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„Salute to America 250": Trumps Jubelfest zum 250. Geburtstag der USA wird zum Flop

Дата публикации: 05-07-2026 17:47:00




Leere Pavillons, abgesagte Musiker, Wucherpreise: Trumps „Great American State Fair" zieht kaum Besucher an. Hinter den Kulissen soll der Präsident getobt haben – und das Schlimmste steht noch bevor.



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„Salute to America 250" Trumps Jubelfest zum 250. Geburtstag der USA wird zum Flop

US-Präsident Donald Trump unterwegs in einem Sonderzug zum 250jährigen Bestehen der USA.

US-Präsident Donald Trump unterwegs in einem Sonderzug zum 250jährigen Bestehen der USA.

Foto: AP Photo/Julia Demaree Nikhinson/Julia Demaree Nikhinson

Washington · Leere Pavillons, abgesagte Musiker, Wucherpreise: Trumps „Great American State Fair" zieht kaum Besucher an. Hinter den Kulissen soll der Präsident getobt haben – und das Schlimmste steht noch bevor.

Mit erwarteten Temperaturen um die 42 Grad auf der National Mall dürften die USA an ihrem Jubeltag der Proklamation des Präsidenten nahekommen, „das heißeste Land irgendwo auf der Welt” zu sein. So hatte Donald Trump bei der Eröffnung der „Great American State Fair” die unter seiner Führung angeblich von den „Toten”auferweckten Vereinigten Staaten von Amerika bezeichnet.

Grund genug, das Volk zum Höhepunkt der Festivitäten am Samstag mit dem „größten Feuerwerk aller Zeiten”zu beglücken. Von zehn Standorten aus sollen über eine Dreiviertelstunde 850.000 Leuchtkörper in den Himmel über Washington steigen. Genug, um laut internem Gutachten des Nationalen Park Service über dem Zentrum der Hauptstadt „sehr ungesunde” Verhältnisse zu schaffen.

Ungeachtet des erwarteten Hitzerekords am 4. Juli verspricht Trump, beim „Salute to America 250” eine „wirklich lange Rede” zu halten. „Nur um zu zeigen, dass ich alles tun kann". Doch hinter den Kulissen wächst im Weißen Haus die Nervosität, ob genügend Amerikaner zu den Festivitäten kommen.

Schon Trumps Auftaktrede auf der Mall vergangene Woche lockte kaum Publikum an. Aufnahmen der Veranstaltung dokumentieren leere Grasflächen hinter der spärlichen Menge, die das Loblied von Verkehrsminister Sean Duffy auf „den größten Präsidenten, den dieses Land seit George Washington je gesehen hat” hörte, statt der ursprünglich angekündigten Musiker. Die hatten reihenweise abgesagt, nachdem sich abzeichnete, dass Trump den Geburtstag Amerikas zu einer parteiischen Selbstinszenierung umfunktionierte.

Der Präsident habe angesichts der Bilder hinter den Kulissen getobt, berichtet CNN. Selbst sein Haussender Fox schaffte es nicht, die gähnende Leere bei der „Great American Fair” zu übertünchen. Wer über die Mall schlendert, versteht das Unbehagen. Elf Bundesstaaten schickten keine Vertretung. Ihre Pavillons stehen verwaist, ein paar Stühle, ein paar Fotos, sonst nichts.

Für einen Skandal sorgte der Pavillon von North Carolina, den der Bundesstaat aus Geldmangel Geschäftsleuten überlassen hatte. Kurzzeitig hing dort eine Konföderiertenflagge, die heute ein rassistisches Symbol ist. Der demokratische Gouverneur Josh Stein forderte die sofortige Entfernung. Ein Hauptsponsor zog sich zurück, weil die Ausstellung der Südstaatenflagge nicht zu den Werten seines Unternehmens passe. Andere Pavillons mussten zwischendurch schließen, weil Stromausfälle die Klimaanlage ausfallen ließen. Aus demselben Grund drehte sich das Riesenrad nicht. Für Empörung sorgen auch die Wucherpreise, die viele vom Besuch des 16-tägigen Amerikafests abhalten. Fünf Dollar kostet eine Flasche Wasser in der schwülen Sommerhitze, 21 Dollar ein Truthahnschenkel.

Die Hauptstädter selbst reagieren nicht freudig, sondern gereizt auf das Spektakel. Zäune riegeln Straßenzüge ab, der Verkehr stockt, Sicherheitskräfte kontrollieren an jeder Ecke. Der „Washingtonian” spricht von einem „schockierend langweiligen” Fest, die „Washington Post” findet es „seltsam steril", während der Kolumnist von „USA Today”die von Trump gekaperten Geburtstagsfeiern schlicht als „Flop” bezeichnet. Es sei „wie dem Schulhof-Rüpel dabei zuzusehen, der eine Party schmeißt, zu der niemand kommt”.

Trump hatte den 250. Geburtstag gleich nach seinem Amtsantritt an sich gerissen. Er schob die überparteiliche Kommission „America 250” beiseite und ersetzte sie durch seine eigene Organisation „Freedom 250". Diese verwandelte einen würdevollen Gedenktag in ein vulgäres Gaudi aus Käfigkämpfen auf dem Rasen des Weißen Hauses und einem geplanten Indy-Car-Rennen durch die Hauptstadt.

Das versprochene Aufhübschen Washingtons zum Jubeltag endete mit Absperrungen, Baustellen und Zäunen. Zum Sinnbild der Farce geriet die Renovierung des Lincoln Memorial Reflecting Pool, die Trump freihändig an einen befreundeten Großspender vergab. Statt der veranschlagten 1,8 Millionen Dollar kostete das Projekt die Steuerzahler 14,7 Millionen. Kurz nach der Fertigstellung verfärbte sich das Wasser giftgrün, die Beschichtung in Sternenbanner-Blau blätterte ab.

Verantwortung übernimmt Trump wie immer nicht. In seiner Version waren mysteriöse „Vandalen” für die „kriminell hergestellten Algen” und die abblätternde Farbe im Pool verantwortlich. Laut Weißem Haus sind es die „Negative Nancies” in den Medien, die alles schlechtredeten.

Er selbst kündigte Anfang der Woche auf seinem PR-Kanal Truth Social „ein goldenes Geschenk an das Weiße Haus zu seinem 250. Jubiläumsjahr” an. Darunter prangt das Bild eines goldenen Adlersiegels, das künftig die Fassade des Präsidentenpalastes zieren soll. Nur, zwischen der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung 1776 in Philadelphia und dem Bau des Weißen Hauses lagen 24 Jahre. Eine der vielen Peinlichkeiten dieser „unvergesslichsten Geburtstagsfeier”.

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