Nach dem Aus der Nationalmannschaft bei der WM ist Julian Nagelsmann als Bundestrainer raus. Jetzt soll Jürgen Klopp kommen.
Stand: 04.07.2026 • 18:45 Uhr
Nach dem Aus der Fußball-Nationalmannschaft bei der WM ist Julian Nagelsmann als Bundestrainer raus. Jetzt soll Jürgen Klopp kommen.
Der DFB will Jürgen Klopp - und Jürgen Klopp will zum DFB. Es waren klare Worte, die der 59-Jährige am Abend wählte, als er sich bei Magenta TV erstmals selbst zu den Gesprächen mit dem Verband über den Job als Bundestrainer äußerte. Er habe vor zwei Jahren etwa in Liverpool aufgehört und gesagt, dass ihm die Energie fehlte - damals. Jetzt fühlt er sich anders.
Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit.
Fußball-Trainer Jürgen Klopp
Der DFB hatte sich am Freitag getroffen und entschieden, mit Jürgen Klopp über eine Nachfolge zu sprechen. Klopp habe bereits seine "grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert", hieß es in einer DFB-Mitteilung.
Bis der DFB seine Wunschlösung offiziell präsentieren kann, wird aber wohl noch ein bisschen Zeit vergehen. Es braucht eine Einigung zwischen dem DFB und Klopps noch Arbeitgeber Red Bull. Dort steht der 59-Jährige noch bis 2029 unter Vertrag und 1 ist klar, Klopp will sich von dort sauber verabschieden.
Der 59-Jährige ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für die Red Bull GmbH tätig. Davor war Klopp als Trainer sehr erfolgreich bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool. Mit dem BVB wurde er deutscher Meister, mit Liverpool gewann er die englische Liga und 2019 die Champions League. Derzeit ist er als Experte für MagentaTV bei der WM in Nordamerika im Einsatz.
"Wenn was nicht läuft, dann sagt er das": ein Fan von Jürgen Klopp in Dortmund.
Klopp als Nationaltrainer, das fänden auch viele in NRW gut. Wir haben uns an seiner letzten Trainerstation in Deutschland umgehört, in Dortmund. Bei der WDR-Straßenumfrage sagte einer über Klopp, der sei ein guter Kandidat, "weil er in sämtlichen Orten bewiesen hat, wie er Menschen begeistern kann, schön Fußball spielen kann." Ein anderer sagte: "Der hat sein Herz auf der Zunge, ist sehr sympathisch. Wenn was nicht läuft, dann sagt er das. Wenn was läuft, dann sagt er das natürlich auch."
Julian Nagelsmann hat sich in der DFB-Mitteilung nach seinem Rücktritt als Bundestrainer vor der deutschen Fußballnation in den Staub geworfen. "Ihr habt uns getragen, ihr habt uns vertraut, ihr habt uns Energie gegeben, selbst in schwierigen Phasen", so der 38-Jährige. Er betonte: "Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben und euch keine weiteren Fußballnächte bei dieser WM bescheren konnten."
Ihr hättet viel mehr verdient gehabt!
Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann bei seinem letzten Spiel als Bundestrainer, dem Sechzehntelfinale der WM gegen Paraguay.
Nagelsmann hatte mit der DFB-Auswahl am Montag in der ersten K.-o.-Runde der WM mit 3:4 im Elfmeterschießen verloren. Unmittelbar nach dem Ausscheiden hatte Nagelsmann einen Rücktritt ausgeschlossen. "Ich bin keiner, der wegläuft", hatte er im Stadion in Foxborough in den USA gesagt.
"Nach dem für ausnahmslos alle enttäuschenden WM-Aus verdient Julians Entscheidung unseren Respekt", so DFB-Sportdirektor Rudi Völler. Er übernehme Verantwortung, wo er gerne weiter gestalten würde und stelle "die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person".
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 03.07.2026, 12 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 03.07.2026, 18.45 Uhr