Bergbau könnte ein neues Standbein für Malawis Wirtschaft werden. Dabei spielt ein neues Projekt des australischen Unternehmens Lindian Resources eine Rolle.
Bergbau könnte ein neues Standbein für Malawis Wirtschaft werden. Dabei spielt ein neues Projekt des australischen Unternehmens Lindian Resources eine Rolle.
Lindian Resources, ein Bergbauunternehmen aus Australien, entwickelt derzeit in Malawi ein neues Seltenerdprojekt. Das Projekt mit dem Namen Kangankunde, etwa 80 Kilometer nördlich von Blantyre gelegen, soll noch im Jahr 2026 die Produktion aufnehmen. Das berichtete „Business Insider Africa“. Deutschland hat bereits gezeigt, welche Chancen solche Projekte darstellen.
Das Wichtigste in Kürze:
Laut Lindian Resources beherbergt das Projekt Kangankunde eine bedeutende Lagerstätte für Seltene Erden mit „außergewöhnlich niedrigen Uran- und Thoriumgehalten“. Es soll zu einem strategischen Lieferanten für Monazit-Konzentrat werden. Monazit gilt als ein wichtiges Erzmineral für die Gewinnung von Seltenen Erden – und die kommen in Anwendungen wie Elektroautos, Windkraftanlagen und anderen Spitzentechnologien vor.
In der ersten Projektphase will das Unternehmen pro Jahr etwa 20.000 Tonnen Monazitkonzentrat gewinnen. Die zugrundeliegende Lagerstätte soll ein jährliches Abbauvolumen von um die 500.000 Tonnen Erz ermöglichen. Aktuell läuft eine Machbarkeitsstudie für eine zweite Ausbaustufe – langfristig könnte die Konzentratproduktion auf 120.000 Tonnen pro Jahr steigen.
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Einige Abnehmerverträge soll Lindian bereits gesichert haben. Nach Angaben des Konzerns sollen die den Absatz der Mineralien auf internationalen Märkten unterstützen. Die Finanzierung der ersten Entwicklungsphase soll vollständig gesichert sein und die Bauarbeiten schreiten „zügig“ voran. Für das vierte Quartal 2026 strebt Lindian Resources die erste Produktion an.
Für Malawi könnten Mineralienexporte zwischen 2026 und 2040 um die 30 Milliarden US-Dollar bedeuten. Soweit jedenfalls ein Best-Case-Szenario der Weltbank. Das traditionell von der Landwirtschaft abhängige afrikanische Land hätte also eine Chance, sich ein zweites großes Export-Standbein aufzubauen. Seltene Erden hätten an diesem Mineral-Export eine Sonderrolle, weil diese für viele Zukunftstechnologien eine wichtige Rolle spielen.
Kritische Rohstoffe – zu denen auch die Seltenen Erden gehören – haben im Zuge der Energiewende eine Sonderrolle. Der Critical Raw Materials Act nennt neben Seltenen Erden auch Rohstoffe wie Kupfer, Antimon, Wolfram und Germanium. Sie alle eint, dass sie mittel- bis langfristig eine größere wirtschaftliche Wichtigkeit haben werden. Außerdem hat die EU ihre Liste danach ausgewählt, ob es Verfügbarkeitsrisiken gibt. Um möglichst keine Lieferengpässe zu haben, unternehmen Länder rund um den Globus Anstrengungen, um sich diese Rohstoffe zu sichern.
Innerhalb der letzten Jahre wurde aber immer deutlicher, dass sie dabei von China abgehängt wurden. Das Land kontrolliert gewaltige Kapazitäten in der Produktion und Verarbeitung von Seltenen Erden. Schwere Subventionen haben dabei geholfen, die heimische Branche aufzubauen und westliche Wettbewerber zu bezwingen. China schreckt zudem nicht davor zurück, diese Marktmacht als geopolitische Waffe einzusetzen.
Die Beschaffung von kritischen Rohstoffen ist wegen der chinesischen Auflagen drastisch erschwert; einzelne Produkte sind darum drastisch teurer geworden. Eine Weile lang haben viele deutsche Unternehmen die hohen Kosten trotzdem gestemmt, weil ansonsten die Produktion einfach stillstehen würde.
Mittlerweile aber haben die Engpässe schwerwiegende Folgen. Beim Wolfram (auf Englisch Tungsten) zum Beispiel mussten bereits Unternehmen die Produktion drosseln oder ganz einstellen. Die Branche erwartet eine Intervention aus der Politik – und wenn es eine ähnliche Subventionspolitik ist, wie China sie jahrelang gefahren hat.
Darum versucht die Bundesregierung, die Versorgung mit Rohstoffen über Investitionen und Partnerschaften zu stärken. Früher im Jahr 2026 hatte Deutschland bereits viel Geld in ein ähnliches Projekt wie das in Malawi investiert. Über den German Raw Materials Fund (GRMF) fließen bis zu 50 Millionen Euro in das Nolans-Projekt des australischen Unternehmens Arafura Rare Earths.
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