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Nachgeforscht: Sound Blaster AE-X unter GPU-Last und die Grenzen zusätzlicher Abschirmung [Praxis]

Дата публикации: 22-10-2026 03:30:35

Unter Gaming-Last stieg das A-bewertete Rauschen der Creative Sound Blaster AE-X in der ursprünglichen Konfiguration deutlich an; eine zusätzliche Aluminium- oder Stahlplatte auf der Kartenrückseite verhinderte diesen Anstieg nicht. Einzelne Intermodulations- und Multitone-Ergebnisse änderten sich je nach Material und Masseverbindung, ergaben aber kein einheitliches Bild. Die Versuche zeigen eine lastabhängige Störung der angeschlossenen Audiomesskette, weisen jedoch weder deren genauen Ursprung noch einen allgemeinen Vorteil zusätzlicher Abschirmung nach. Wichtigste Fakten Untersucht wurde die AE-X im PCIe-Steckplatz direkt unter einer GeForce RTX 5090.

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Unter Gaming-Last stieg das A-bewertete Rauschen der Creative Sound Blaster AE-X in der ursprünglichen Konfiguration deutlich an; eine zusätzliche Aluminium- oder Stahlplatte auf der Kartenrückseite verhinderte diesen Anstieg nicht. Einzelne Intermodulations- und Multitone-Ergebnisse änderten sich je nach Material und Masseverbindung, ergaben aber kein einheitliches Bild. Die Versuche zeigen eine lastabhängige Störung der angeschlossenen Audiomesskette, weisen jedoch weder deren genauen Ursprung noch einen allgemeinen Vorteil zusätzlicher Abschirmung nach.

Wichtigste FaktenUntersucht wurde die AE-X im PCIe-Steckplatz direkt unter einer GeForce RTX 5090. Verglichen wurden Zustände ohne Platte sowie mit isolierter oder geerdeter Aluminiumplatte und geerdeter Stahlplatte.In der ursprünglichen Konfiguration stieg das A-bewertete Rauschen unter Gaming-Last an. Die getesteten Platten stellten den Leerlaufzustand nicht wieder her.Frequenzgang, harmonische Verzerrungen, Kanaltrennung und modellierte Ausgangsleistung blieben über die verglichenen Zustände weitgehend ähnlich.Die Messreihen belegen keine bestimmte Störquelle und keinen pauschalen Klang- oder Abschirmungsvorteil eines Materials.Technische Eckdaten

Der beschriebene Signalweg der AE-X umfasst den USB-Controller ASMedia ASM3042, den Audiocodec Realtek ALC4082, den ESS-DAC ES9039Q2M und eine Signalaufbereitung mit OPA1602A. Für den Kopfhörerausgang ist ein diskreter Xamp-Verstärker angegeben; die Cinch-Ausgänge nutzen separate NE5534A-Stufen. Creative gibt für den ESS-DAC einen Dynamikumfang von bis zu 130 dB an. Dieser Herstellerwert ist eine DAC-Spezifikation und weder ein Messergebnis des belasteten Kopfhörerausgangs noch eine Garantie für das Gesamtsystem im PC.

Messwerte und Beobachtungen

Die folgenden Werte sind eigene Messwerte des Artikels, Kanal 1 (links). Die Zustände wurden nacheinander geprüft; es gab keine wiederholten, abwechselnden Messläufe. Kleine Abstände und die letzte Nachkommastelle sind deshalb nicht als statistisch gesicherte Unterschiede zu verstehen.

ZustandA-bewertetes Rauschen (dBFS)SINAD bei 1 kHz (dB)
Original, Leerlauf−97,1380,09
Original, Gaming−88,9076,31
Aluminium, isoliert, Leerlauf−97,0079,18
Aluminium, isoliert, Gaming−88,6876,02
Aluminium, geerdet, Gaming−88,5875,16
Stahl, geerdet, Gaming−88,4174,04
Stahl, geerdet, Leerlauf−97,0080,77

In der Originalkonfiguration nahm das A-bewertete Rauschen zwischen Leerlauf und Gaming um 8,23 dB zu. Die harmonische THD blieb in allen sieben Zuständen ungefähr bei 0,0083 Prozent. Der Frequenzgang wies zwischen 20 Hz und 20 kHz eine Spitze-zu-Spitze-Abweichung von 0,0421 bis 0,0467 dB auf; die Kanaltrennung lag zwischen 91,56 und 92,98 dB. Die aus der gemessenen Spannung und einer nominalen Impedanz von 32 Ω modellierte maximale Ausgangsleistung betrug rund 372 bis 373 mW. Diese Leistungswerte sind keine Präzisionsmessung an einer rein ohmschen 32-Ω-Last.

Die Intermodulationsmessungen ergaben je nach Testverfahren unterschiedliche Rangfolgen: Geerdete Platten schnitten beim SMPTE-Test gegenüber der Originalkonfiguration günstiger ab, während geerdeter Stahl beim DIN-Test deutlich ungünstiger ausfiel als geerdetes Aluminium. Auch die Multitone-Auswertung lieferte kein einheitliches Urteil. Stahl hatte beim Gaming die geringste vom Analyzer ermittelte Pegelspreizung, zugleich aber den niedrigsten SINAD und den höchsten THD+N-Wert unter den Gaming-Zuständen. Der Artikel betont, dass die Pegelspreizung weder THD+N noch ein allgemeiner Frequenzgangfehler ist.

Testbedingungen und Grenzen

Als Messgerät diente ein RME Fireface UCX II; dessen Eingänge 5 und 6 waren über ASIO eingebunden. Die AE-X gab Testsignale exklusiv über WASAPI mit 96 kHz und 32-Bit-Gleitkomma aus. Am Kopfhörerausgang war ein Kopfhörer mit nominal 32 Ω angeschlossen; ein Y-Verteiler führte das Signal zusätzlich zum RME. Die Grafikkarte nahm während des Spielens laut Artikel ungefähr 567 bis 575 W auf. Pro Zustand wurde ein vollständiger Lauf mit 69 WAV-Aufnahmen erstellt, insgesamt 483 Dateien. Die Auswertung erfolgte mit einer lokal trainierten KI des Autors.

Die dBFS-Werte beziehen sich auf die Digitalisierung durch das RME und nicht auf einen hypothetischen Vollaussteuerungspegel des AE-X-DAC. Die Ergebnisse beschreiben die angeschlossene analoge Messkette und können auch durch gemeinsame Massepotenziale, Kopfhöreranschluss, Y-Kabel oder Messgerät beeinflusst sein. Die Untersuchung trennte diese Einflüsse nicht voneinander. Zudem fehlten Wiederholungsmessungen und vollständige Kombinationen aller Materialien und Massezustände.

Für die Multitone-Auswertung wurde zusätzlich eine Nachberechnung mit mehreren Aufnahmefenstern und angepasster Frequenzlage vorgenommen. Sie ergab ebenfalls eine deutliche Zunahme der Spreizung unter Gaming-Last, fiel aber geringer aus und blieb von Fensterwahl und Frequenzanpassung abhängig. Laut Autor bestätigt diese alternative Berechnung weder den Analyzer-Export unabhängig noch widerlegt sie ihn.

Einordnung

Als mögliche Erklärungen diskutiert der Artikel gemeinsame Strom- und Massepfade, elektrische oder magnetische Einkopplung sowie eine Demodulation hochfrequenter Störungen. Das sind Hypothesen, keine nachgewiesenen Ursachen. Ebenso bleibt offen, ob ein Teil der Unterschiede im Messpfad entsteht. Die Daten belegen daher weder eine bestimmte Leiterbahn als Antenne noch grundsätzlich mangelhafte Abschirmung der Soundkarte.

Auch die Materialbetrachtung begründet keinen eindeutigen Gewinner. Die Wirkung von Aluminium oder Stahl hängt unter anderem von Frequenz, Feldverlauf und Geometrie ab; eine offene Rückseitenplatte ist kein geschlossenes HF-Gehäuse. Die im Artikel angeführte Skintiefe für Aluminium beruht auf angenommenen Materialwerten und ist eine Berechnung, keine Messung der Abschirmdämpfung.

Der Autor wertet die weitgehend stabilen Werte für Frequenzgang, THD und Ausgangsleistung als Hinweis darauf, dass die analoge Übertragung nicht grundsätzlich zusammenbricht. Der auffälligere Befund betrifft den Rausch- und Störanteil. Ob dieser in einer konkreten Hörsituation wahrnehmbar ist, wurde durch die Messungen nicht festgestellt. Messwerte können technische Auffälligkeiten einordnen, ersetzen aber weder einen Hörtest noch eine Aussage über persönliche Klangvorlieben.

StärkenDer Vergleich umfasst Leerlauf und Gaming-Last sowie mehrere Material- und Massezustände.Der Artikel trennt Messwerte, mögliche physikalische Erklärungen und deren Unsicherheiten ausdrücklich voneinander.Mehrere Messverfahren machen sichtbar, dass einzelne Kennzahlen unterschiedliche Rangfolgen ergeben können.EinschränkungenDie Ergebnisse beruhen auf jeweils einem sequenziellen Lauf pro Zustand und sind nicht statistisch abgesichert.Der Aufbau kann eine Störung der angeschlossenen Messkette zeigen, aber deren Eintrittsstelle nicht bestimmen.Die getesteten Plattenkombinationen sind unvollständig; daraus lässt sich keine umfassende Rangfolge der Materialien ableiten.Die Messungen belegen weder einen hörbaren Nachteil noch einen allgemeinen Vorteil der AE-X gegenüber Onboard-Audio.

Im ersten Test der Creative Sound Blaster AE-X haben wir gesehen, dass eine Soundkarte im Leerlauf durchaus überzeugende Messwerte liefern kann, unter der Last einer unmittelbar benachbarten GeForce RTX 5090 aber plötzlich andere Seiten zeigt. Vor allem das steigende Grundrauschen und der sinkende Störabstand waren auffällig, während Frequenzgang, harmonische Verzerrungen und Ausgangsleistung weitgehend stabil blieben. Die naheliegende Frage lautet deshalb: Woher kommen diese zusätzlichen Störungen, und lässt sich konstruktiv etwas dagegen unternehmen? Genau hier setzt dieses Follow-up an. Statt weitere Nachkommastellen zu sammeln, habe ich der AE-X verschiedene rückseitige Abschirmungen aus Aluminium und Stahl verpasst, teils elektrisch isoliert, teils mit der Gehäusemasse verbunden. Anschließend musste jede Variante erneut durch die Messreihe, sowohl im Leerlauf als auch unter hoher GPU-Last, soweit die jeweilige Konfiguration vorlag. Die Ergebnisse sind interessanter, als es die einfache Vorstellung von einer schützenden Metallplatte vermuten lässt. 

Eine zusätzliche Metallplatte sieht an einer Soundkarte ja zunächst erst einmal nach einer vernünftigen und sinnvollen Maßnahme aus. Zwischen einer GeForce RTX 5090 und empfindlicher Analogelektronik liegen dann immerhin zwei Millimeter Aluminium oder eine Platte aus 0,8 Millimeter Stahl samt Pulverbeschichtung. Man könnte meinen, dass damit ein guter Teil der elektromagnetischen Unruhe im Rechner dort bleibt, wo sie entsteht. Meine Messungen an der Creative Sound Blaster AE-X zeigen allerdings, warum diese Vorstellung für die Praxis etwas zu bequem ist. Die Platten verändern bestimmte Ergebnisse erheblich, bei anderen Werten verschlechtert sich die Lage sogar. Und das Grundproblem, ein deutlich höherer Störpegel unter hoher GPU-Last, bleibt bei allen untersuchten Varianten trotzdem bestehen!

Ich habe die AE-X deshalb in sieben definierten Zuständen untersucht, darunter die unveränderte Karte, eine elektrisch isolierte Aluminium-Backplate, dieselbe Platte mit Massekontakt und eine geerdete Stahlplatte. Mit Ausnahme der beiden Idle-Gegenproben für die zusätzlichen Platten erfolgten die Messungen unter anhaltender Gaming-Last durch die benachbarte RTX 5090. Im Mittelpunkt stand der rückseitige Kopfhörerausgang mit einem realen Kopfhörer als Last. Im Folgenden geht es um die tatsächlich gemessenen Unterschiede und um die physikalischen Mechanismen, die diese Beobachtungen erklären könnten. Beides ist nicht dasselbe. Die Messwerte kann ich zeigen, einen einzelnen Störpfad innerhalb des PCs damit noch nicht selektieren oder gar belastbar nachweisen. Auch Zeit ist endlich, leider.

Die AE-X im Rechner und der Messaufbau

Die Sound Blaster AE-X ist intern längst keine klassische PCIe-Soundkarte mit einem großen Creative-Audioprozessor mehr. Über den ASMedia ASM3042 gelangt die Audiokommunikation zu einem Realtek ALC4082. Die hochwertige analoge Stereoausgabe übernehmen hingegen der separate ESS ES9039Q2M und eine aufwendigere Verstärkerschaltung mit OPA1602A-Signalaufbereitung und diskretem Xamp-Kopfhörerverstärker. Für die beiden Cinch-Ausgänge sind eigene NE5534A-Stufen vorhanden. Gerade dieser erhebliche analoge Aufwand macht die Frage nach der Störfestigkeit interessant. Creative bewirbt den ESS-Wandler mit einem Dynamikumfang von bis zu 130 dB. Das ist ein DAC-Spezifikationswert und weder mit dem später ermittelten SINAD der belasteten Kopfhörerausgabe gleichzusetzen noch als garantierter Wert für das gesamte PC-System zu verstehen. Ein gutes DAC-Datenblatt verhindert schließlich nicht, dass sich eine ungünstige elektrische Umgebung später an den Ausgangsbuchsen bemerkbar macht.

Die Karte steckte im regulären PCIe-Steckplatz unmittelbar unter der RTX 5090. Ihr originales Slotblech blieb bei allen Versuchen montiert. Geändert wurde ausschließlich die zusätzliche Abdeckung der Platinenrückseite einschließlich ihrer elektrischen Anbindung. Die Aluminiumplatte war etwa 2 mm stark. Ein erster Versuch erfolgte mit isolierter Montage, ein weiterer mit Verbindung zur Gehäusemasse. Anschließend kam eine ebenfalls geerdete Stahlplatte zum Einsatz. Weil damit nicht alle denkbaren Material- und Erdungskombinationen vorliegen, darf aus dem Vergleich noch keine vollständige Rangfolge der Werkstoffe entstehen.

Als Analysator verwendete ich erneut meinen RME Fireface UCX II, dessen Eingänge 5 und 6 über den nativen ASIO-Treiber ausgelesen wurden. Die AE-X erzeugte ihre Testsignale über WASAPI Exclusive mit 96 kHz und 32-Bit-Float-Ausgabe. Der rückseitige Kopfhörerausgang versorgte einen realen Kopfhörer mit einer Nennimpedanz von 32 Ω. Parallel dazu führte ein Y-Abzweig das Signal an das RME. Die analoge Pegelreferenz lag bei 2,79 V RMS für einen Generatorpegel von −2 dBFS. Im Gaming-Betrieb nahm die RTX 5090 ungefähr 567 bis 575 W auf. Damit ist klar, welche Situation ich untersuche: keinen freistehenden DAC unter idealisierten Bedingungen, sondern einen analogen Ausgang im laufenden Hochleistungs-PC samt tatsächlich angeschlossener Messkette.

Sieben Zustände statt eines einzelnen Bestwerts
Zustand GPU-Zustand Zusätzliche Backplate Elektrische Verbindung
01 Idle Keine, Originalkarte Originales I/O-Bracket
02 Gaming Keine, Originalkarte Originales I/O-Bracket
03 Idle Aluminium, ca. 2 mm Isoliert
04 Gaming Aluminium, ca. 2 mm Isoliert
05 Gaming Aluminium, ca. 2 mm Gehäusemasse
06 Gaming Stahl Gehäusemasse
07 Idle Stahl Gehäusemasse

In meiner Messdokumentation umfasst jeder Zustand einen vollständigen Messlauf mit jeweils 69 WAV-Aufzeichnungen, insgesamt also 483 Dateien. Die Auswertung erfolgte aufgrund der Komplexität mit meiner lokalen KI, die ich speziell für solche Berechnungen und Bewertungen mit dem nötigen Fachwissen und Verständnis trainiert habe. Die unterschiedlichen Zustände wurden außerdem nacheinander und nicht in mehrfach wiederholter, wechselnder Reihenfolge gemessen. Kleine Abstände zwischen den Varianten sind deshalb Beobachtungen, aber noch keine statistisch abgesicherten Werkstoffvorteile. Das möchte ich an dieser Stelle transparent voranstellen, auch um vermeintlichen Sensationen vorzubeugen. Aber es ist auch so wirklich interessant, versprochen!

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