
Was ist mit dem VfR in der kommenden Saison möglich?
Gaudino: Die Regionalliga Südwest ist stark besetzt. Wir müssen auf den Leistungen der letzten Saison aufbauen und unser Potenzial ausschöpfen. Es ist wichtig, von Spiel zu Spiel zu denken und immer das Maximum herauszuholen.
Auf welcher Position sehen Sie sich selbst am ehesten?
Gaudino: Ich bin im Mittelfeld flexibel einsetzbar, habe auf der Sechs, Acht und auch auf der Zehn gespielt. Am Ende entscheidet der Trainer, aber ich kann überall helfen.
Erwartet man von Ihnen eine Führungsrolle?
Gaudino: Klar, ich bringe viel Erfahrung mit. Ich habe gelernt, in Drucksituationen ruhig zu bleiben und kann der Mannschaft helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Am Ende zählt aber, dass das Team funktioniert.
Was nehmen Sie aus Ihrer Zeit beim FC Bayern unter Pep Guardiola mit?
Gaudino: Die Zeit hat mich geprägt, fußballerisch und menschlich. Aber gerade die Stationen danach, fernab vom reinen Ballbesitz-Fußball, haben mir neue Perspektiven gegeben. Ich konnte überall viel lernen und reifen.
Gab es Überlegungen, dass Sie höherklassig hätten bleiben können?
Gaudino: Ja, ich hätte auch in der 3. Liga bleiben oder auf eine Chance in der 2. Liga hoffen können. Aber ich habe mich ganz bewusst für das Projekt in Aalen entschieden – vor allem wegen der Nähe zu meinem Sohn und der sportlichen Herausforderung.
Wie werden Ihre nächsten Wochen aussehen?
Gaudino: Ich wohne aktuell in München, ziehe dann aber nach Aalen. Bis zum Trainingsstart am 25. werde ich mich mit individuellen Programmen fit halten.
Kennen Sie schon Mitspieler beim VfR?
Gaudino: Nein, es sind für mich alles neue Gesichter. Ich freue mich darauf, das Team kennenzulernen.
Ihr Vater, Maurizio Gaudino, ehemaliger Nationalspieler, ist beim VfR Aalen als Sportbeirat aktiv – welche Rolle hat er bei Ihrem Transfer?
Gaudino: Wir haben natürlich gesprochen, aber die Entscheidung habe ich hauptsächlich auf Grundlage der Gespräche mit den Verantwortlichen getroffen. Er hat mich nicht beeinflusst.
Wie würden Sie sich als Spielertyp beschreiben?
Gaudino: Ich bin ein spielerischer Typ, gerne am Ball, versuche, dem Team Stabilität und Ruhe zu geben. Aber ich habe auch gelernt, gegen den Ball zu arbeiten und flexibel zu sein.
Gab es Spieler, die Sie besonders geprägt haben?
Gaudino: Natürlich schaut man sich viel von anderen ab. In meiner Zeit bei Bayern war Thiago einer meiner Lieblingsspieler – von ihm habe ich mir viel abgeschaut, gerade was Spielstil und Präsenz auf dem Platz angeht.
Gianluca Gaudino wurde beim SV 98 Schwetzingen ausgebildet und schloss sich früh dem FC Bayern München an.
In München galt der technisch beschlagene Mittelfeldspieler als eines der vielversprechendsten Talente und rückte unter Pep Guardiola bereits als Teenager in den Profikader auf.
Nach ersten Einsätzen auf höchster Bühne setzte er seine Laufbahn im Ausland fort.
Mit den Young Boys Bern gewann Gaudino drei Meisterschaften.
2024 kehrte er nach Deutschland zurück.
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