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Ich verließ die CIA für Google – und kündigte später, um mein eigenes Unternehmen zu gründen

Дата публикации: 05-07-2026 12:35:00

16 Jahre CIA, danach Google und heute Unternehmerin: Candice Bryant erzählt, warum sie Chancen immer ergriff und schließlich ihr eigenes KI-Unternehmen gründete.

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Candice Bryant wechselte von der CIA zu Google und machte sich schließlich selbstständig.

Candice Bryant wechselte von der CIA zu Google und machte sich schließlich selbstständig.

Candice Bryant

Candice Bryant war fast 16 Jahre lang bei der CIA tätig, bevor sie zu Google wechselte.

Im vergangenen Jahr verließ sie Google, um sich neuen unternehmerischen Projekten im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu widmen.

Bryant erklärte, dass die Entscheidung, Chancen zu ergreifen, ihre Karriere geprägt habe.

Dieser Erfahrungsbericht basiert auf einem Gespräch mit Candice Bryant. Sie arbeitete bis Oktober vergangenen Jahres als Managerin für interne Kommunikation bei Google, bevor sie das Unternehmen verließ, um sich auf ihre unabhängige Beratungstätigkeit und den Aufbau von KI-bezogenen Produkten zu konzentrieren. Vor ihrer Zeit bei Google war Bryant rund 16 Jahre bei der Central Intelligence Agency (CIA) tätig, zuletzt im Bereich Kommunikation. Sie ist Anfang 40 und lebt im Großraum Washington, D.C.

Meine gesamte Karriere bestand eigentlich aus einer Reihe von Momenten, in denen ich sagte: „Klar, ich probiere es.“ Angefangen hat alles mit einer Gelegenheit, die ich beinahe ausgeschlagen hätte.

Vor mehr als zwei Jahrzehnten studierte ich Politikwissenschaft an der Towson University im US-Bundesstaat Maryland. Damals fand eine Karrieremesse statt, zu der ich fast nicht gegangen wäre, weil ich keine passende Business-Kleidung besaß. Ich bin in Baltimore aufgewachsen. Damals fühlte ich mich nicht arm, aber rückblickend würde ich sagen, dass wir finanziell eher benachteiligt waren.

Meine Mitbewohnerinnen überredeten mich schließlich doch, zur Karrieremesse zu gehen. Sie sagten, ich solle einfach einen Mantel und eine ordentliche Hose anziehen. Es sei schließlich Winter – niemand würde den Unterschied bemerken.

Dort blieb ich am Stand der Central Intelligence Agency stehen. Eigentlich suchte ich nach einem Praktikum, doch der Recruiter empfahl mir stattdessen, mich direkt auf eine Stelle zu bewerben. Ich bewarb mich als politische Analystin und begann nach meinem Studienabschluss im Dezember 2004 bereits im darauffolgenden Monat – mit gerade einmal 21 Jahren – meine Arbeit bei der CIA.

Diese zufällige Begegnung legte den Grundstein für eine Karriere, die mich später von der CIA zu Google und schließlich in die Selbstständigkeit führte. Eine der wichtigsten Lektionen meines Berufslebens lautet: Wenn sich eine Chance bietet, sollte man möglichst oft Ja sagen.

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Ich verbrachte rund 16 Jahre bei der CIA

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus meiner Zeit bei der CIA war, wie fragil die Welt sein kann – und wie häufig Entscheidungsträger unter Zeitdruck mit unvollständigen Informationen handeln müssen. Als Analystin bestand meine Aufgabe darin, diese Lücke zu schließen.

2018, nach mehr als einem Jahrzehnt in verschiedenen Analystenpositionen, wurde ich gefragt, ob ich in die Kommunikationsabteilung der Behörde wechseln wolle. Mich reizte die Herausforderung, Kommunikation in einer Organisation zu gestalten, die für ihre Geheimhaltung bekannt ist. Außerdem wollte ich die Geschichten der Männer und Frauen erzählen, die ihr Leben in den Dienst des Landes stellen – insbesondere jener, die dabei das größte Opfer gebracht haben.

Rückblickend war eine meiner wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Zeit, dass sich meine Vorstellung davon, was eine Krise oder ein schlechter Tag ist, später in der Privatwirtschaft grundlegend verändern sollte.

Der Wechsel zu Google

Es gab keinen konkreten Grund, der mich von der CIA wegtrieb. Ich glaubte an den Auftrag der Behörde und entwickelte mich dort beruflich weiter. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass man sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor sinnstiftend arbeiten kann. Als sich ein ehemaliger Kollege bei mir meldete und sich die Möglichkeit ergab, zu Google zu wechseln, sagte ich Ja.

Im September 2021 begann ich als Managerin für interne Kommunikation bei Google. Anfangs beschäftigte sich ein Großteil meiner Arbeit mit der Reaktion des Unternehmens auf die Corona-Pandemie – unter anderem mit der Impfpolitik und den Plänen zur Rückkehr ins Büro.

Nachdem dieses Thema an Bedeutung verloren hatte, wechselte ich in den Suchmaschinenbereich von Google, wo ich mich auf interne Kommunikation und die Kommunikation für Führungskräfte konzentrierte. Ich stieß genau in der Anfangsphase des Booms rund um generative KI zum Team – nachdem ChatGPT veröffentlicht worden war, aber noch vor dem Start von Gemini.

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Ich freute mich sehr über den Wechsel. Ich durfte mit brillanten Ingenieuren zusammenarbeiten und ihnen helfen, ihre beeindruckende Arbeit so zu erklären, dass sie jeder verstehen konnte.

Warum ich Google verlassen habe

Als ich die ersten KI-Tools von Google in Aktion sah, war ich regelrecht fasziniert. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich zum ersten Mal sah, dass NotebookLM Notizen automatisch in einen Podcast verwandeln konnte. Damals dachte ich: „Das wird alles verändern.“

Je mehr ich das Potenzial dieser Werkzeuge erkannte, desto deutlicher wurde mir jedoch, dass fast niemand in meinem persönlichen Umfeld KI überhaupt nutzte.

Candice Bryant berichtet, weshalb sie Google verließ und welche Lektionen sie aus ihrer ungewöhnlichen Karriere zog.

Candice Bryant berichtet, weshalb sie Google verließ und welche Lektionen sie aus ihrer ungewöhnlichen Karriere zog.

Candice Bryant

Mir wurde klar, dass selbst die leistungsfähigste Technologie nichts verändert, wenn sie niemand versteht oder verwendet. Ich kam zu der Überzeugung, dass die eigentliche Lücke nicht zwischen dem Silicon Valley und der Politik besteht, sondern zwischen dem Silicon Valley und allen anderen Menschen. Immer stärker hatte ich das Gefühl, außerhalb von Google mehr bewirken zu können, indem ich Menschen dabei helfe, KI zu verstehen.

Deshalb entschied ich mich letztlich, Google zu verlassen und diese Aufgabe eigenständig zu verfolgen.

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Unternehmerin mit Anfang 40

Im Oktober 2025 verließ ich Google und konzentrierte mich vollständig auf meine eigenen Geschäftsprojekte. Dieser Schritt machte mir keine Angst, weil ich das nötige Selbstvertrauen bereits entwickelt hatte. Ich glaube, dass mich die Arbeit bei Organisationen wie der CIA oder Google zu einer Person gemacht hat, die nicht nur dort erfolgreich sein kann, sondern auch darüber hinaus.

Heute umfasst meine Arbeit Beratungsprojekte, Angel-Investments, einen wöchentlichen KI-Newsletter und die Entwicklung von KI-Produkten. Ich sehe mein Unternehmen wie ein Sonnensystem mit mehreren Projekten, die alle um dieselbe Mission kreisen: Technologie für ganz normale Menschen zugänglicher zu machen. Mehr als zehn Jahre lang habe ich bei der CIA komplexe Themen für Präsidenten verständlich aufbereitet – heute mache ich dasselbe für alle anderen.

Anfang dieses Jahres habe ich eine App namens Cello veröffentlicht. Sie liefert Nutzern täglich neue Anregungen, wie sie KI praktisch einsetzen können. Eine zweite App ist bereits in Planung.

Ich habe auf diesem Weg viel gelernt. Eine Erkenntnis lautet: Innerhalb einer etablierten Marke etwas aufzubauen, ist einfacher als auf eigene Faust. Aber was man selbst erschafft, gehört einem auch. Die Erfolge und die Misserfolge sind allein die eigenen.

Allen, die sich für Unternehmertum interessieren, würde ich raten, ihr Unternehmen öffentlich aufzubauen, statt zu warten, bis alles perfekt ist. Wenn bei der Veröffentlichung bereits alles perfekt erscheint, hat man wahrscheinlich zu lange gewartet.

Ich folgte Chancen – keinem festen Karriereplan

Ich bin inzwischen überzeugt, dass sich niemand unter Druck setzen lassen sollte, einer einzigen Karriere oder einem festen Zeitplan zu folgen. Ich arbeitete mit Anfang 20 bei der CIA, mit Anfang 30 bei Google und wurde mit Anfang 40 Unternehmerin.

Für mich ist Unternehmertum heute die richtige Entscheidung. Vor zehn Jahren, während meiner Zeit bei der CIA, wäre das aber vermutlich nicht der richtige Schritt gewesen.

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Ich finde nicht, dass jeder Unternehmer werden muss. Es ist überhaupt nichts falsch daran, in einem Unternehmen angestellt zu sein. Auch wenn man sich für die Selbstständigkeit interessiert, ergibt sie möglicherweise erst in einer bestimmten Lebensphase Sinn. Viele erfolgreiche Unternehmer gründen ihr Unternehmen erst mit Anfang oder Mitte 40.

Auf diesen Moment habe ich schon lange hingearbeitet – vermutlich seit etwa 2010, als mein Mann und ich begannen, in Immobilien zu investieren und uns dadurch langfristig mehr Freiheit zu verschaffen. Der Gedanke an Unternehmertum war also nicht neu, sondern hat sich im Laufe der Zeit lediglich weiterentwickelt.

Nur weil etwas heute noch nicht zu deinem Leben passt, bedeutet das nicht, dass es später nicht genau die richtige Entscheidung sein kann.

Lest den Originalartikel auf Business Insider US.

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