Zum Abschluss der Vollversammlung sprach sich die Bischofskonferenz dafür aus, der zunehmenden Polarisierung durch eine Rückkehr zum Dialog und zur gegenseitigen Wertschätzung in den Institutionen entgegenzuwirken. „Wir können kein gerechteres, brüderlicheres und wohlhabenderes Land aufbauen, solange Verunglimpfung Vorrang vor dem Zuhören und Eigeninteresse Vorrang vor dem Gemeinwohl hat“, schreiben die Bischöfe in einer Erklärung.
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Zum Abschluss der Vollversammlung sprach sich die Bischofskonferenz dafür aus, der zunehmenden Polarisierung durch eine Rückkehr zum Dialog und zur gegenseitigen Wertschätzung in den Institutionen entgegenzuwirken. „Wir können kein gerechteres, brüderlicheres und wohlhabenderes Land aufbauen, solange Verunglimpfung Vorrang vor dem Zuhören und Eigeninteresse Vorrang vor dem Gemeinwohl hat“, schreiben die Bischöfe in einer Erklärung.
Giovanni Zavatta – Vatikanstadt
„Es ist an der Zeit, dass wir uns wieder als eine einzige nationale Familie zusammenschließen, das Vertrauen wiederaufbauen, einander respektvoll zuhören und uns – jeder im Rahmen seiner Verantwortung – dazu verpflichten, gemeinsam für die Gegenwart und Zukunft Panamas zu arbeiten.“ Zum Abschluss der vom 29. Juni bis zum 3. Juli abgehaltenen Vollversammlung veröffentlichte die panamaische Bischofskonferenz eine Erklärung. Darin weist sie darauf hin, dass das Land „einen entscheidenden Moment seiner Geschichte“ durchlebt, der „moralische Größe, Verantwortung und Engagement von allen“ erfordert. Stattdessen schwächten Polarisierung, der Rückgang des Dialogs, der Vertrauensverlust in die Institutionen, wirtschaftliche Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit und die Unsicherheit, unter der viele Familien und junge Menschen leiden, das soziale Gefüge, schreiben die Bischöfe, die einen dringenden nationalen Aufruf zur Versöhnung machen. „Panama muss sich mit sich selbst versöhnen. Wir können kein gerechteres, brüderlicheres und wohlhabenderes Land aufbauen, solange die Konfrontation den Dialog, die Verunglimpfung das Zuhören und das Eigeninteresse das Gemeinwohl überwiegen“, stellen sie fest.
Ein weiteres Thema, das im Verlauf der Beratungen behandelt wurde, war die Menschenwürde („kein politisches, wirtschaftliches oder privates Interesse darf über sie gestellt werden“) sowie die Gerechtigkeit. Die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, der Unabhängigkeit staatlicher Organe und der Glaubwürdigkeit der Institutionen - das ist die Forderung des von Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta angeführten Episkopats. Sie gibt zu bedenken, dass „dort, wo das Gesetz nicht mehr für alle gleich gilt, die Gerechtigkeit ihre Kraft verliert, das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben wird und die Demokratie geschwächt wird“.
Die Achtung der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenwürde sei daher „eine unverzichtbare Voraussetzung für den Aufbau einer versöhnten, gerechten und friedlichen Gesellschaft“. In diesem Sinne stelle der Zustand des Strafvollzugssystems das nationale Gewissen auf die Probe. „Die Häftlinge leben unter Bedingungen von Überbelegung, Gewalt und Verzweiflung“, prangern die Bischöfe Missstände an: „Wir dürfen dieser Realität gegenüber nicht gleichgültig bleiben, denn sie besitzen als Geschöpfe Gottes eine Würde, die kein Verbrechen und kein Umstand auslöschen kann. Die Kirche rechtfertigt weder Verbrechen noch leugnet sie das Recht der Gesellschaft auf ein Leben in Sicherheit - sie betont, dass jede Strafe auch auf die vollständige Resozialisierung, die Wiedereingliederung in die Gesellschaft und die Achtung der Grundrechte jedes Menschen ausgerichtet sein muss.“
Panama hat jedoch auch mit dem Mangel an ausreichendem und kontinuierlichem Zugang zu Trinkwasser für immer mehr Bevölkerungsgruppen zu kämpfen. Darunter Familien, Kinder, ältere Menschen, ganze Gemeinschaften, „deren Gesundheit und Lebensqualität ernsthaft beeinträchtigt sind“. Wasser „ist ein Geschenk Gottes, ein grundlegendes Menschenrecht und ein Gemeingut, das geschützt und für alle gewährleistet werden muss“. Aus diesem Grund haben die Bischöfe während der Versammlung das Thema des Wasserprojekts am Río Indio im Bezirk Donoso angesprochen, das den Bau eines Stausees vorsieht, um eine konstante Wasserversorgung sowohl für den Betrieb des Panamakanals – insbesondere in Dürreperioden – als auch für etwa zwei Millionen Einwohner des Ballungsraums der Hauptstadt zu gewährleisten.
Der Plan sieht den Bau eines Staudamms vor, durch den mehr als 4.000 Hektar überflutet werden. Aus diesem Grund leisten Landwirte und Anwohner der Region Widerstand, da sie den Verlust von Land und die Auswirkungen auf die Umwelt befürchten. Die Bischofskonferenz erinnert daran, dass ein aufrichtiger und respektvoller Dialog der einzige Weg ist, um dauerhafte Lösungen zu finden und das Gemeinwohl zu erreichen, und betont, dass „jeder Entwicklungsprozess die nationalen Interessen mit der Achtung der Rechte der Gemeinschaften, ihrer wirksamen Beteiligung an den sie betreffenden Entscheidungen und dem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung in Einklang bringen muss“.
Neben ihren Überlegungen zur Lage im eigenen Land bekunden die Bischöfe ihre Solidarität mit den Opfern des Erdbebens in Venezuela und mit den panamaischen Familien, die von den jüngsten Bränden in der Hauptstadt betroffen sind. Als Reaktion auf diese Notlage rufen sie alle Pfarrgemeinden des Landes dazu auf, sich an der landesweiten Spendenaktion zu beteiligen, die am vergangenen Sonntag, dem 5. Juli, während der Eucharistiefeiern stattfand und „deren Erlöse dazu verwendet werden, unseren Brüdern und Schwestern in Venezuela Hilfe zu leisten“.
(vatican news - sc)
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