Der Ninja Woodfire Pro Connect XL verspricht Grillgefühl aus der Steckdose, inklusive Pellets, App und großer Grillfläche. Im Test zeigt er starke Hitze, sehr gleichmäßige Ergebnisse, aber ein paar Grenzen bei der Temperaturspanne.

Grillspaß ohne Kohle? COMPUTER BILD nimmt den Ninja Woodfire Pro Connect XL genau unter die Lupe.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Der Ninja Woodfire Pro Connect XL verspricht Grillgefühl aus der Steckdose, inklusive Pellets, App und großer Grillfläche. Im Test zeigt er starke Hitze, sehr gleichmäßige Ergebnisse, aber ein paar Grenzen bei der Temperaturspanne.
Testnote
1,7
gut
Der Ninja Woodfire Pro Connect XL ist ein komfortabler Allrounder für alle, die ohne Kohle oder Gas grillen möchten. Die Inbetriebnahme gelingt erfreulich unkompliziert, die Ausstattung ist üppig und die Grillergebnisse können sich vor allem bei Gemüse und Veggie-Bratwurst sehen lassen. Nur die App-Einrichtung kostet anfangs etwas Geduld und beim Burgerpatty gibt es noch Luft nach oben.
Pro
Kontra
Inhaltsverzeichnis
Grillen ohne Gasflasche, ohne Kohlesack und trotzdem mit Raucharoma? Genau dieses Versprechen bringt der Ninja Woodfire Pro Connect XL mit auf die Terrasse. Der Elektrogrill ist mit vielen Extras ausgeschmückt und porträtiert sich als Alleskönner. Doch was hat der Ninja Woodfire wirklich auf dem Kasten?
COMPUTER BILD hat den Ninja Woodfire nach einem umfassenden Verfahren getestet. Neben den Grillergebnissen haben wir auch die Ausstattung, die Bedienung, die Verarbeitung, die Reinigung, die Temperaturen und den Energieverbrauch überprüft.
In unserem Elektrogrill-Vergleichstesthat der Ninja Woodfire Pro Connect XL sein Können unter Beweis gestellt und sich den ersten Platz verdient.
Ninja
396,71 EUR
Der Elektrogrill kommt mit Pellets und Pelletschaufel, Thermometer und Frittierkorb und will damit mehr sein als nur eine heiße Platte mit Deckel. Der erste Eindruck passt zum Preis von ungefähr 399 Euro (Stand: August 2026). Das Gehäuse besteht aus Metall und Kunststoff, der Rost aus emailliertem Gusseisen. Mit 18 Kilo steht der Grill sehr fest auf seinem Platz. Wer ihn mal eben vom Keller auf den Balkon tragen will, merkt das Gewicht aber sofort in den Armen. Dafür fühlt er sich nicht nach wackligem Balkonprovisorium an, sondern hinterlässt einen insgesamt sehr hochwertigen Eindruck.

Pellets und Pelletschaufel, Thermometer und Frittierkorb sind inklusive. Der Woodfire will mehr sein als nur ein Elektrogrill.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Praktisch ist das 1,7 Meter lange Kabel, das etwas mehr Spielraum beim Aufstellen gibt, und die Grillfläche von 1.395 Quadratzentimetern, die genug Platz für ein ordentliches Abendessen statt nur zwei traurigen Würstchen bietet.
Der Ninja Woodfire kommt schon fertig zusammengebaut aus dem Karton. Kein Schrauben, kein Fluchen, kein Suchen nach dem fehlenden Teil. Auspacken, hinstellen, loslegen. Die Inbetriebnahme geht dementsprechend schnell. Vorher sollte allerdings auf jeden Fall ein Blick in die Bedienungsanleitung geworfen werden. Sie erklärt ausführlich, worauf es bei Reinigung, Sicherheit und Grilltemperaturen ankommt. Sogar Rezeptideen sind Teil des Programms.
Die Bedienung ist angenehm einfach: Drehregler, Tasten, klare Funktionen. Wer schon einmal eine Heißluftfritteuse oder einen modernen Elektrogrill genutzt hat, kommt grundsätzlich schnell rein.

Am Grill simpel, in der App nicht: Die Bedienung wird komplizierter statt smarter dank App.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Kniffelig wird es erst, wenn das Smartphone zur Steuerung genutzt werden soll. Den Ninja Woodfire Pro Connect XL mit dem WLAN und der App zu verbinden, gestaltet sich leider als Quälerei. Der Grill lässt sich ausschließlich mit einem 2,4-GHz-WLAN koppeln, sodass gegebenenfalls erst das entsprechende Frequenzband im Router aktiviert werden muss. Am besten sollte sich der Router dann in unmittelbarer Nähe zum Grill und Handy befinden, damit sich die Geräte dann endlich nach mehreren Versuchen miteinander verbinden können. Wenn dann alles Eingerichtet ist, können in der App alle Funktionen eingestellt und der Grillvorgang überwacht werden. Insgesamt ist die Idee der smarten Steuerung zwar nett, aber ob sich der Zusatzaufwand wirklich lohnt, ist fraglich.
Die Reinigung ist machbar, aber nicht so bequem wie die Bedienung. Von Hand klappt sie nur mittelmäßig einfach. Gerade in der Cookbox wird es umständlich, weil der Deckel nicht abgenommen werden kann und einige Stellen nur schwer erreichbar sind. Spülmaschinengeeignet ist praktisch nichts, abgesehen von der Pelletschaufel. Glücklicherweise muss der Innenraum eines Grills auch nur ein bis zwei Mal im Jahr gereinigt werden.

Der Rost kann problemlos abgenommen und gewischt werden, aber der Deckel ist fest verschraubt. Alle Ecken zu erwischen ist eine Fummelarbeit.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
Kein echtes Grill-Feeling, trockenes und fades Fleisch, keine richtige Röstung – diese Vorurteile gegenüber Elektrogrills haben sich für uns im Test nicht bestätigt. Der Ninja Woodfire präsentiert sich von seiner besten Seite und liefert gute Ergebnisse.
Nach knapp 12 Minuten ist der Grill startklar. Der Rost wird im Test mit Burgerpatties aus Rindfleisch, Veggie-Bratwürsten, Zucchini und Paprika belegt. Nach fünf Minuten sind die Veggie-Würstchen gleichmäßig geröstet und weisen ein gut erkennbares Branding auf. Das Grillgemüse gelingt sogar noch besser. Nach sieben Minuten erhält man perfekt geröstete Zucchini und Paprika mit einem Branding, das einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.
Die Burgerpatties sind leider kein Bild für die Götter. Nach fünf Minuten haben sie zwar recht gleichmäßige Grillstreifen, sind aber noch etwas blass. Ein wenig mehr Röstung wäre wünschenswert. Somit sind die Burger zwar kein Totalausfall, hinken aber im Vergleich zum Gemüse etwas hinterher.

Dieser Ninja straft Grill-Vorurteile Lügen. Kräftige Röstung und intensive Grillstreifen überzeugten uns im Test.
Foto: COMPUTER BILD / Stefanie Herbst
In unserem großen Elektrogrill-Vergleichstest beweist sich der Ninja Woodfire vor allem in dieser Kategorie. Er liefert die insgesamt besten Grillergebnisse im Vergleich zur Konkurrenz. Dank seiner sonst ebenfalls starken Performance reißt er sich den Titel "Testsieger" unter den Nagel.
Hohe Temperaturen, kleiner SpielraumDie Grillleistung spiegelt sich in den technischen Temperaturmessungen wider. Nach dem Vorheizen messen wir im Garraum 210 Grad Celsius (°C). Die Hitzeverteilung auf dem Rost ist exzellent: Der heißeste und kälteste Punkt liegen mit 258 und 255 °C sehr nah beieinander. So kann auch wirklich die ganze Grillfläche mit Grillgut bestückt werden, ohne dass man sich Sorgen machen muss, dass Teile kaum gegart oder gar verbrannt werden.
Auf höchster Stufe behält der heißeste Punkt durchschnittlich 265 °C bei. Bei minimaler Leistung sinkt die Temperatur auf immer noch heiße 212 °C ab. Somit ist die Temperaturspanne nicht sonderlich groß. Feines Niedertemperatur-Garen oder sehr starkes Wechseln zwischen sanft und richtig heiß, sind nicht Teil des Woodfire-Repertoires. Für entspannte Grillabende reichen die Temperaturen, aber wer maximale Temperaturkontrolle sucht, möchte mehr Spielraum.
Der Stromverbrauch des Grills ist gut. Beim Vorheizen wurden 0,32 Kilowattstunden (kWh) gemessen, beim 30-minütigen Grillen 0,43 kWh. Diese Werte liegen nur knapp über dem durchschnittlichen Stromverbrauch der anderen Testgeräte.
Ninja Woodfire Pro Connect XL im Test: FazitDer Ninja Woodfire Pro Connect XL ist ein starker Elektrogrill für alle, denen die Grillergebnisse, eine sehr gute Verarbeitung und eine einfache Inbetriebnahme am Herzen liegen. Gemüse gelingt hervorragend, Veggie-Bratwurst ebenfalls stark, und die Bedienung am Gerät macht kaum Mühe. Der Burger bleibt etwas blass, die Temperaturspanne ist überschaubar und die Reinigung nervt etwas mehr als nötig. Wer damit leben kann, bekommt aber einen hochwertigen, standfesten Grill mit echten Stärken im Alltag.
Besonders praktisch sind zudem die Zusatzfunktionen des Ninja Woodfire. Er kann nicht nur klassisch Grillen und Garen, sondern verfügt auch über eine Smoker- und Airfryer-Funktion. Mit der Smoker-Funktion soll er über Pellets, die während des Grillens verbrannt werden, Raucharoma ans Grillgut bringen. Dank des mitgelieferten Frittierkorbs und der Option "Airfryer" wird der Grill zur heißen Outdoor-Heißluftküche für Pommes, Gemüse oder andere knusprige Beilagen. Das klingt nach viel Spielraum für Terrasse und Balkon, war aber nicht Teil unseres Praxistests. Bewertet haben wir deshalb nur die Grillfunktion. Die Zusatzfunktionen bleiben ein spannender Bonus, müssen ihre Stärke im Alltag aber noch gesondert beweisen.
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