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„Eine herzliche Umarmung“ von Gianni Infantino: Was ist dran an der Bevorzugung Argentiniens bei der WM?

Дата публикации: 10-07-2026 08:16:00

Immer wieder wird Fifa-Präsident Gianni Infantino Befangenheit gegenüber Argentinien und Superstar Lionel Messi unterstellt. Eine Spurensuche hinter den Verschwörungstheorien.

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Die von KI generierten Memes von Gianni Infantino und Lionel Messi sind überall: Mal trägt der mächtige Fifa-Boss Argentiniens Superstar schützend auf dem Arm und jubelt mit ihm, mal liegen sie gemeinsam mit dem WM-Pokal im Bett. Auch bei dieser Fußball-WM gibt es um das Verhältnis von Weltmeister Argentinien und dem Weltverband wieder viele Diskussionen, Spekulationen und sogar Verschwörungstheorien.

Der Vorwurf: Die Südamerikaner um Messi, die am Sonntag (3 Uhr MESZ) im Viertelfinale gegen die Schweiz antreten, würden bevorzugt und stünden eigentlich schon erneut als Weltmeister fest, wie es vor allem auf wenig seriösen Social-Media-Accounts heißt. Um welche Spielszenen geht es, was sind die Fakten und Reaktionen? Ein Überblick.

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Welche Szenen und Statistiken stehen im Fokus?

Das Messi-Foul im ersten Spiel

Zum ersten Aufreger kam es schon im Auftaktspiel Argentiniens gegen Algerien: In der 31. Minute trat Messi offensichtlich und zielgerichtet mit der Sohle Richtung Achillessehne von Aïssa Mandi. Der polnische Schiedsrichter Szymon Marciniak beließ es bei einer Ermahnung. Danach schoss Messi noch zwei seiner drei Tore zum 3:0 gegen die Nordafrikaner.

Für mich ist das eine Rote Karte.

Schiedsrichter Patrick Ittrich meint, es hätte einen Platzverweis für Messi geben müssen

„Es gibt drei Kriterien für übermäßige Härte“, erklärte der deutsche Schiedsrichter Patrick Ittrich als Experte bei MagentaTV: „Chance, den Ball zu spielen, Trefferbild und Dynamik.“ Allein die Dynamik fehle. Ittrichs Urteil: „Für mich ist das eine Rote Karte.“ Bei einem Platzverweis hätte Messi mindestens gegen Österreich gesperrt gefehlt (zumindest bei normaler Regelanwendung) – und vier statt acht Tore bei dieser WM geschossen.

Die Schlussphase gegen Ägypten

Im Achtelfinale gegen Ägypten (3:2) gab es in der hitzigen Schlussphase mehrere strittige Szenen, die zu Toren der Südamerikaner führten, die elf Minuten vor Schluss noch mit 0:2 zurückgelegen hatten. „Alle strittigen Entscheidungen sind gegen Ägypten getroffen worden. Die negativen Emotionen, die da herauskommen, die sind nachvollziehbar“, sagte Schiri-Experte Ittrich dazu. Ägypten-Coach Hossam Hassan wütete: „Das war ganz klar ein manipuliertes Spiel.“ Er ergänzte: „Vielleicht wollten sie den Weltmeister im Wettbewerb halten. Vielleicht wollten sie, dass Messi im Rennen bleibt.“

Das war ganz klar ein manipuliertes Spiel.

Ägyptens Nationalcoach Hossam Hassan ärgert sich über die Niederlage

Fakt ist aber auch: Die besagten Szenen waren allesamt nicht eindeutig, Schiedsrichter Francois Letexier aus Frankreich wurde für seine Leistung durchaus auch gelobt.

Soccer Football - FIFA World Cup 2026 - Round of 16 - Argentina v Egypt - Atlanta Stadium, Atlanta, Georgia, U.S. - July 7, 2026 Egypt coach Hossam Hassan is shown a yellow card by referee Francois Letexier as he makes anti-racism gesture  REUTERS/Paul Childs

Der ägyptische Nationaltrainer Hassan kassiert eine gelbe Karte, nachdem er eine antirassistische Geste zeigt.

© REUTERS/PAUL CHILDS

Die Karten-Statistik

Durchschnittlich nur alle 19,7 Fouls gibt es für Argentinien eine Gelbe Karte. Unter allen 48 WM-Teams haben nur Tschechien (37,0), Tunesien (27,0) und Norwegen (24,0) eine bessere Quote. Die Engländer zum Beispiel sehen alle 7,7 Fouls Gelb. Argentinien hat mehr Fouls als England begangen, aber musste nur halb so viele Verwarnungen hinnehmen.

19,7

Fouls und durchschnittlich nur eine gelbe Karte für Argentinien

Die Elfmeter-Statistik

Schon bei der WM 2022 in Katar bekam keine andere Mannschaft so viele Elfmeter zugesprochen wie der Weltmeister (fünf), der aber natürlich auch neben Mitfinalist Frankreich die meisten Spiele absolvierte. Bei der WM in diesem Jahr führt Argentinien die Statistik erneut an. Bis zum Viertelfinale wurden drei Elfmeter für sie gepfiffen. Messi verschoss allerdings zwei von ihnen (gegen Österreich und Ägypten).

Lionel Messi Argentinien, 10 schiesst einen Strafstoss. Mostafa Shobeir Aegypten, 23 pariert den Elfmeter. USA, FIFA Weltmeisterschaft, Achtelfinale, Argentinien vs Aegypten, Atlanta, 07.07.2026 FIFA Weltmeisterschaft, Achtelfinale, Argentinien vs Aegypten, Atlanta, 07.07.2026 Atlanta *** Lionel Messi Argentina, No. 10 takes a penalty kick Mostafa Shobeir Egypt, No. 23 saves the penalty kick USA, FIFA World Cup, Round of 16, Argentina vs. Egypt, Atlanta, July 7, 2026 FIFA World Cup, Round of 16, Argentina vs. Egypt, Atlanta, July 7, 2026 Atlanta Copyright: xEibner-Pressefoto/ScottxColemanx EP_SCN

Lionel Messi Argentinien schiesst einen Strafstoss, der von Ägyptens Torwart gehalten wird.

© imago/Eibner/IMAGO/Eibner-Pressefoto/Scott Coleman

Welche Rolle spielt Fifa-Präsident Gianni Infantino?

Gianni Infantino wird Befangenheit unterstellt. Angeblich sei der umstrittene Schweizer großer Unterstützer von Messi und wolle unbedingt, dass der Superstar lange im Turnier bleibt – und am besten wieder triumphiert. Öffentliche Lobreden auf den 39-Jährigen wie beim lateinamerikanischen Sender DSports dienen manchen als vermeintlicher Beleg.

Messi spielt außergewöhnlich. Aber wir kennen ihn: Er ist ein Star und es macht uns immer Freude, ihm zuzusehen.

Gianni Infantino macht keinen Hehl aus seiner Begeisterung von Messi

Dort hatte Infantino nach dem 3:2-Kraftakt im Sechzehntelfinale gegen den krassen Außenseiter Kap Verde in einem eigentlich schon beendeten Interview ganz Argentinien noch „eine herzliche Umarmung“ und „herzliche Glückwünsche“ geschickt. Zuvor hatte er geschwärmt: „Messi spielt außergewöhnlich. Aber wir kennen ihn: Er ist ein Star und es macht uns immer Freude, ihm zuzusehen.“

War die Beziehung zwischen Infantino und Messi vorher auffällig?

Nein. Aber immer wieder wird auch die Klub-WM im vergangenen Jahr als vermeintlicher Beleg für eine Bevorzugung herangezogen. Dass Messi mit Inter Miami teilnehmen konnte, war vorher nicht unbedingt zu erwarten. Es gab eine kleine Verzögerung, bevor feststand, welches Team aus dem Gastgeberland USA teilnehmen würde. Messis Klub aus Florida erhielt den Vorzug vor Meister Los Angeles Galaxy. Welchen Anteil Infantino an dieser überraschenden Entscheidung hatte, blieb jedoch unklar. (dpa)

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