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Der VW-Chef lanciert seinen grossen Plan: So will Oliver Blume den Autokonzern umbauen

Дата публикации: 09-07-2026 20:04:10

Der Tag der Entscheidungen bei VW endet mit einer Erklärung: Oliver Blume will das deutsche Grossunternehmen radikal umbauen. Was nun feststeht – und was noch offenbleibt.

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Der VW-Chef lanciert seinen grossen Plan: So will Oliver Blume den Autokonzern umbauen

Der Tag der Entscheidungen bei VW endet mit einer Erklärung: Oliver Blume will das deutsche Grossunternehmen radikal umbauen. Was nun feststeht – und was noch offenbleibt.

Der Konzernchef Oliver Blume will VW umbauen.

Der Konzernchef Oliver Blume will VW umbauen.

Malte Ossowski / Sven Simon / Imago

Der Tag der grossen Entscheidungen bei VW endet mit einem Beschluss für die Zukunft: Nach einer mehrstündigen Sitzung des Aufsichtsrats hat Volkswagen am Donnerstagabend Pläne für einen radikalen Umbau des Konzerns bekanntgegeben.

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So will das Unternehmen seine Modellpalette schrittweise halbieren, um die Komplexität des Angebots zu reduzieren. Die Produktionskapazitäten des VW-Konzerns sollen von 12 Millionen auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken. Bei Beteiligungen und Investitionen, die nicht direkt mit dem Autogeschäft zusammenhängen, wollen die Wolfsburger auf strategische Beiträge und Rendite fokussieren.

Der Konzernchef Oliver Blume sagt: «Bis 2030 machen wir die Volkswagen Group zum attraktivsten Automobilunternehmen der Welt.» Der Zukunftsplan bedeute für das Unternehmen die nächste Phase der Transformation.

Ein heisses Eisen lässt Blume am Donnerstagabend jedoch noch unerwähnt: die möglichen Werkschliessungen in Deutschland. Wie das «Manager-Magazin» Ende Juni berichtete, will der Konzernchef bis zu vier Werke schliessen sowie weltweit über 100 000 Stellen abbauen. Beide Zahlen tauchen in der veröffentlichten Pressemitteilung nicht auf. Experten gehen davon aus, dass die konkreten Details zum Zukunftsplan in weiteren Sitzungen des Aufsichtsrats noch ausgefochten werden müssen. Das nächste Treffen findet im September statt.

Arbeitnehmer wollen Werkschliessungen verhindern

Die Sitzung des VW-Aufsichtsrats am Donnerstagnachmittag in Wolfsburg war mit grosser Spannung erwartet worden. Teilgenommen haben die Familien Porsche und Piëch, Repräsentanten aus Katar, das grosse Anteile am Konzern hält, die Arbeitnehmer sowie das Land Niedersachsen. Der Rat hörte sich wohl die Ideen des Chefs Oliver Blume an und diskutierte über ihre Umsetzung. In deutschen Medien war von der «Woche der Wahrheit» die Rede.

Für die Angestellten bleibt die Unsicherheit riesig. Laut den Gerüchten könnte VW in den kommenden Jahren in Deutschland vier Werke schliessen: die VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. In den vier Werken sind insgesamt zirka 40 000 Mitarbeitende beschäftigt. Laut Informationen des «Spiegels» sollen bereits Anfang 2030 die ersten Standorte geschlossen werden. VW würde den Werken dann möglichst bald keine neuen Modelle mehr für die Produktion zuweisen, so die Berichte. Ein langsames Ableben also.

Die Gewerkschaft IG Metall rief am Donnerstag anlässlich der Aufsichtsratssitzung zum Protesttag im ganzen Land auf. «Das ist ein klares Signal an den Vorstand: Nicht mit uns!», teilte die IG-Metall-Chefin Christiane Benner mit. An mindestens fünfzehn Konzernstandorten im ganzen Land kam es zu Protestaktionen, auch beim Audi-Werk in Neckarsulm.

Die IG Metall macht indes klar, es handle sich um eine «Informations- und Protestveranstaltung», Arbeitsniederlegungen seien keine geplant. Unter anderem in Osnabrück, Neckarsulm, Braunschweig, Stuttgart, Emden, Hannover, Leipzig, München und Dresden versammelten sich je Dutzende bis mehrere hundert Beschäftigte. Auch am VW-Hauptsitz in Wolfsburg in Niedersachsen kamen Arbeitnehmer vor dem Hochhaus zusammen. Ob die Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte am Nachmittag die Angestellten von oben beobachteten?

Klar ist jedenfalls: Auch an der Aufsichtsratssitzung dürfte es zu grossen Auseinandersetzungen gekommen sein. Denn die Arbeitnehmer sind dort gut vertreten. Und nicht nur die Mitglieder des Aufsichtsrats der IG Metall sowie die VW-Betriebsräte haben Widerstand gegen die geplante Umstrukturierung angekündigt. Auch das Bundesland Niedersachsen, das mit zwei Sitzen im Aufsichtsrat vertreten ist, lehnt laut Berichten die Werkschliessungen ab. Hinzu kommt, dass die Kapitalseite zurzeit nur mit neun statt zehn Mitgliedern vertreten ist. Die Aufsichtsrätin Susanne Wiegand hatte das Gremium im Juni überraschend verlassen.

Laut deutschen Medien soll Blume im Rahmen des Sparprogramms die Marke VW zudem aus dem Konzernverbund ausgliedern und als eigenständige Marke führen wollen. Eine Ausgliederung würde das Mitspracherecht Niedersachsens bei VW aushebeln. Doch ohne Niedersachsens Zustimmung im Aufsichtsrat wird Blume diese Pläne nicht durchsetzen können. Kommentiert hat der Konzern diese Berichte bis jetzt nicht.

Doppelt so viele Stellen könnten wegfallen

In einer Vereinbarung von Volkswagen mit den Arbeitnehmern von Ende 2024 ist festgehalten, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 ausgeschlossen würden. Die Vereinbarung garantiert ausserdem den Erhalt der grösseren Werke in Deutschland. Wahrscheinlich ist, dass sich die Gewerkschaft in den Diskussionen auf diese Vereinbarung stützt. Die IG-Metall-Präsidentin Christiane Benner teilte diese Woche mit, dass sich die Gewerkschaft vehement gegen Werkschliessungen wehre. Sie forderte, dass der Konzern und die Politik Ideen vorlegten, um die volle Auslastung der Werke zu sichern.

Der VW-Konzern steckt in einer Krise.

Der VW-Konzern steckt in einer Krise.

Lisi Niesner / Reuters

Dass der Volkswagen-Konzern sparen muss, ist schon lange bekannt. Wie die anderen deutschen Autobauer ist auch VW mit mehreren Problemen gleichzeitig konfrontiert: dem drohenden Verbrenner-Aus in der EU, Trumps Zöllen, der grossen Konkurrenz aus China. Im Jahr 2025 hat sich der operative Gewinn von Volkswagen beinahe halbiert.

Volkswagen hatte deshalb schon im März umfangreiche Massnahmen angekündigt. 50 000 Stellen wollte man bis im Jahr 2030 abgebaut haben, darunter auch Tausende bei den Tochterfirmen Porsche und Audi. Damals hatte Blume gesagt, man werde «jeden Stein umdrehen». In den nächsten Sitzungen des Aufsichtsrats wird er herausfinden, wie weit er gehen kann.

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