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Offiziell: Völler und Klopp sollen die Nationalmannschaft zur EM führen

Дата публикации: 07-07-2026 15:00:00

Völler bleibt dem DFB erhalten und hat bereits mit Klopp telefoniert. Positive Signale auch nach Gespräch mit Red-Bull-Boss Mintzlaff.

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Rudi Völler litt auch eine Woche nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft noch unter dem Jetlag. Der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes war in der Nacht zu Dienstag lange wach und schaute sich daher noch das Achtelfinale zwischen Gastgeber USA und Belgien an, das um 2 Uhr nachts deutscher Ortszeit angepfiffen wurde. Am nächsten Tag war Völler aber wieder hellwach, als er auf dem DFB-Campus Frankfurt über die WM, den Rücktritt von Julian Nagelsmann, den Plan mit Nachfolger Jürgen Klopp und seine eigene Zukunft sprach.

„Gott sei Dank haben die Belgier gewonnen“, sagte Völler. Der 66-Jährige polterte über die Fifa, die nach der Einmischung des US-Präsidenten Donald Trump die Rot-Sperre für Folarin Balogun aufgehoben hatte. „Das war eine furchtbare Entscheidung“, sagte Völler. „Das hat dem Fußball geschadet und war schlimmer als dieser Friedenspreis.“

Völer erklärt deutsches Scheitern bei der WM

Gewohnt meinungsstark sprach Völler auch über das Scheitern von Julian Nagelsmann und des DFB-Teams, das im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Elfmeterschießen rausgeflogen war. „Julian hat vor und während der WM ein paar Dinge getan, die man kritisieren kann“, sagte Völler und meinte vor allem die „unglücklichen Aussagen“ des 38-Jährigen bei verschiedenen Personalentscheidungen. Gleichzeitig nahm Völler Nagelsmann in Schutz: „Die Kritik war zu hart. Er ist immer noch ein absoluter Toptrainer.“ Völlers Erklärung für das frühe WM-Aus: „Es hat die Widerstandskraft gefehlt.“

Rudi Völler, Jürgen Klopp

Rudi Völler (links) und Jürgen Klopp sollen die Nationalmannschaft zur EM 2028 führen. © Fotos: afp/2 | Montage: Frederik Mast

Der Sportdirektor saß am Dienstag auf einem Sessel im ersten Stock des DFB-Campus und blickte hinaus auf die Trainingsplätze. Hier werden die Fußballer der deutschen Zukunft ausgebildet. Doch in der Gegenwart gehört Deutschland im Weltfußball nicht mehr zu den Spitzennationen. Das war die erneute Erkenntnis der WM 2026. „Dreimal in Folge so früh auszuscheiden, ist kein Zufall. Wir sind auf gewissen Positionen nicht mehr top besetzt“, sagte Völler.

Völler macht bis zur EM 2028 weiter

Das Problem: Dieser Zustand wird sich so schnell nicht ändern. Daher geht es für den DFB kurzfristig vor allem darum, aus dem vorhandenen Potenzial mehr herauszuholen. Wer diese Aufgabe übernehmen soll, ist auch klar: Jürgen Klopp. Darauf haben sich die DFB-Funktionäre verständigt. Und auch Völler soll seinen bis zur EM 2028 laufenden Vertrag erfüllen. „Ich werde auf meine Art helfen und den Laden weiter zusammenhalten“, sagte Völler am Dienstagnachmittag und beendete damit sämtliche Spekulationen, wonach auch er seinen Rücktritt erklären könnte.

WM 2026 - Deutschland - Paraguay

Rudi Völler (l.) und Julian Nagelsmann nach dem WM-Aus gegen Paraguay. © dpa | Weller

Daran hatte Völler durchaus gedacht, nachdem auch er es nicht schaffen konnte, dass Deutschland erstmals seit 2014 wieder ein WM-Achtelfinale erreicht. „Ein Rücktritt wäre kein Problem gewesen für mich“, sagte Völler, der aber von der DFB-Spitze um Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke gebeten worden sei, seinen Vertrag zu erfüllen.

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Am Samstag habe sich auch der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp bei ihm gemeldet. Es sei ein „langes Gespräch“ gewesen, verriet Völler, der die Nationalmannschaft künftig gemeinsam mit Klopp führen soll. Dass der ehemalige Trainer des FC Liverpool und von Borussia Dortmund das Amt übernehmen wird, daran hat auch Völler keinen Zweifel. „Jürgen hat sich das verdient“, sagte Völler, der Klopp aus der Bundesliga noch gut kennt und ihn einst von Mainz nach Leverkusen holen wollte, ehe dieser zum BVB ging.

Mintzlaff mit positiven Signalen an Völler

Entscheidend für Völlers Zuversicht sei ein Telefonat mit Oliver Mintzlaff am Montag gewesen. Der Geschäftsführer der Red Bull GmbH, der Klopp im Januar 2025 zum Head of Global Soccer gemacht hatte, teilte Völler mit, dass man eine Lösung im Sinne aller Beteiligten finden werde. „Oliver Minztlaff hat mir gesagt: Es wird kein Problem sein“, berichtete Völler über den Inhalt des Telefonats. Laut „Bild“ wird der DFB keine Ablöse an Red Bull zahlen müssen. Dafür soll Klopp weiterhin als Werbegesicht für den Energydrink-Hersteller fungieren dürfen.

Die Verhandlungen mit Klopp und dessen Berater Marc Kosicke werden Neuendorf und Watzke führen, die dafür am Freitag in die USA fliegen, wo Klopp aktuell noch als Experte für Magenta TV tätig ist. Watzke, der mit Klopp in der gemeinsamen Zeit bei Borussia Dortmund große Erfolge gefeiert hatte und dessen Verpflichtung er nun zur persönlichen Aufgabe erklärt hat, sagte in einem ZDF-Interview am Montag, dass das Thema in den „nächsten vier Wochen“ geklärt sein soll.

Hans-Joachim Watzke (l.) und Bernd Neuendorf (r.).

Hans-Joachim Watzke (links) und Bernd Neuendorf führen die Verhandlungen mit Jügen Klopp. © Florian Wiegand/dpa | Florian Wiegand

Klopp soll rund um die Nationalmannschaft wieder für einen Stimmungsumbruch sorgen. Nagelsmann hatte in Fußball-Deutschland seinen Kredit verspielt. Völler hatte vor und während der WM noch verzweifelt versucht, den Bundestrainer zu stärken und zu schützen. Doch die negativen Themen wurden immer mehr. Nach dem WM-Aus wurde im Boulevard darüber debattiert, dass Deutschland bei der WM ausgeschieden sei, weil Nagelsmann mit seiner Frau Lena zu einer Trainingseinheit gemeinsam mit dem Fahrrad gefahren sei oder es im Teamquartier in Winston-Salem zu langweilig gewesen sei.

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Völler wehrte sich gegen diese Darstellungen. „Auf das Quartier lasse ich nichts kommen“, sagte Völler, auch wenn die Anlage in North Carolina kein „Luxusbunker“ gewesen sei. Bei Nagelsmann und seiner Lena sprach Völler von der „Macht der Bilder“. Das Foto habe „der Sache nicht gut getan“, aber das sei eine von mehreren Kleinigkeiten gewesen.

Klopp und Hannes Wolf sind einer Meinung

Für Völler und den DFB gehe es nun darum, in die Zukunft zu schauen. Der Sportdirektor ist sich sicher, dass Klopp künftig auch mit Nachwuchsdirektor Hannes Wolf gut zusammenarbeiten werde. Wolf, der Klopp noch aus BVB-Zeiten kennt, hatte bereits nach dem WM-Scheitern in Katar 2022 neue Maßnahmen für die Ausbildung im deutschen Fußball eingeleitet. „Jürgen findet gut, was Hannes Wolf angeschoben hat“, sagte Völler.

Bis die Effekte dieser Strukturveränderungen zu spüren sein werden, müsse man sich aber noch ein paar Jahre gedulden. Bis zur finalen Einigkeit mit Jürgen Klopp wird es dagegen nicht mehr lange dauern.

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