Das australische Bergbauunternehmen Lynas Rare Earths expandiert. Mit der Übernahme eines Konkurrenten bekommt es Zugang zu einer neuen Lagerstätte.
Das australische Bergbauunternehmen Lynas Rare Earths expandiert. Mit der Übernahme eines Konkurrenten bekommt es Zugang zu einer neuen Lagerstätte.
Lynas Rare Earths, ein Bergbauunternehmen aus Australien, will das brasilianische Projekt Meteoric Resources Ltd übernehmen. Durch eine Aktientransaktion im Wert von um die 968 Millionen australische Dollar (umgerechnet 595,4 Millionen Euro) erhält es Zugang zu einer neuen Lagerstätte für kritische Rohstoffe in Brasilien. Diese Lagerstätte hat laut dem bisherigen Besitzer eine besondere Bedeutung für den Rohstoffmarkt.
Probleme am Seltenerd-Markt:
Wie „Bloomberg“ berichtet, zielt Lynas darauf ab, seine Rohstoffbasis zu diversifizieren. Für jede Aktie von Meteoric werden 0,0207 Lynas-Aktien angeboten. Die Anleger waren wenig begeistert: Zwischen dem 30. September und dem 1. Oktober sank der Preis von 13,80 Australische Dollar auf 12,6 Dollar. Meteoric dagegen hatte einen Gewinn um die 57 Prozent pro Aktie zu verbuchen (von 0,17 auf 0,25 Dollar).
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Lynas ist bereits der größte Seltenerd-Hersteller außerhalb Chinas. Unterstützt von Gina Rinehart, der reichsten Frau Australiens, baut es in Australien diese kritischen Rohstoffe ab und verarbeitet das Material in Malaysia.
„Die Ausweitung unserer Geschäftstätigkeit auf ein weiteres Land wird Lynas dabei helfen, seine führende Position in der weltweiten Lieferkette für Seltene Erden zu behaupten und die gestiegene Kundennachfrage nach diesen Materialien zu decken“, sagt John Humphrey, der Vorsitzende von Lynas. „Brasilien ist ein etablierter und bergbaufreundlicher Standort, und seine Vorkommen an Seltenen Erden sind die größten außerhalb Chinas.“
Meteoric Resources ist ebenfalls in Australien ansässig. Das Unternehmen entwickelt das Projekt „Caldeira Rare Earths“ in der brasilianischen Region Minas Gerais. Dieses soll nach Aussage des Unternehmens die notwendigen Voraussetzungen bieten, um neue globale Lieferketten für Seltene Erden einzurichten. Außerdem ist Caldeira ideal positioniert, um die Märkte in Amerika und in Europa zu beliefern.
Zur Erklärung: Minas Gerais befindet sich im östlichen Teil Brasiliens, nahe der Region São Paulo, wo der wichtige Handelshafen Santos liegt.
„Dank der geologischen und metallurgischen Eigenschaften des Caldeira-Projekts ist eine äußerst kostengünstige Produktion Seltener Erden möglich“, heißt es auf der Website von Meteoric. Caldeira soll eines der weltweit größten Vorkommen an Seltenen Erden beherbergen. Lynas rechnet damit, mehr als 500 Millionen Dollar in die Erschließung von Caldeira stecken zu müssen.
Dabei ist zu bedenken, dass Seltene Erden aufwendig verarbeitet werden müssen, damit sie überhaupt nutzbar sind.
Seltene Erden sind für die Energiewende unverzichtbar. Sie kommen in Permanentmagneten vor, außerdem (je nach Rohstoff), in elektrischen Bauteilen, Geräte wie Smartphones, Windkraftanlagen und Elektroautos wären ohne sie nicht so effizient. Ursprünglich hatten westliche Industriestaaten durchaus einen Stand in der Branche, aber über die vergangenen Jahre konnten chinesische Unternehmen sie verdrängen.
Mit massiven staatlichen Subventionen hatte China sich eine Quasi-Monopolstellung bei Seltenen Erden erkämpft. Aktuell ist es so, dass China entscheiden kann, wer Rohstoffe bekommt und wer nicht. Länder, die keine Vorräte angehäuft haben, stehen vor erheblichen Versorgungsengpässen. Jetzt findet eine Umkehr dieses Prozesses statt: Unter enormem finanziellem Einsatz müssen westliche Unternehmen wieder Fuß fassen. Lynas ist eines der Unternehmen, die dem Westen helfen können, Kapazitäten aufzubauen.
Die Milliardärin Gina Rinehart spielt insofern eine Rolle, als dass sie über ihr Unternehmen Hancock Prospecting eine größere Beteiligung an Lynas hält. 2024 hatten sie und Hancock Prospecting einen Anteil von 5,82 Prozent an Lynas erworben. Darüber hinaus ist Hancock Teilhaber des US-Bergbauunternehmens MP Materials.
Deutschland und Europa kommt im Grunde jeder Hersteller gelegen, der außerhalb von China Seltene Erden abbauen und – besonders wichtig – verarbeiten kann. Mehr westlich geprägte Hersteller am Markt würden bedeuten, dass China ein Stück weit sein Monopol verliert und nicht mehr so viel Erfolg hat, wenn es seine Marktmacht bei den kritischen Rohstoffen als Waffe einsetzt. Mit neuen Rohstoff-Abkommen versucht Deutschland derzeit, sich solche Mineralien zu sichern.
Die Produktion und Verarbeitung innerhalb der EU läuft allerdings nur schleppend an. Unter anderem stoßen neue Projekte auf Umweltbedenken oder müssen jahrelang bürokratische Hürden überwinden. Das bremst das Fortkommen Europas bei Seltenen Erden aus.