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Eichstätt: Papst ernennt Christian Würtz zum neuen Bischof

Дата публикации: 07-07-2026 10:01:51



Papst Leo XIV. hat Christian Würtz (55), bisher Weihbischof im Erzbistum Freiburg, zum neuen Bischof im bayerischen Bistum Eichstätt ernannt. Das gaben der Vatikan und die beiden Bistümer diesen Dienstag (7.7.2026) zeitgleich zu Mittag bekannt. Der Zeitpunkt der Einführung steht noch nicht fest. Zu Pfingsten 2025 war Bischof Gregor Maria Hanke nach 19 Jahren im Amt vorzeitig zurückgetreten. Das Bistum wurde seitdem übergangsweise von Dompropst Alfred Rottler als Diözesanadministrator geleitet.
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Papst Leo XIV. hat Christian Würtz (55), bisher Weihbischof im Erzbistum Freiburg, zum neuen Bischof im bayerischen Bistum Eichstätt ernannt. Das gaben der Vatikan und die beiden Bistümer diesen Dienstag (7.7.2026) zeitgleich zu Mittag bekannt. Der Zeitpunkt der Einführung steht noch nicht fest. Zu Pfingsten 2025 war Bischof Gregor Maria Hanke nach 19 Jahren im Amt vorzeitig zurückgetreten. Das Bistum wurde seitdem übergangsweise von Dompropst Alfred Rottler als Diözesanadministrator geleitet.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt * Artikel aktualisiert um 12.55 Uhr

Die Ernennung des neuen Bischofs wurde am Hochfest des Bistumsgründers, des heiligen Willibald, nach dem Angelus-Gebet feierlich im Dom zu Eichstätt von Diözesanadministrator Dompropst Alfred Rottler verkündet. 

Auf die Bekanntgabe des neuen Bischofs hin gab es lang anhaltenden Applaus im Dom. Christian Würtz ist damit der 83. Bischof von Eichstätt. Der Zeitpunkt der Einführung steht noch nicht fest. Dompropst Rottler verlas dann bedeutende Stationen des Werdegangs des neuen Bischofs.

Anschließend sprach der neue Bischof einige erste Worte an alle, die im Dom oder per Livestream dabei waren. Dabei ging er auch auf das Motto der Willibaldwoche ein: 

„Liebe Schwestern und Brüder im Glaube , ,Mut machen. Aufbrechen", Das ist das Motto der diesjährigen Willibaldswoche.(...) Mit Ihrem Applaus haben Sie mir soeben Mut gemacht, dass ich von Freiburg, wo ich die letzten acht Jahre tätig war, nun aufbrechen kann zu Ihnen. Dafür danke ich Ihnen sehr.Denn es braucht Mut, sich in eine völlig neue Situation hineinzubegeben."

„Es braucht Mut, sich in eine völlig neue Situation hineinzubegeben“

Dank an Papst Leo XIV.

Christian Würtz dankte auch Papst Leo XIV. für die Ernennung zum Bischof von Eichstätt:

„In den Dank möchte ich auch unseren Heiligen Vater, Papst Leo, einschließen, der mir mit seiner Ernennung Mut macht, diese Aufgabe anzugehen. Ich möchte allen, besonders Diözesanadministrator Alfred Rottler danken, die den heutigen Tag vorbereitet haben, und auch der Landesregierung, die meiner Ernennung zugestimmt hat."

Noch kenne man sich wenig, sagte der künftige Bischof und räumte ein, dass er zwar nicht zum ersten Mal in der Diözese Eichstätt, aber erstmals im dortigen Dom sei. Er sei gespannt, sich näher kennen zu lernen.  Zu sich selbst verwies Würtz auf drei Bibelstellen, die für ihn eine wichtige Rolle spielten. Zunächst erinnerte er an seine Diakonenweihe 2004 im Schwarzwald:

„Sowohl in der Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja als auch dann im Evangelium jenes Sonntags wird uns Gott als der Immanuel, der ,Gott mit uns` vorgestellt. Zusammen haben wir Weihekandidaten das damals nicht nur als Motto für den Gottesdienst ausgewählt, sondern es ist uns weit darüber hinaus Richtschnur geworden. Immanuel - Gott mit uns. Das ist eine Erfahrung, die ich in meinem Leben immer wieder machen durfte, wenn auch in unterschiedlicher Intensität und Klarheit."

„Immanuel - Gott mit uns. Das ist eine Erfahrung, die ich in meinem Leben immer wieder machen durfte“

Treue Gottes ist keine Einbahnstraße

Zweitens ging er auf das Motto für sein priesterliches Wirken ein, aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher, das er zur Priesterweihe gewählt hatte: „Gott, der euch beruft, ist treu. Wen Gott in seine Nachfolge ruft, lässt ihn darin nicht alleine, sondern steht in Liebe und Treue zu ihm. Und unsere entscheidende Berufung erfolgte in der Taufe. In ihr sind wir alle von Gott berufen worden. Gott ist treu. Das ist meine bisherige Erfahrung. Und das wird, so vertraue ich, nun auch so sein, wenn ich meinen Dienst als Bischof in Eichstätt antreten werde."

Die Treue Gottes sei freilich keine Einbahnstraße, es gelte auch ihm weiter treu zu folgen.

Gemeinsam das Reich Gottes aufbauen

Der dritte Bibelvers, der Würtz laut eigener Aussage stark prägte, ist sein bischöflicher Wahlspruch:

„Der dritte Vers aus der Bibel stammt aus dem Vaterunser: ,Dein Reich komme.` Es ist mein bischöflicher Wahlspruch. Er wurde mir schon zuvor eine wichtige Richtschnur. Als ich vor acht Jahren als Pfarrer vom Kinzigtal im Schwarzwald nach Freiburg als Dompfarrer und Dekan wechselte, war ich in einer ähnlichen Situation wie jetzt. Ich kam in eine neue Aufgabe, bei der mir vieles unbekannt war. (...)  Da kam mir dieser Vers aus dem Vaterunser in den Sinn: ,Dein Reich komme.`Ich nahm mir vor, an meiner neuen Stelle am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken."

Dies gelte nun ebenso für sein Wirken in Eichstätt, bei dem er auch darauf setze, dass man zusammenarbeite.

„Damit ich meinen neuen Platz auf der Baustelle des Reiches Gottes finde und ausfülle, bin ich auf Ihre Mithilfe angewiesen.Sie haben Erfahrung, wie hier Kirche gelebt wird, wie am Reich Gottes gebaut wird. (...) Ich hoffe, dass auch ich mit meinen bisherigen Erfahrungen auf dieser Baustelle des Reiches Gottes das ein oder andere einbringen kann im gegenseitigen Hören und Schauen, im gemeinsamen Miteinander, auf dem Weg sein werden wir vorankommen: Machen wir uns gegenseitig Mut, damit wir nun gemeinsam aufbrechen, um weiter das Reich Gottes aufzubauen, das wir mit Jesus Christus bereits begonnen hat."

Zum Ende der Rede gab es langen Applaus und Standing Ovations im Dom. Dann wurde das Gebet nach dem Gotteslob Nr. 899 nach dem Vorbild des Willibald von Eichstätt gesprochen. Die Verkündigung des neuen Bischofs im Eichstätter Dom endete mit dem Segen. Christian Würtz  betonte zuvor, es sei eine schöne Aufgabe, den Segen zu spenden und damit auch anderen Mut zu machen, aufzubrechen. 

Erste Reaktionen

Der Eichstätter Diözesanadministrator Alfred Rottler begrüßte die Ernennung mit großer Freude: „Mit Weihbischof Christian Würtz erhält unser Bistum einen erfahrenen Seelsorger und Theologen, der sowohl in der Pastoral als auch in Leitungsaufgaben der Kirche umfassende Erfahrung mitbringt. Ich heiße ihn im Namen des gesamten Bistums Eichstätt herzlich willkommen und wünsche ihm für seinen Dienst Gottes reichen Segen.“ Zugleich dankte Rottler den Gläubigen für ihr Gebet während der Zeit der Sedisvakanz. Auch der emeritierte Bischof Gregor Maria Hanke begrüßt die Ernennung seines Nachfolgers: „Weihbischof Christian Würtz ist ein geistlich erfahrener, theologisch versierter und leitungskompetenter Hirte. Von Herzen wünsche ich ihm Gottes reichen Segen für seinen Dienst.“

Zur Person

Christian Würtz wurde 1971 in Karlsruhe geboren. Nach seinem Abitur und dem Zivildienst studierte er zunächst von 1991 bis 1996 Rechtswissenschaften und war zwei Jahre als Rechtsreferendar tätig. 2002 wurde er zum Dr. iur. utr. promoviert. Von 1998 bis 2004 studierte er zusätzlich Theologie in Freiburg und Würzburg.

Am 14. Mai 2006 wurde er in Freiburg zum Priester geweiht und war anschließend Vikar in Gammertingen. 2008 kehrte Würtz als wissenschaftlicher Assistent am Arbeitsbereich Mittlere und Neuere Kirchengeschichte/Frömmigkeitsgeschichte und Kirchliche Landesgeschichte an die Universität Freiburg zurück und wurde 2011 zum Dr. theol. promoviert.

2010 wurde er zum Pfarradministrator und 2011 zum Pfarrer der Seelsorgeeinheit Vorderes Kinzigtal ernannt. 2013 übernahm Christian Würtz zusätzlich die Aufgabe als Diözesanrichter am Erzbischöflichen Offizialat Freiburg. Im Mai 2018 erfolgte die Ernennung von Würtz zum Stadtdekan des Dekanats Freiburg, im September 2018 trat er seinen Dienst als Dompfarrer am Freiburger Münster an. Am 13. Juli 2018 ernannte Erzbischof Stephan Burger den neuen Dompfarrer außerdem zum residierenden Domkapitular an der Metropolitankirche Freiburg im Breisgau.

Unter Franziskus 2016 Weihbischof

Christian Würtz wurde am 26. April 2019 von Papst Franziskus zum Titularbischof von Germania in Dacia und zum Weihbischof in der Erzdiözese Freiburg ernannt und am 30. Juni 2019 von Erzbischof Stephan Burger zum Bischof geweiht. Er wurde im Oktober 2019 als Regens für die Priesterausbildung der Erzdiözese zuständig. Im Erzbistum Freiburg war er auch Bischofsvikar für Hochschulen. Christian Würtz ist Mitglied der Pastoralkommission und der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenzder (DBK).

Sein Wahlspruch sind die bekannten Worte aus dem Vaterunser „Adveniat regnum tuum“ (Dein Reich komme). 

Rücktritt des Vorgängers zu Pfingsten 2025

Nach fast zwei Jahrzehnten im Amt hatte der vorige Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, am Pfingstsonntag 2025 vorzeitig seinen Rücktritt erklärt. Dies sei das Ergebnis eines längeren inneren Prozesses gewesen, erklärte er damals. In seiner Amtszeit hatte Hanke auch eine Finanzaffäre Anfang 2018 publik gemacht.

Das Bistum Eichstätt

Das Bistum Eichstätt liegt im Herzen Bayerns und gehört mit seinen rund 6.025 Quadratkilometern zu den kleineren der 27 Bistümer in Deutschland. Im Bistum selbst leben knapp über eine Million Menschen, davon 334.517 (Stand: März 2026) Katholikinnen und Katholiken, in den Regierungsbezirken Oberbayern, Oberpfalz, Mittelfranken und Schwaben. Es gehört zur Kirchenprovinz des Erzbistums Bamberg. Das Bistum ist eingeteilt in acht Dekanate und in 74 Pastoralräumen mit 253 Pfarreien.

Gegründet wurde das Bistum in der Mitte des 8. Jahrhunderts, eine genaue Jahreszahl ist unbekannt. Erster Bischof war Willibald. Gemeinsam mit seiner Schwester Walburga zählt er zu den Gründergestalten des Bistums.

(vatican news/bistum eichstätt/erzbistum freiburg - sst)

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